Die Bläserklasse präsentiert sich zum Beispiel auf den alljährlichen Weihnachtskonzerten.

Instrumente stellt die Schule

Gymnasium bietet seit fünf Jahren eine Bläserklasse an – Angebot ist gefragt

Am Gymnasium Geretsried gibt es seit fünf Jahren eine Bläserklasse. Besonders ein Instrument ist bei den Schülern beliebt.

Geretsried – Zur Trompete haben die meisten Kinder ein Bild und einen Klang im Kopf, auch das Saxophon und die Querflöte sind keine unbekannten Instrumente. Dass die beiden letzteren trotz ihres Materials zu den Holzblasinstrumenten zählen und es beim Blech auch das Euphonium gibt, wissen schon deutlich weniger Schüler. Am Gymnasium Geretsried erhält man dieses Wissen nicht nur in der Theorie, sondern kann als Teilnehmer der Bläserklasse auch selbst musikalisch aktiv werden. Ein Konzept, das sich nach fünf Jahren mehr als etabliert hat.

Alfred Menzinger leitet die Bläserklasse.

Alfred Menzinger, der selbst Posaune studiert und die Bläserklasse ins Leben gerufen hat, ist mit der Entwicklung sehr zufrieden. „Das Interesse war in der ersten Zeit noch verhalten, aber seit es Resultate zu sehen gibt, zum Beispiel bei unseren Konzerten am Info-Abend, ist die Sache ein Selbstläufer.“ Zu Beginn des Schuljahres dürfen alle Fünftklässler, die sich für die Bläserklasse angemeldet haben, die verschiedenen Instrumente ausprobieren. Danach geben sie drei Wünsche an. „Ich habe mich schon oft gefragt, was passiert, wenn auf allen Zetteln das Gleiche steht, aber irgendwie hat es bisher immer gepasst“, berichtet der Musiklehrer. Eine Tendenz zeichnet sich allerdings schon ab: „Besonders beliebt war in den vergangenen Jahren das Saxophon.“

Die Besetzung des Blasorchesters ist von der Fachschaft vorgegeben und das aus gutem Grund: „Man sieht und hört oft zusammengewürfelte Orchester, bei denen der Leiter aus zwölf Klarinetten und zehn Flöten mehr schlecht als recht ein Arrangement improvisieren muss.“ In Geretsried werden die angemeldeten Schüler auf die Instrumente verteilt, was die Auswahl der Literatur deutlich einfacher macht. „So müssen wir keine ,Notstücke‘ zusammenwürfeln, sondern können ein brauchbares und wohlklingendes Programm aufbauen, das von der Klassik bis zu Latin und Rock reicht“, erklärt der 43-Jährige.

Die Instrumente stellt das Gymnasium zur Verfügung. „Mittels Spenden war es uns möglich, einen Satz Blasinstrumente zu kaufen“, sagt der Musiklehrer. Gegen eine Ausleihgebühr dürfen die Schüler sie nutzen. Ein sinnvolles Angebot, das den Eltern in der Anfangszeit, die vielleicht auch dem Ausprobieren dient, eine teure Anschaffung erspart. „Im Mietpreis ist auch die Versicherung enthalten, ein beruhigender Gedanke für viele Mütter und Väter“, bemerkt der Initiator der Bläserklasse augenzwinkernd.

Die Bläserklasse spielt zwei Schulstunden pro Woche zusammen und ersetzt damit den regulären Musikunterricht. „Natürlich behandeln auch wir die Musiktheorie, sie stellt nun mal die Basis des Musizierens dar“, informiert Menzinger. Die unmittelbare Verknüpfung mit der Praxis sorge aber für ein besseres Verstehen der Zusammenhänge. Einmal pro Woche erhalten die Fünft- und Sechstklässler zusätzlich Unterricht an der Musikschule gegenüber. „Das ist praktisch, die Kinder haben keinen langen Weg, sondern gehen nachmittags einfach über den Hof“, merkt der Gymnasiallehrer an. Dabei sind die Schüler nach Instrument aufgeteilt und können an Technik und Gestaltung feilen.

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Damit die Nachwuchsmusiker ihre erarbeiteten Stücke auch standesgemäß präsentieren können, dürfen sie bei den drei Konzertterminen des Schuljahres auf der Bühne stehen. „Bei uns gibt es jedes Jahr Weihnachts-, Frühjahrs- und Sommerkonzerte“, zählt der 43-Jährige auf. „Das motiviert zum Üben und belohnt die Schüler mit Anerkennung aus den Zuhörerreihen.“ Nach der sechsten Klasse ist es möglich, ins Schulorchester oder die BigBand zu wechseln und die musikalische Tätigkeit dort fortzuführen.

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Um das Gemeinschaftsgefühl des Blasorchesters zu stärken, besuchen die Teilnehmer auch im restlichen Schulunterricht dieselbe Klasse. Die Rückmeldung der Lehrer zu diesen Klassengemeinschaften sind erstaunlich, wie Menzinger berichtet. „Ich höre oft, dass die Bläserklassen besonders sind, vor allem darin, wie sie miteinander umgehen.“ Das gemeinsame Musizieren verbindet die Klassenkameraden, auch über die Probenzeiten und Auftritte hinaus.

Info-Abend

Für die Bläserklasse 2019 bis 2021 veranstaltet die Musikschule einen Info-Abend mit Instrumente-Ausprobieren. Er geht am Mittwoch, 26. Juni, von 18 bis 19 Uhr. Durch den Abend führt Alfred Menzinger.

Leonora Mitreuter

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