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Die Intensität der Bebauung, die am Lorenz-Areal geplant ist, missfällt manchem Bürger. 

SPD diskutiert über Lorenz-Areal 

Erneut hitzige Debatte um Verdichtung 

Die Aussagen von Reinhold Krämmel, Bauunternehmer und Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, zum Thema Verdichtung haben einige Bürger erzürnt. Beim SPD-Stadtgespräch fielen deutliche Worte.

Geretsried – Wird in Geretsried zu viel gebaut? Darüber diskutierten sechs Geretsrieder SPD-Mitglieder mit Gast Heinz Wensauer aus Wolfratshausen am Sonntag beim Stadtgespräch im Café Waldmann. Ihn habe es „aus den Angeln gehoben“, als er am Wochenende in unserer Zeitung las, dass nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) ein Flächenfraß im Landkreis nicht existiert. Etwa 14 Fußballfelder Fläche würden in Bayern täglich verbaut, in Geretsried werde auf dem ehemaligen Lorenz-Areal eine Siedlung mit 700 Wohnungen aus dem Boden gestampft. „Da muss ich als Bürger doch auf die Barrikaden gehen“, sagte Wensauer. Die IHK solle lieber dafür sorgen, dass sich in anderen, strukturschwachen Gegenden Bayerns Gewerbe und somit auch Wohnen ansiedelten, anstatt den ohnehin dicht bebauten Münchner Speckgürtel noch mehr zuzupflastern.

Zweiter Bürgermeister und SPD-Fraktionschef Hans Hopfner gab Wensauer zum Teil Recht. Mehr Grund als im Moment geplant sollte in Geretsried mittelfristig nicht versiegelt werden, sagte er. Die Stadt habe im Moment zwei Entwicklungsmöglichkeiten: das Lorenz-Areal und die städtische Böhmwiese, auf der neben der S-Bahn-Station und Geschäften auch Wohnungen entstehen sollen. „Andere landwirtschaftliche Flächen wird der Stadtrat im neuen Flächennutzungsplan nicht als Bauland ausweisen“, sagte Hopfner. Stadtrat Wolfgang Werner ergänzte, dass man im Flächennutzungsplan jedoch den Verkehr berücksichtigen müsse: „Eine Umgehungsstraße für Gelting wird sicher ein Thema sein, wenn die S7-Verlängerung kommt.“ Werner wie Hopfner begrüßen den Bau von Tiefgaragen und Parkdecks, wie sie etwa im Zentrum und am interkommunalen Hallenbad vorgesehen sind, um möglichst wenig Fläche für Parkplätze zu verbrauchen.

Einig war man sich beim Stadtgespräch, dass der von Bürgermeister Michael Müller (CSU) eingeschlagene Weg der Bürgerbeteiligung der richtige sei. Hopfner sagte zwar, die Reihe „Dialog direkt“ sei weniger gut angenommen worden als erwartet. Am „Tag der Städtebauförderung“ am Samstag habe noch weniger Interesse bestanden. Doch man müsse solche Angebote trotzdem immer wieder machen. „Wir dürfen da nicht locker lassen“, pflichtete Stadträtin Edith Peter bei.

Heinz Wensauer, der sich in seiner Heimatstadt stark einbringt, sprach von einer „Holschuld“ der Bürger, nicht nur von einer „Bringschuld“ der Kommunen. Informationen über aktuelle Entwicklungen würden jedermann in Form von Zeitungen sowie im Internet zur Verfügung stehen. „Hinterher meckern und sagen, davon habe er gar nichts gewusst, braucht heute keiner mehr.“ Tanja Lühr

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