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„Die Welt der Frau“: Die zum Teil verstörende Ausstellung der Bilder von Doaa El-Adl ist zur Zeit im Hinterhalt zu sehen. 

Aus Anlass des Weltfrauentags

Der Hinterhalt feiert „Heldinnen des Ungehorsams“

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Der Kulturverein Isar-Loisach sowie der Historische Verein haben anlässlich des Weltfrauentags gemeinsame Sache gemacht. Gezeigt werden Bilder der Ägypterin Doaa El-Adl.

Gelting – „Mit so vielen Besucherinnen und Besuchern hätten wir nie gerechnet“, gestand Assunta Tammelleo. Die Vorsitzende des Kulturvereins Isar-Loisach (KIL), der zum fünften Mal gemeinsam mit dem Historischen Verein Wolfratshausen eine Veranstaltung zum Weltfrauentag organisierte, eröffnete den fast vierstündigen Abend in der ausverkauften Kulturbühne Hinterhalt mit einer Ausstellung der ägyptischen Karikaturistin Doaa El-Adl.

„Die Welt der Frau“ entstand in der „Schule des Ungehorsams“ des berühmten Linzer Künstlers Gerhard Haderer. Tammelleo transportierte die zum Teil verstörenden Zeichnungen über sexuellen Missbrauch und häusliche Gewalt eigenhändig mit ihrem Auto von Linz nach Gelting. Den Weg von Oberösterreich in die Kulturbühne fanden auch Christoph Haderer, Sohn von Gerhard Haderer und Leiter der „Schule des Ungehorsams“, sowie seine Frau Julia. „Doaa El-Adl ist für uns eine Heldin des Ungehorsams“, sagte Haderer. Denn die Karikaturistin gehe das hohe Risiko ein, von einer repressiven Regierung inhaftiert zu werden. „Gewalt gegen Frauen gibt es aber nicht nur in Ägypten, das ist ein weltweites Problem“, betonte der Linzer. Nach diesem berührenden Programmauftakt lockerte das gemischt männlich-weibliche Saxofon-Quartett „Saxema“ mit Evergreens aus den 1920er und 1930er Jahren die Stimmung im ausverkauften Hinterhalt auf.

Vier Schirmherrinnen auf der Bühne

Der Vorsitzenden des Historischen Vereins, Dr. Sybille Krafft, war es dann vorbehalten, gleich vier Schirmherrinnen der Veranstaltung auf die Bühne zu bitten. Im Rahmen eines Speed-Datings verrieten die beiden Ickinger Bürgermeisterkandidatinnen Dr. Beatrice Wagner und Cornelia Zechmeister sowie die Geretsrieder Bewerberin Martina Raschke und die Eurasburger Kandidatin Carola Belloni, was ihnen zum Thema Gleichberechtigung einfällt. Raschke zitierte die katholische Frauenrechtlerin Helene Weber mit deren Aussage, „der reine Männerstaat ist das Verderben der Völker“. Einen ähnlich kämpferischen Spruch wählte Zechmeister, die zwei Sätze der einstigen britischen Premierministerin Margaret Thatcher wiedergab: „Wenn Sie in der Politik etwas gesagt haben wollen, wenden Sie sich an einen Mann. Wenn Sie etwas getan haben wollen, wenden Sie sich an eine Frau“. Die Ickingerin Wagner und die Eurasburgerin Carola Belloni warben dafür, strikte Grenzen aufzulösen. „Irgendwann einmal werden wir keinen Weltfrauentag mehr benötigen, weil wir alle gleichberechtigt sind“, hofft Belloni.

Lesen Sie auch: Der Hinterhalt bleibt erhalten 

Vor der Aufführung des von Regisseur Oliver Storz inszenierten Nachkriegsdramas „Drei Schwestern made in Germany“ hatte dessen Witwe Jutta das Wort. Im Interview mit Hannelore Greiner sprach sie über ihre Zeit als Sekretärin bei der amerikanischen Militärverwaltung in Schwäbisch Hall. „Damals gab es kaum Lebensmittel, kein Theater, nur ein wenig Kino“, berichtete Storz. Der danach aufgeführte Film von 2005 ließ all diese Erinnerungen wieder wach werden.

Info

Die Ausstellung „Die Welt der Frau“ ist bis zum 22. März kostenlos im Nebenraum der Kulturbühne Hinterhalt zu sehen. Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr sowie Freitag, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

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