Verhandlung vor Amtsgericht

Geretsriederin verliert Nerven und schlägt Tochter mit Kochlöffel

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Eine Mutter aus Geretsried soll ihre Tochter mehrmals geschlagen haben. Nun musste sie sich vor Gericht verantworten. 

Geretsried – Die Frau wirkt mitgenommen. Die Verhandlung hat ihr fragiles Nervenkostüm strapaziert. Einige Tränen sind der 37-Jährigen über die Wangen gelaufen, als sie versucht hat, dem Gericht zu erklären, was in ihr vorging, als sie getan hatte, weswegen sie nun auf der Anklagebank sitzt.

Die Mutter soll ihre kleine Tochter geschlagen haben – mal mit der Hand ins Gesicht, mal mit einem Kochlöffel auf deren Beine und Hände. Mit verweinten Augen wartet die Frau nun darauf, dass der Richter sein Urteil fällt. Das lautet: schuldig. Die Strafe: acht Monate Gefängnis, für zwei Jahre ausgesetzt zur Bewährung. „Die Strafe ist ein Signal, dass sich das alles nicht wiederholen darf. Nie, nie, nie!“, betont Richter Urs Wäckerlin in seiner Urteilsbegründung.

Schon als das heute elf Jahre alte Mädchen, das derzeit in einer Pflegefamilie aufwächst, noch ein Kleinkind war, soll die Geretsriederin ab und zu die Nerven verloren haben. „Ich war früher sehr impulsiv“, räumt die 37-Jährige ein. Sie beteuert aber auch, dass sie sich mithilfe einer therapeutischen Behandlung geändert habe. „Heute würde ich meinem Kind gegenüber niemals so impulsiv reagieren“, versichert sie.

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Im Tatzeitraum, der einige Jahre zurückliegt – der Ex-Mann der Angeklagten hatte im Zuge der Trennung die Verfehlungen seiner Frau angezeigt –, habe seine Mandantin in sehr problematischen Beziehungen gelebt, erläutert Rechtsanwalt Manfred Fuchs die Hintergründe, die mit zu den überzogenen Reaktionen geführt hatten. „Man kann nichts beschönigen. Dass ein Fehlverhalten vorlag, daran ist nicht zu rütteln“, sagt der Verteidiger. Nach einem psychologischen Gutachten sei jedoch von einer damals erheblichen Verminderung der Steuerungsfähigkeit auszugehen. „Heute ist sie stabil“, versichert Fuchs.

Richter Urs Wäckerlin äußert zwar Verständnis für „die schwierige Situation in einer schwierigen Ehe“. Er lässt aber auch keinen Zweifel daran, dass der Tochter großes Unrecht widerfahren war, weil sie von ihrer Mutter „in einer Art und Weise behandelt wurde, wie sie Eltern nicht zusteht“.

Wegen gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen und vorsätzlicher Körperverletzung in drei Fällen verurteilt Wäckerlin die Geretsriederin zu acht Monaten Gefängnis auf Bewährung.

Seit einiger Zeit nähern sich Mutter und Tochter wieder an. „Ich hoffe und wünsche Ihnen, dass es ihrer Tochter gelingt, wieder Vertrauen zu fassen und sich geborgen zu fühlen. Und nicht, dass sie leiden muss, wenn die Mama mal überfordert ist“, gibt der Richter der 37-Jährigen mit auf den Weg. rst 

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Rubriklistenbild: © dpa / Volker Hartmann

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