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Denkwürdig: Frank Irnich, wegen einer Erkältung dick vermummt, an der Gedenkstätte für Scott Fischer. Der US-amerikanische Bergführer war 1996 bei der großen Tragödie am Everest mit acht Toten erfroren. 

Everest-Lhotse-Expedition 

Grippe-Virus legt Frank Irnich lahm

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Fiese Viren fühlen sich selbst am Fuße des Mount Everest wohl, insbesondere in Gesellschaft von Bergsteigern, deren Immunsystem in der dünnen, kalten Höhenluft auf Sparflamme fährt. Auch Frank Irnich hat’s erwischt.

Geretsried/Bad Heilbrunn – Eine fiebrige Erkältung zwang den 55-jährigen Bad Heilbrunner vom südlichen Everest-Basislager auf gut 5.350 Meter hinab ins auf 4.400 Meter hoch gelegene Dorf Dimboche. „Ich habe mich dort vier Tage erholt, viel geschlafen und Antibiotika genommen“, berichtet Irnich mit leicht belegter Stimme via Sprachnachricht.

Angesteckt hat sich der Physiotherapeut mit Praxis in Geretsried wohl nach seiner ersten Akklimatisierungsrunde mit Aufstieg ins Camp 3 auf 7.000 Meter. Er ärgert sich über die lasche Hygiene im Teamzelt des Veranstalters Seven Summit Treks (SST). „Die Hälfte der Bergsteiger dort ist erkältet. In den Ellbogen husten, den abgeschleckten Löffel nicht ins Honigglas stecken, keine gebrauchten Taschentücher auf dem Tisch liegen lassen – an solch banale Dinge hält sich dort trotzdem keiner.“

Von Arnold Coster, mit dem er in den vergangenen Jahren im Himalaja unterwegs war, kennt der gebürtige Rheinländer das nicht. Doch die kommerzielle Expedition des Niederländers steigt heuer erneut von der tibetanischen Nordseite auf den höchsten Berg der Welt. Das hat Irnich schon 2011 geschafft. Deshalb hat Coster den 55-Jährigen, der noch ein gültiges Permit vom vergangenen Jahr besitzt, an SST übergeben. Der Bad Heilbrunner bildet dort mit Lhakpa Tenji Sherpa eine Mini-Seilschaft innerhalb des Teams, nutzt aber die gesamte Infrastruktur des Veranstalters.

Mittlerweile ist Irnich ins Basecamp zurückgekehrt. Er möchte sich dort zwei, drei weitere Tage erholen, „in mich hineinhorchen, sehen wie’s mir geht und dann wieder auf 7.000 Meter aufsteigen. Man munkelt, dass bis dahin auch die Fixseile fertig am Berg liegen.“

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