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Stieß weltweit auf positive Resonanz: das erste Hinterhalt-Livestream-Konzert der Carolin Roth Blues Band.

Zuschauer sogar in Ecuador

Hinterhalt streamt Konzert der Carolin Roth Blues Band

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Die Kulturbühne Hinterhalt hat kürzlich ein Konzert live im Internet übertragen - eine Konzertpremiere, um genau zu sein. Die Resonanz war riesig. 

Gelting – Die Nervosität war allen Beteiligten anzumerken. Kurzfristig entschied sich der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) am Freitag, erstmals in der 29-jährigen Geschichte der Kulturbühne Hinterbühne ein Konzert live ins Internet zu übertragen.

Zwar glückte ein ähnliches Experiment schon vor einigen Wochen bei einer Lesung des Psychotherapeuten Dr. Pablo Hagemeyer. Doch diesmal war der Aufwand höher und die technische Umsetzung erheblich schwieriger. „Wir mussten improvisieren“, gestand Thorsten Thane. Der Filmproduzent organisierte zusammen mit dem Tontechniker Hendrik Noeller den Aufbau. Als sich herausstellte, dass das eigene Equipment für eine hochwertige Übertragung ins Internet nicht ausreichte, half die Firma Infoteq aus. Das im selben Gebäude ansässige IT-Unternehmen ließ ein leistungsstarkes Kabel in die Kellerbühne verlegen, sodass einer gestochen scharfen Konzertübertragung nichts mehr im Wege stand.

Lesen Sie auch: So lief der Hagemeyer-Livestream aus dem Hinterhalt

Für die Münchner Gesangslehrerin und Musikerin Carolin Roth war das ungewohnte Ambiente zunächst eine Herausforderung. „Das war mein erstes Internet-Livestream-Konzert“, gestand sie auf Nachfrage unserer Zeitung. Statt Publikum sah sie nur leere Stühle und von Kerzenlicht erleuchtete Tische. Unterstützt von dem Jazzpianisten Balthasar Hechenbichler, dem Bassisten Uli Lehmann, Drummerin Sophie Sperber und dem Gitarristen Frank Schimann kam die facettenreiche Stimme der Sängerin so fast noch besser zur Geltung. Ob Evergreens wie „Ain’t no sunshine“ von Bill Withers, „Spooky“ von Dusty Springfield oder die Gänsehaut-Pianoversion des einst von der Band Nirvana performten Hits „Smells like teen spirit“ – die kreative Interpretation dieser Songs hätte eine ausverkaufte Kulturbühne verdient gehabt.

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Die starke Resonanz auf dem Internet-Kanal Youtube war für die Band und die Veranstalter mehr als nur ein Trost. Bereits während des Konzerts gingen 17 Spenden über einen eigens eingerichteten PayPal-Button ein. Sogar aus dem südamerikanischen Staat Ecuador postete ein Zuhörer einen begeisterten Kommentar. Für KIL-Vorsitzende Assunta Tammelleo ein Ansporn, das Livestream-Konzept zumindest vorübergehend mit der Veranstaltung von weiteren Konzerten und Lesungen fortzuführen. „Wenn das Coronavirus einmal nicht mehr die Oberherrschaft über unser Leben hat, dann feiern und tanzen wir nicht nur am Bildschirm“, verspricht sie. 

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