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Vom Beckenrand ins Wasser: Pana Athanasiadis war einer der beiden jungen Männer, die am Samstag ins kühle Nass sprangen, um das Holzkreuz herauszufischen. Nach alter hellenischer Sitte küsste er es und brachte es anschließend dem Bischof.

Gewässerweihe der Griechischen Gemeinde

Ein Segen fürs Hallenbad

Geretsried – Zum fünften Mal fand am Samstag die Gewässersegnung der Griechischen Gemeinde im städtischen Hallenbad statt. Der für Bayern zuständige Bischöfliche Vikar der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Apostolos Malamoussis, nahm die Zeremonie im Beisein von rund 70 Besuchern vor. Auch Seine Exzellenz, Weihbischof Evmenios von Lefka, erwies den Veranstaltern die Ehre.

Die Gewässerweihe mit Gottesdienst gehört mittlerweile wie das Neujahrs- und das Patronatsfest zu den Traditionen, die die Griechen in Geretsried pflegen. In der Heimat wird in der Regel das Meer gesegnet, in München jedes Jahr am Tag der Heiligen Dreifaltigkeit, dem 6. Januar, die Isar. Seen und öffentliche Bäder können jedoch genauso in den Genuss der Segnung kommen. „Selbst in Griechenland ist das üblich in Städten, die nicht am Meer liegen“, sagte Evangelos Karassakalidis, der langjährige, ehemalige Vorsitzende der Griechischen Gemeinde.

Ehrengäste und hohe Geistlichkeit: (v. li.) Polizeipräsident Robert Kopp, Bürgermeister Michael Müller, Evangelos Karassakalidis von der Griechischen Gemeinde, Erzpriester Apostolos Malamoussis, Priester Georgios Siomos und Weihbischof Evmenios von Lefka.

Man habe anfangs überlegt, auch einmal an die Isar zu gehen, jedoch keinen geeigneten Platz gefunden. „Ich glaube auch, dass bei der Kälte im Januar nicht so viele Besucher kommen würden, wenn wir die Isar oder den Starnberger See segnen würden“, meinte Karassakalidis. So sprangen am Samstagnachmittag nach alter hellenischer Sitte wieder zwei junge Männer und anschließend drei Kinder vom Beckenrand des Hallenbads ins Wasser, um ein zuvor von Bischof von Levka in Weihwasser getauchtes Holzkreuz herauszuholen. Wer es als erster erreichte, küsste das Symbol und brachte es dem Geistlichen. Pana Athanasiadis und Athanasios Karasakalidis sowie die Kinder Michail, Dionisios und Panagiota übernahmen diese Aufgabe heuer.

Bürgermeister Michael Müller bedankte sich in seinem Grußwort für die Durchführung des Zeremoniells. Er stellte in Aussicht: „Im Januar 2021 könnte die Gewässersegnung erstmals im neuen, interkommunalen Hallenbad stattfinden.“ Die Besucher quittierten das mit Applaus. Müller, der auch die Lesung aus dem Buch Jesaja vornahm, weil diesmal keine katholischen und evangelischen Pfarrer wie sonst teilnahmen, bat um „Gottes Segen für all die Herausforderungen, die wir in 2017 und den kommenden Jahren zu bewältigen haben“. Auch der Polizeipräsident für Oberbayern Süd, Robert Kopp, war der Einladung nach Geretsried wie bereits 2016 wieder gefolgt. Er sprach von „gelebter Integration“, welche die griechisch-orthodoxe Gemeinde in der Stadt über Konfessionsgrenzen hinweg praktiziere. Er würde sich dieses harmonische Zusammenleben überall wünschen. Nach dem Gottesdienst ließen die Griechen den Tag im Lokal „Ammos“ am Neuen Platz ausklingen.

In den vergangenen Jahren hatte sich der Gewässersegnung das Griechische Neujahrsfest mit dem Anschneiden der Vasilopita angeschlossen. Diesmal standen die Ratsstuben wegen der Vorbereitungen für den Krönungsball der Faschingsgesellschaft Narreninsel am Abend nicht zur Verfügung. Der Isarau-Saal, in dem im Vorjahr gefeiert worden war, ist zu klein. Das Fest wird am Samstag, 14. Januar, in den Ratsstuben nachgeholt.

Tanja Lühr

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