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Prima Klima: Sebastian Wohlrab (Mi.) und Elena Krippner haben mit Unterstützung von Informatik-Lehrer Stephan Baur eine Sensorbox zur Bestimmung des Raumklimas entwickelt. Der Mini-Computer Raspberry Pi in dem Kästchen im B ild überträgt die Daten aufs Laptop oder Smartphone, sodass mit einem Klick sofort erkannt werden kann, ob es zu warm, zu laut oder zu stickig im Klassenzimmer ist. 

Wettbewerb „Jugend forscht“ 

Gegen dicke Luft im Klassenzimmer

Diesen Mittwoch und Donnerstag heißt es Daumen drücken für die beiden angehenden Abiturienten Elena Krippner und Sebastian Wohlrab. Beim Regionalentscheid Voralpenland für die Wettbewerbe „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ wird sich entscheiden, ob die Geretsrieder Gymnasiasten in die nächste Runde kommen.

Geretsried 105 Teilnehmer werden nach Auskunft des Patenunternehmens Hoerbiger am 28. Februar und 1. März in Schongau einer Fachjury ihre Projekte präsentieren. Im Rahmen des Praxis (P)-Seminars Informatik unter der Leitung von Stephan Baur haben Elena Krippner (17) und Sebastian Wohlrab (19) eine Messbox zur Bestimmung des Raumklimas entwickelt.

Die zwei Tüftler haben in einen handlichen Kasten Sensoren für Temperatur, Lautstärke, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Sauerstoff- und Kohlendioxidkonzentration eingebaut und sie mit dem Mikrocontroller Raspberry Pi verknüpft und kalibriert. Zur Speicherung und Auswertung der Messwerte haben sie eine Datenbank eingebunden und ein Webinterface programmiert. Je nach Einstellung werden so jede Minute oder alle fünf Minuten auf der Website „Oxygen-Pi“ die Raumklimawerte angezeigt. Sackt etwa die Sauerstoff-Kurve deutlich ab, ist es höchste Zeit, die Fenster des Klassenzimmers zu öffnen und einmal ordentlich durchzulüften. Teilweise konnten Elena und Sebastian im Unterricht an ihrem Gerät basteln, teilweise trafen sie sich nachmittags dafür. Elena war schwerpunktmäßig für das Kalibrieren verantwortlich, Sebastian fürs Programmieren. Dass ihr Sensor sehr genau misst, haben die „Jugend forscht“-Teilnehmer mit einem professionellen Messkoffer der Technischen Universität München herausgefunden. Sie haben sich das rund 2.000 Euro teure Gerät, das an der Uni und in großen Unternehmen eingesetzt wird, ausgeliehen, um Vergleichswerte zu erhalten. „Unser Köfferchen mit 226 Euro Materialwert hat nahezu dieselben Ergebnisse geliefert wie der Uni-Messkoffer“, berichtet Elena. Laut ihrem Lehrer Stephan Baur könnte die Konstruktion der beiden Q12-Schüler ohne Weiteres in Produktion gehen.

Die Zwei sind jetzt gespannt auf den Regionalentscheid in Schongau. Dort werden sie auf Mitschüler treffen, die ebenfalls interessante und innovative Arbeiten in den Fachgebieten Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik vorstellen werden. Jeder Teilnehmer wird seine Erfindung in etwa zehn Minuten einer Jury aus Wirtschaftsvertretern, Physikern und anderen Fachleuten präsentieren und anschließend Fragen beantworten.

„Die Jugendlichen schaffen es immer wieder, ihre Arbeiten nicht nur logisch, sondern auch sehr kreativ zu gestalten, sagt Kerstin Giebel, Patenbeauftragte von „Jugend forscht“ bei Hoerbiger. Die Projekte im Regionalentscheid würden zeigen, dass es im Voralpenland zahlreiche begabte Nachwuchskräfte in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik gebe.

Der Direktor des Geretsrieder Gymnasiums, Dr. Hermann Deger, ist Stephan Baur zufolge mächtig stolz auf Elena Krippner und Sebastian Wohlrab. „Er rechnet sich Chancen für ein Weiterkommen der beiden aus“, sagt Baur. Der Mathematik-, Physik- und Informatiklehrer selbst ist ebenfalls überzeugt davon, dass seine Schützlinge gut abschneiden werden.

„So oder so hat uns die Aufgabe Spaß gemacht“, sagen die Technikfreaks. Ihr Raspberry-Pi-gestütztes Messgerät wird auf alle Fälle am Gymnasium Anwendung finden damit dicke Luft im Klassenzimmer keine Chance hat.

Tanja Lühr

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