Geretsrieder wütet in Ausnüchterungszelle - und bekommt vor Gericht die Quittung für seinen Ausraster
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Ein Geretsrieder musste sich für seinen Ausraster vor Gericht verantworten. 

Zehn Monate auf Bewährung

Geretsrieder wütet in Ausnüchterungszelle - vor Gericht bekommt er die Quittung dafür

  • vonRudi Stallein
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Weil er betrunken mehrfach randalierte und auch noch den Hitlergruß zeigte, musste sich ein Geretsrieder vor dem Amtsgericht verantworten. Das Urteil: zehn Monaten auf Bewährung. 

Geretsried/Wolfratshausen–Der 28. August vorigen Jahres war nicht der Tag des Angeklagten. An jenem Samstagabend legte der Geretsrieder (31) sich erst mit einigen Nachbarn an. Von denen verabschiedete er sich mit dem Hitlergruß, anschließend zertrümmerte er mit einem Fußtritt die Glastür des Hauseingangs. Die Polizei nahm den „sehr betrunkenen und aggressiven“ Randalierer mit auf die Dienststelle und steckte ihn in die Ausnüchterungszelle. Dort trat der Mann die Toilettenschüssel von der Wand und schlug damit so lange gegen die Gitterstäbe der Zellentür, bis diese nicht mehr zu öffnen war.

Amtsgericht: Randalierer bekommt Quittung für seinen Ausraster

Nun bekam der Pflasterer für seinen Ausraster die Quittung: Wegen des Verwendens von Zeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung in zwei Fällen, wurde er am Amtsgericht zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Ihm sei schlecht gewesen. Deshalb habe er nach einem Arzt verlangt. Weil man darauf nicht eingegangen sei, habe er aus Wut die Toilette demoliert, berichtete der Angeklagte von der Nacht in der Zelle. Zu dem Zeitpunkt lag sein Alkoholpegel noch bei rund 1,6 Promille, zudem waren in der Blutprobe weitere berauschende Mittel nachgewiesen worden. 

Sachschaden beläuft sich auf 3500 Euro

Auf die Frage, warum er den Nachbarn den Hitlergruß gezeigt und die Haustür zertrümmert hatte, antwortete er schulterzuckend: „Ich war betrunken.“ Der Sachschaden, den er angerichtet hat, beläuft sich auf rund 3500 Euro. Nach dem Vorfall in der Ausnüchterungszelle war der Mann ins Krankenhaus Agatharied überwiesen worden.

Bei der Strafzumessung wirkte sich erschwerend aus, dass der Geretsrieder sechs Vorstrafen mitbrachte, die er innerhalb von nur drei Jahren sammelte. Die Palette reicht von Gefährdung des Straßenverkehrs über Sachbeschädigung und Beleidigung bis zu Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. 

Zuletzt war er im Dezember 2019 wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Von der damals zur Auflage gemachten Geldbuße von 700 Euro an den Bund gegen Alkohol im Straßenverkehr hat er noch keinen Cent bezahlt.

Geretsrieder brachte sechs Vorstrafen mit

„Verdammt und zugenäht, wie dumm ist er denn eigentlich“, entfuhr es Richter Helmut Berger, der das Urteil vom Dezember in die aktuelle Strafe von zehn Monaten Gefängnis einbezog, inklusive der Geldauflage, die er auf 2000 Euro erhöhte. 

Vor einer Vollzugsstrafe bewahrte den Mann nur die Tatsache, dass er die Verwüstungen begangen hatte, bevor er vier Monate später zu seiner ersten Bewährungsstrafe verurteilt worden war. 

rst

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