Das Dach des Rathauses soll energetisch saniert werden. Bei der Gelegenheit könnten zusätzliche Büros entstehen. Der nötige Platz würde durch Dachgauben entstehen, Oberlichte sorgen für Helligkeit. Visualisierung: architekturbüro Seemayer
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Das Dach des Rathauses soll energetisch saniert werden. Bei der Gelegenheit könnten zusätzliche Büros entstehen. Der nötige Platz würde durch Dachgauben entstehen, Oberlichte sorgen für Helligkeit.

Alles unter einem Dach

Verwaltung wächst: Im Obergeschoss des Rathauses sollen zusätzliche Büros entstehen

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
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Das Dach des Rathauses muss energetisch saniert werden. Bei der Gelegenheit sollen dort zusätzliche Arbeitsplätze entstehen - die bräuchte die Verwaltung dringend.

Geretsried – Von der Verwaltung einer Kommune erwartet der Bürger immer mehr. „Wir sind ein modernes Dienstleistungsunternehmen geworden“, sagte Bürgermeister Michael Müller jüngst im Stadtrat. Seine Aufgabe sei es, die Stadt nicht nur zu verwalten, sondern zu gestalten, so der Rathauschef. „Dazu braucht es ein effizientes Team.“ Dieses Team wächst aufgrund der Mehraufgaben im Rathaus immer weiter. Das Gebäude ist am Rande seiner Kapazitäten.

„Allein dieses Jahr sind zwölf zusätzliche Einzelarbeitsplätze angemeldet worden“, erklärte Christoph Otawa vom Bauamt in der Sitzung. Aus diesem Grund wolle man eine Idee aus dem Jahr 2013 wieder aufgreifen und Platz für weitere Schreibtische im Obergeschoss des Rathauses schaffen. Das Dach müsse ohnehin saniert werden. „Es ist undicht und muss bei Schneefall geräumt werden“, ergänzte die zuständige Architektin Luise Seemayer aus Königsdorf. Allerdings: Das Rathaus steht unter Denkmalschutz. Vor sieben Jahren hatte Seemayer vorgeschlagen, das Dach anzuheben, um die nötige Raumhöhe für Büros zu erreichen. Doch „das Denkmalamt war dagegen“, so die Architektin. Stattdessen seien Dachgauben und eine geringfügige Erhöhung vorgeschlagen worden. Zusätzlich plant Seemayer Oberlichte. Sie denke, dass dieser Entwurf positiv beschieden werde, erklärte die Planerin auf Nachfrage von Andreas Rottmüller (CSU).

Die Dachkonstruktion müsste laut Seemayer erneuert werden, und eine Brandwand zum Bereich des Sitzungssaals sei nötig. Dort, wo früher das Heimatmuseum untergebracht war, wäre dank der Dachgauben Platz für 25 Arbeitsplätze in zwei voneinander getrennten Großraumbüros. Zusätzlich sollen ein Einzelbüro und eine Teeküche entstehen. Seemayer stellte in der Sitzung weitere Optionen vor, bei denen es weitere Trennwände oder noch einen Besprechungsraum geben würde. „Wir würden aber Variante 1 favorisieren“, erklärte Bürgermeister Müller.

Die Kosten für die Baumaßnahme – die energetische Sanierung wäre förderfähig – schätzt die Architektin auf 1,48 Millionen Euro. Eine statische und energetische Sanierung ohne neue Büros wäre „vielleicht 400 000 oder 500 000 Euro günstiger. Aber dann hätten Sie 300 Quadratmeter ungenutzte Fläche“, so Seemayer.

Dr. Detlev Ringer von den Grünen lobte die geplante Verwendung von Holzfaser. Dr. Elmar Immertreu (Geretsrieder Liste) wünschte sich eine Photovoltaikanlage. Sein Fraktionskollege Patrik Kohlert fragte: „Wenn der Trend zum Homeoffice weiterhin bleibt, wären nicht mehr Besprechungsräume sinnvoll?“ Mit dem Personalrat werde gerade eine Homeoffice-Vereinbarung ausgehandelt, man sei aber dennoch für Variante 1, antwortete Müller. Der Stadtrat beschloss einstimmig, das Architekturbüro Seemayer mit der Genehmigungsplanung zu beauftragen.

sw

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