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Aufenthaltsqualität soll der neu gestaltete Karl-Lederer-Platz bieten. Im Herbst 2019 soll er fertig sein.

Viele Projekte werden zeitgleich umgesetzt

Geretsried – die Großbaustelle: Ein Überblick

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Baukräne und Bagger, so weit das Auge reicht: In der größten Stadt im Landkreis wird zurzeit viel gebaut. Die Stadt und private Investoren setzen gleichzeitig verschiedene Großprojekte um. Ein Überblick.

Geretsried - 2018 erstreckte sich die Großbaustelle für die „Neue Mitte“ über den kompletten Karl-Lederer-Platz, 2019 wird sie größtenteils wieder verschwinden. Zunächst soll der Platz hübsch gemacht werden. Über die abschließende Entwurfsplanung der Oberflächengestaltung, die mit Bürgern erarbeitet wurde, entscheidet der Stadtrat im Januar.

Die Stadt plant, den Platz ab Anfang Mai in Abschnitten umzugestalten. Nach Auskunft der Verwaltung beginnen die Arbeiten voraussichtlich im östlichen Platzbereich. Das Bauende ist für Oktober, November 2019 vorgesehen. Parallel dazu wird der Kreuzungsbereich zur B11 provisorisch verändert. Hier soll eine Ampel den Verkehr abwickeln, bis die S-Bahn verlängert und die B11 verlegt ist.

Angrenzend wird seit 2017 an dem Wohn- und Geschäftshaus Centrum 20 gearbeitet. „Der Rohbau mit Fenstern und die Rohinstallationen sind fertig“, teilt Rainer Adamek vom Architekturbüro Adamek und Hölzl mit. Im Herbst sollen die Bauarbeiten soweit abgeschlossen sein, dass die Wohnungen im Spätherbst übergeben werden können. Daneben wird das Wohn- und Geschäftshaus PulsG errichtet. Bis zum fünften Obergeschoss steht es, das sechste folgt in diesem Jahr, berichtet Veronika Brand, im Bauunternehmen Krämmel zuständig für Marketing und Kommunikation. Die Fertigstellung des Gebäudes samt Tiefgarage ist für Ende 2019 vorgesehen.

Eisstadion

Die River Rats spielen aktuell ihre letzte Saison „oben ohne“. Im Hintergrund laufen die Planungen für die Überdachung des Heinz-Schneider-Eisstadions.

Nach zwölf Jahren kommt wieder ein Dach über die Eisfläche des Heinz-Schneider-Stadions.

Nach dem Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall mit tödlichen Folgen war Anfang 2006 aufgrund der Schneelasten auf dem Dach auch das Geretsrieder Stadion gesperrt worden. Ein Bolzen der Konstruktion war abgerissen. Eine Untersuchung zeigte, dass beim Bau vor 26 Jahren erheblich gepfuscht worden war. Das Dach wurde schließlich im Sommer für eine halbe Million Euro abgebaut.

Seitdem läuft der Eisbetrieb unter freiem Himmel. Die Pläne für eine Multisporthalle auf der Böhmwiese zerschlugen sich mit der Wirtschaftskrise 2009. Unter Bürgermeister Michael Müller entschied der Stadtrat, den Standort des Eisstadions beizubehalten und eine neue Halle über dem Stadionrund zu errichten. Das soll heuer geschehen. Aktuell prüft das Landratsamt den entsprechenden Bauantrag. Die Stadt erwartet die Genehmigung Anfang des Jahres. Die Montagearbeiten für das neue Bogendach sind für die Sommermonate geplant und sollen bis zum Beginn der Wintersaison abgeschlossen sein. Voraussichtliche Kosten: 6,4 Millionen Euro.

Das Untergeschoss des neuen Hallenbads an der Adalbert-Stifter-Straße steht.

Im April erfolgte der erste Spatenstich, jetzt ist bereits das Untergeschoss zu sehen: An der Adalbert-Stifter-Straße entsteht das interkommunale Hallenbad. Beckenumfassungen, Stützen und Zwischenwände sind betoniert, und die Untergeschossdecke kann fertiggestellt werden, teilt die Stadt mit. Spielt das Winterwetter mit, geht es zum Jahresbeginn mit den Funktionsbereichen im Erdgeschoss weiter. Die Dachkonstruktion der großen Badehalle soll Ende April aufgestellt werden. Läuft alles nach Plan, können die Badegäste im Frühjahr 2020 ihre ersten Bahnen ziehen.

In der Schwimmhalle entstehen ein Kinder-, ein Wettkampf-, ein Springer- und ein Lehrschwimmbecken. Bei den berechneten Kosten, die sich Geretsried mit Freistaat, Landkreis, Egling, Eurasburg, Münsing, Königsdorf, Icking, Dietramszell und Wolfratshausen teilt, bleibt es voraussichtlich nicht. Aufgrund der guten Baukonjunktur geht der Projektsteuerer inzwischen von einer Gesamtbausumme in Höhe von 16,37 Millionen Euro aus. Die Mehrkosten trägt die größte Stadt im Landkreis. Eine Sanierung des Bads an der Jahnstraße wäre nicht wirtschaftlich gewesen.

Ebenfalls interessant: Geretsrieder Hallenbad bekommt erstmal keine Sauna

Neben dem interkommunalen Hallenbad will die Stadt ein dreigeschossiges Parkdeck mit 180 Stellplätzen samt Aufzuganlage und Stromladestellen für 2,9 Millionen Euro bauen. Die Planungen haben laut Stadtverwaltung begonnen. Im ersten Quartal 2019 soll dem Stadtrat die Entwurfsplanung mit entsprechender Kostenberechnung und dann im Anschluss die Genehmigungsplanung vorgelegt werden.

Egerlandstraße

Das BGZ 2 im Entwurf: Ab November 2019 soll der Altbau an der Egerlandstraße einem Neubau weichen.

Hinter den meisten Fenstern des Wohnhauses an der Egerlandstraße 58 bis 74 herrscht Leere. Die verbliebenen 22 Wohnungsmieter und eine Gewerbemieterin werden heuer ebenfalls ausziehen. Am 2. November soll der Abbruch des Gebäudes aus den 1950er Jahren beginnen. Für die dringend notwendige Modernisierung eignet sich die Bausubstanz nicht. An dessen Stelle plant die Baugenossenschaft (BG) den Neubau von 90 Wohnungen samt Tiefgarage sowie Einzelhandel und Gastronomie im Erdgeschoss. Einige Mieter sind bereits in anderen Wohnungen der BG untergekommen, für die übrigen errichtet sie einen Ersatzbau in Form von drei Häusern an der Siebenbürger Straße. Dort soll der Rohbau laut Geschäftsführer Wolfgang Selig in den ersten Monaten des Jahres 2019 fertig werden, dann folgen die Ausbaugewerke. Bezugsfertig sind die Wohnungen dann im September, Oktober.

Leitenstraße

Die Leitenstraße wird im Ringschluss erweitert.

Um das alte und neue Gewerbegebiet in Gelting ringförmig zu erschließen, stellt die Stadt die Leitenstraße erstmalig her. Kosten: 1,5 Millionen Euro. Heuer wurden die Arbeiten an Fahrbahn, Kanal und Sparten auf der kompletten Länge von zirka 800 Metern durchgeführt. Der Einbau der Deckschicht erfolgt laut Rathaus ab dem zweiten Quartal 2019, wenn es die Witterung zulässt. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen auch die Arbeiten im Bereich der Gehwege und Böschung erfolgen. Die Leitenstraße wird in Abschnitten ausgebaut, um die Auswirkungen für die Anlieger möglichst gering zu halten.

Schwaigwaller Bach

Der Schwaigwaller Bach wird abgedichtet.

Mit dem Ausholzen der Trasse auf einer Länge von 1350 Metern und in einer Breite von 15 Metern begannen im Frühjahr 2018 die Arbeiten am Schwaigwaller Bach. Sein Bett wird von der Blumenstraße bis zur Isar mit Betonitmatten abgedichtet, damit er keinen Einfluss auf den Grundwasserspiegel im Blumenviertel nimmt. Eigentlich sollte die Maßnahme, die rund 500 000 Euro kostet, im Spätsommer abgeschlossen sein und der Bachlauf 2019 nur noch begrünt werden. Doch die Arbeiten sind unterbrochen. „Die Stadt Geretsried befindet sich hierzu momentan in Gesprächen mit dem Auftragnehmer, die Ergebnisse dazu werden allerdings erst im Januar 2019 erwartet“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Je nach Witterung wird mit einer Fertigstellung im Frühjahr 2019 gerechnet. Zwischen Böhmwiese und Blumenstraße wurde der Bach bereits abgedichtet.

Projekte in der Pipeline

Die Erweiterung und Sanierung der Adalbert-Stifter-Mittelschule wird die Stadt Geretsried in den nächsten Jahren beschäftigen. Die Planungen laufen: Entstehen soll ein Erweiterungsbau, damit im Anschluss die Sanierung des bestehenden Gebäudes erfolgen kann. Der Baubeginn für den Erweiterungsbau ist für Mitte 2020 geplant. Eine Baustelle ist für das Schulzentrum nichts Neues. Aktuell saniert der Landkreis das Gymnasium. . Auf dem 4,7 Hektar großen ehemaligen Lorenz-Areal soll ein neues Quartier mit 768 Wohnungen, Kindertagesstätte und Boarding-House entstehen. Noch bis 31. Januar liegt der Bebauungsplan für das neue Wohngebiet an der Banater Straße erneut aus. Die Änderung des Flächennutzungsplans hat der Stadtrat bereits bewilligt.

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Im Interview: Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller über Großprojekte – und seine Kandidatur 2020

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