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Im Gespräch mit Simon Vielreicher 

Geretsrieder Jugendrat: Warum haben so wenig Jugendliche gewählt?

Geretsried hat einen neuen Jugendrat. Mitglied Simon Vielreicher sprach mit uns über die geringe Wahlbeteiligung und warum sich ein Blick in die Nachbarstadt lohnt. 

Geretsried – Elf junge Frauen und Männer feierten am Montagabend ihren Einzug in den Jugendrat der Stadt Geretsried. Stimmenkönig bei der Wahl war Simon Vielreicher (15). Der Geltinger gehörte dem Gremium bereits in der abgelaufenen Amtsperiode an. Im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Dominik Stallein spricht er über die geringe Wahlbeteiligung, seine Ziele und warum sich ein Blick in die Nachbarstadt lohnt.

-Simon, wie erklärst Du Dir die niedrige Wahlbeteiligung von nur knapp zehn Prozent?

Ich denke, das hatte mehrere Faktoren. Es stand ja schon von Anfang an fest, dass alle Kandidaten einen Platz im Jugendrat bekommen. Es fehlte vielleicht bei vielen Wählern die Motivation abzustimmen, da es ja gefühlt keinen Unterschied macht, wo man seine Kreuze setzt. Außerdem ist es ganz normal, dass sich nicht alle Jugendlichen für Lokalpolitik interessieren und sich dementsprechend nicht an einer Wahl beteiligen. Aber es stimmt schon: Zehn Prozent sind nicht viele Wähler.

-Könnt Ihr als Jugendräte etwas tun, um das Interesse zu fördern?

Simon Vielreicher:  Eines von elf Mitgliedern des Geretsrieder Jugendrats.

Das ist eine Aufgabe für uns, natürlich. Ich denke, viele Leute wissen, dass es uns gibt und dass wir verschiedene Aktionen und Veranstaltungen organisieren. Aber was genau wir machen, welche Angebote es von uns gibt und wer alles zum Gremium gehört, wissen die wenigsten. Wenn sich die Geretsrieder Veranstaltungen wünschen, dann sollten sie die Augen nach unserer Werbung aufhalten und auch hingehen.

-Du bist einer von zwei Jugendräten, die bereits Erfahrung im Gremium gesammelt haben. Warum haben sich so wenige Räte erneut zur Wahl gestellt?

Manche sind während der Wahlperiode 18 Jahre alt geworden und durften deshalb nicht mehr mitmachen. Bei den anderen Ex-Jugendräten kann es daran liegen, dass ihnen die Arbeit keinen Spaß mehr gemacht hat. Ich glaube aber eher, dass sich einfach die Interessen verändert haben in den vergangenen drei Jahren.

-Haben sich die neuen Jugendräte bereits kennen gelernt und gibt es schon Pläne, was Ihr bewegen möchtet?

Wir lernen uns in der konstituierenden Sitzung Ende dieses Monats kennen. Insofern gibt es auch noch keine gemeinsamen Projekte. Was ich selber gerne anschieben möchte, ist ein Jugendforum nach Wolfratshauser Vorbild. Ein Tag, an dem alle Jugendlichen der Stadt zusammenkommen und konkrete Wünsche äußern, Projekte planen und dies den Lokalpolitikern aus dem Stadtrat und dem Jugendrat vorstellen. Dadurch bekommen wir einen breiten Überblick, was sich die anderen in unserem Alter wünschen, und die Teilnehmer sehen, dass sich der Jugendrat für ihre Wünsche einsetzt. 

Lesen Sie auch: Zwei Geretsrieder Jugendräte im Interview: Wie Politik Spaß machen kann

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