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Ausgeflogen: Die Königin (mit der Nummer 55) hat sich aus dem Staub gemacht. 

Serie: Vom Nektar zum Honig - Teil 4

Imkerin erklärt: Das bringt Bienen in Schwarmstimmung

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Die Welt der Bienen ist faszinierend. Imkerin Susanne Karner aus Gelting erklärt, was die Insekten in Schwarmstimmung bringt.

Gelting – Am Eingang zum Kasten herrscht reger Flugverkehr, die Tiere tragen reichlich Pollen ein, und die ersten Drohnen fliegen ein und aus. Die Arbeiterinnen im Bienenstock haben sogenannte Weiselzellen gebaut – besondere Zellen, in denen Jungköniginnen herangezogen werden können. All das können Hinweise darauf sein, dass sich die alte Königin mit einem Teil ihres Hofstaats absetzen möchte.

Susanne Karner ist seit 2017 Imkerin.

„Das Schwärmen ist ein ganz normales Verhalten und die natürliche Vermehrung von Bienen“, erklärt die Geltingerin Karner. Die Völker einfach schwärmen zu lassen, sei allerdings nicht sinnvoll. „Viele dieser Schwärme werden nicht gefunden. Wenn sie keine geeignete Behausung finden, wie zum Beispiel einen hohlen Baum, dann gehen sie jämmerlich ein.“ Dort könnten sie nicht gegen Krankheiten wie die schädigende Varroamilbe behandelt werden. „Ohne imkerliche Betreuung ist die Honigbiene nicht mehr überlebensfähig.“ Deshalb ist es laut Karner wichtig, die Völker zu kontrollieren und diese, falls notwendig, zu teilen oder Ableger zu bilden.

Gespannt blickte Karner in den vergangenen Tagen immer wieder in ihre beiden Kästen – und übersah dabei einen wichtigen Hinweis. „Ich muss zugeben, dass ich die ersten Weiselzellen schlichtweg nicht bemerkt habe.“ Sie seien ganz unten am Rand einer Wabe und sehr klein gewesen, „nicht mal halb so groß wie der Nagel meines kleinen Fingers“. Die Folge: Die Königin, erkennbar an ihrer Größe und einem runden Plättchen mit einer Nummer darauf, machte sich mit einem Bienenschwarm davon. „Das ging innerhalb von fünf Minuten. Der Garten war voll mit Bienen – und dann waren sie plötzlich weg.“ Leider konnte die 46-Jährige keine Schwarmtraube entdecken, um ihre Tiere wieder einzufangen. Die Bienen waren einfach fort. Wohin sie ausgeflogen sind, weiß Karner nicht. „Das ist natürlich schade“, meint die Biologin. „Aber das Leben im Stock geht auch ohne die alte Königin weiter. Ihren Platz hat bereits eine ihrer Töchter eingenommen.“

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Karners zweites Volk war ebenfalls in Schwarmstimmung. „Aber ich war mir nicht ganz sicher, ob die Bienen tatsächlich schwärmen wollen. Deshalb habe ich das Volk geteilt.“ Einen Teil behielt seine Königin, der andere wartet noch auf ein neues Oberhaupt, das erst noch schlüpfen muss. „Das ist schon spannend“, sagt Karner. Damit aus einer Jungkönigin eine Eier legende Bienenkönigin wird, muss sie sich auf dem Jungfernflug von einem Männchen begatten lassen. „Das sollte zwei Wochen nach dem Schlüpfen der Fall sein.“

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Wenn alles klappt, hat also auch der Ableger bald wieder eine Königin. Doch noch hadert Karner mit der aktuellen Wetterlage. „Es ist zu kalt für die Bienen. Ich hoffe, dass das Wetter bald wärmer und sonniger wird.“ Dann können die Bienen fleißig Nektar sammeln. Eine erste Honigernte wäre dann vielleicht schon im Juni möglich.

nej

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