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Father Daniel Kiriti aus Kenia machte den Jugendlichen deutlich, wie gut es deutschen Schülern im Vergleich zu afrikanischen geht.

Besuch aus Afrika

Das gibt der Leiter einer Straßenkinderschule  Realschülern mit auf den Weg

Father Daniel Kiriti aus Kenia kommt zum zweiten Mal nach Geretsried. Bei seinem Besuch der Realschule fällt ihm sofort etwas ins Auge.

Geretsried – Seit sieben Jahren gibt es an der Geretsrieder Realschule die Schülerfirma KIPEPEO, zu Deutsch Schmetterling. Sie unterstützt Hilfsprojekte in Afrika. Eines davon ist eine Straßenkinderschule in Nakuru in Kenia. Der Priester Father Daniel Kiriti von der Stiftung „Empower the World Foundation“ leitet sie. Er stattete der Realschule kürzlich einen Besuch ab, um den Jugendlichen über seine Arbeit zu berichten und um sich für deren Engagement zu bedanken.

Als Kiriti die Schule betrat, fiel ihm gleich dasAfrika-Haus im Erdgeschoss ins Auge, in dem die Schülerfirma fair gehandelte Produkte verkauft. „Afrika ist ja nicht nur in Euren Köpfen. Es ist ja wirklich da“, sagte der Pater auf Englisch. In den gemütlichen Lerninseln ein Stockwerk höher erzählte er Fünft- und Sechstklässlern von seiner Schule. Sie werde hauptsächlich von Waisenkindern besucht, deren Eltern an Aids gestorben seien. Die Kinder würden dort ein warmes Mittagessen bekommen, was für sie ein guter Grund sei, regelmäßig zu kommen. Die Regierung könne nicht alle Schulen finanzieren, erklärte Kiriti. Deshalb gebe es zusätzlich Privatschulen wie die seine, die von Spenden lebe. Ein Schreibtisch koste umgerechnet 150 Euro. Bücher, das Essen und vor allem die Lehrer müssten bezahlt werden. „You are very lucky“ – „Ihr habt Glück“, sagte er, weil es in Deutschland selbstverständlich sei, dass es kostenlose Schulen mit entsprechendem Personal und Unterrichtsmaterial, mit sauberen Toiletten und einer Schulküche gebe.

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Umso erfreulicher sei es, wenn Schüler hierzulande an ärmere Kinder in Afrika denken und sie unterstützen. Vertreter der Schülerfirma überreichten Kiriti einen Scheck über 1000 Euro. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Welt ein bisschen fairer zu machen und dort zu unterstützen, wo Hilfe dringend nötig ist“, sagte Steffi Holzhauer, Leiterin der Schülerfirma. Ihre Kollegin Veronika Fiedler hatte auf einer Kenia-Reise vor 24 Jahren, nach ihrem Abitur, den Kontakt zu Kiriti hergestellt. 2005 hat er die Realschule bereits einmal besucht. Schon damals berichtete er von seiner Straßenkinderschule, wo eine neue Küche und ein Klassenzimmer benötigt wurden. Die Realschule hatte daraufhin bei einem Afrikatag Spenden gesammelt. Die Schüler unterstützen zudem kenianische Kinder in dem Dorf Kimilili, indem sie Patenschaften für sie übernehmen. „Wir sammeln jeden Monat einen Euro von jedem Schüler ein und schicken das Geld an unser Patenkind“, erzählte ein Fünftklässler.

An Father Kiriti hatten die Kinder viele Fragen. Sie wollten wissen, welche Fächer in Kenia unterrichtet würden – Antwort: Englisch, Swahili, Mathematik, Geschichte, Kunst, Hauswirtschaft und anderes – und ob die Kinder gerne in die Schule gingen. Ja, sie gingen sehr, sehr gerne zur Schule, sagte Kiriti.  

tal

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