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Die Firma Sieber hatte seit 1996 ihren Sitz in Geretsried.

Geschäftsführer gibt Erklärung ab

Großmetzgerei Sieber meldet Insolvenz an

Geretsried -  Aus und vorbei: Die Großmetzgerei Sieber hat nach dem Listerien-Skandal Insolvenz angemeldet. Um 11.30 Uhr gab Geschäftsführer Dietmar Schach eine persönliche Erklärung ab, die wir hier im Wortlaut veröffentlichen.

Die Erklärung von Geschäftsführer Dietmar Schach im Wortlaut: 

"Es ist Aus. Ich habe heute Vormittag beim Amtsgericht Bad Tölz-Wolfratshausen einen Insolvenzantrag gestellt. Bis zum Schluss habe ich um mein Unternehmen gekämpft und alles versucht, um – besonders die Arbeitsplätze für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die mir sehr am Herzen liegen, zu retten. Doch, ich habe den Kampf verloren. Sämtliche Möglichkeiten haben wir in Betracht gezogen. Doch den Einnahmeverlust von täglich rund 100.000 Euro – bedingt durch den Verkaufs- und Vertriebsstopp – konnten wir nicht mehr auffangen.

Ich möchte mich bei allen Menschen, die mir in diesen für mich unendlich schweren Stunden und Tagen beigestanden und die mir Mut zugesprochen haben, sehr bedanken. Besonders bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ganz besonders bei den drei Mitarbeiterinnen, die in den vergangenen Tagen die Hotline betreut haben. Sie haben trotz zahlreicher Beschimpfungen und Bedrohungen durchgehalten und haben immer zu mir und zum Unternehmen Sieber gestanden. Auch viele Kunden und Lieferanten haben mich angerufen und mir Mut zugesprochen. Ohne den Zuspruch dieser Menschen, hätte ich vermutlich schon letzte Woche aufgegeben.

Aber es gab auch das Gegenteil. So wurde unser dringender Wunsch nach einem „Runden Tisch“ mit allen Behörden, bei dem wir über die Zukunftsperspektiven des Unternehmens reden wollten, und an dem auch schon die Bank und andere Unternehmen ihre Teilnahme signalisierten, rigoros abgelehnt. Ich habe sehr viel Hoffnung auf diese Gesprächsrunde gesetzt, weil ich glaubte, hilfreiche Ratschläge zu erhalten, wie wir das Unternehmen fortführen können. Leider ließ man uns von Seiten der Politik allein. Und genauso wie man uns die Ergebnisse der weiteren Proben – für mich offensichtlich bewusst – vorenthalten hat. Das LGL hat am Freitagnachmittag die Medien informiert, aber man hat uns keine Information zukommen lassen. Es gibt bis heute noch kein Gutachten und es gibt bis heute noch keine Mitteilung an uns, über die genauen Probenergebnisse. Dies alles hat dazu geführt, dass ich gestern Abend entschieden habe, das Unternehmen nicht mehr weiterzuführen. Bevor Sie nachfragen, was ich künftig machen werde. Ich weiß es nicht. Dies wird die Zeit mit sich bringen und vor allem die noch folgenden gerichtlichen Auseinandersetzungen.

Danke sagen möchte ich an dieser Stelle an Bürgermeister Müller von der Stadt Geretsried, der uns zumindest angehört hat und auch an Landrat Niedermaier für seine stets offene und faire Art."

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