Frank Meinert (li.), Chef des Geretsrieder Imkervereins, und der Kreisvorsitzende Erich Holzer vor dem Lehrbienenstand an der B11.
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Mehr Platz für die Bienenfreunde: Frank Meinert (li.), Chef des Geretsrieder Imkervereins, und der Kreisvorsitzende Erich Holzer vor dem Lehrbienenstand an der B11.

Bienenschutz liegt im Trend

Geretsried: Imkerverein erweitert seinen Lehrbienenstand und hofft auf weitere Spenden

Der Geretsrieder Imkerverein vergrößert seinen Lehrbienenstand. Rund 500 Stunden Arbeit steckten die Mitglieder bislang in den Erweiterungsbau.

Geretsried – Der Schutz der (Wild-)Bienen und auch die Imkerei liegen im Trend. Das bekommt der Imkerverein Geretsried stark zu spüren. Die Mitgliederzahlen steigen stetig, das Interesse von Kindergärten, Schulen und anderen Gruppen an Führungen ist riesig. Deshalb erweitert der Verein gerade seinen Lehrbienenstand mit Schulungsraum in Buchberg.

215 Mitglieder zählt der Verein

„Etwa 50 Jungimker aus dem Landkreis bilden wir zur Zeit aus“, sagt der Vereinsvorsitzende Frank Meinert bei einem Treffen mit unserer Zeitung auf dem Gelände direkt an der B11. Bei dem Nachwuchs handle es sich um Männer wie Frauen, um junge wie ältere Menschen. Besonders stark repräsentiert sei die Altersgruppe zwischen 40 und 55 Jahren. Im Moment fänden die Aus- und Fortbildungen sowie die Monatsversammlungen für die 215 Mitglieder aus dem Landkreis und den Nachbarlandkreisen coronabedingt zwar überwiegend virtuell statt, sagt Meinert. Doch nach der Pandemie würden die Bienenzüchter in ihrem neuen Gebäude gerne wieder live loslegen.

Das Imkern sei kein Hobby, für das man sich mal eben einen Bienenstock und ein Volk zulege und dann „die Natur machen lässt“, betont der Kreisvorsitzende der Imker, Erich Holzer, der ebenfalls zu dem Treffen gekommen ist, und der die Geretsrieder mit Rat und Tat beim Neubau unterstützt. Es gebe vieles zu beachten bei der Anschaffung der Beuten, wie die Bienenstöcke in der Fachsprache heißen, und bei der übrigen Ausrüstung. Jeder trage eine große Verantwortung für seine Tiere, was artgerechte Haltung, Hygiene, Krankheiten und Honigentnahme angehe. Nur durch viele Vorträge und Fortbildungen sowie durch langjährige Erfahrung werde man ein guter Imker. Und dafür macht sich der 1953 gegründete Imkerverein Geretsried stark. „Zu unseren Kursen kommen Teilnehmer bis aus Passau und Regensburg“, erzählt Frank Meinert. Sie alle sollen künftig die optimalen Rahmenbedingungen vorfinden.

Viel Eigenleistung: Rund 500 Stunden Arbeit steckten die Mitglieder bislang in den Erweiterungsbau.

Der 1986 gebaute Lehrbienenstand ist mittlerweile zu klein geworden und nicht mehr zeitgemäß ausgestattet. Deshalb sind die Mitglieder dabei, mit enormer Eigenleistung – bisher an die 500 Arbeitsstunden – einen Erweiterungsbau zu erstellen, der sich L-förmig ans bestehende Vereinshaus anschließt. Dieses wurde von Grund auf renoviert. Dort sind eine kleine Küche und die sanitären Anlagen untergebracht. Der Neubau mit großer Wandfläche zum Projizieren von Bildern und Texten ist sechs mal zwölf Meter groß und komplett aus Holz errichtet.

Auf ökologische Bauweise wird geachtet

Klar, dass die Umweltschützer auch bei der Isolierung, bei der Inneneinrichtung und den Außenanlagen auf eine ökologische Bauweise achten. Die Barrierefreiheit berücksichtigten sie ebenfalls. Die fünf Bienenvölker auf dem Grundstück wurden für die Zeit der Bauarbeiten ausgelagert. Der Lärm und die vielen Menschen hätten sie gestört. Vorerst nichts verändert wird an dem Nebengebäude mit Lagerraum, in dem unter anderem eine Honigschleuder für alle Vereinsmitglieder ohne eigene Maschine steht.

Der Neubau wird die Bienenfreunde rund 70 000 Euro kosten, wie Meinert berichtet. 16 000 Euro konnten sie aus dem Vereinsguthaben bezahlen. Eine Crowdfunding-Aktion bei der Raiffeisenbank Isar-Loisachtal brachte 6350 Euro ein. Weitere Spenden von Mitgliedern, Sponsoren und Förderern sowie den Kommunen Geretsried, Wolfratshausen und Königsdorf gingen ein, die Imker benötigen jedoch noch mehr Geld. Im Herbst soll der neue Lehrbienenstand fertig sein. Frank Meinert hofft, dass die Pandemie bis dahin unter Kontrolle ist und der Verein eine schöne Einweihungsfeier veranstalten kann.

Spendenkonto

Wer die Imker unterstützen möchte, kann spenden auf das Konto der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen IBAN: DE 20 700 543 06 00 11 24 96 04 oder auf das Konto der Raiffeisenbank Isar Loisachtal IBAN: DE 70 701 695 43 00 02 61 18 72.

Tanja Lühr

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