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In 120 Tagen um die Welt: Irmers berichten über ihre besondere Schiffsreise

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Cornelia und Klemens Irmer erlebten auf ihrer Weltreise unvergessliche Momente, die sie nun in Vorträgen mit anderen teilen. © Privat

Vier Monate reisten Cornelia und Klemens Irmer mit einem Schiff durch die Welt. Über ihre Erlebnisse und unvergessliche Momente berichtet das Ehepaar jetzt in Vorträgen.

Geretsried – Cornelia und Klemens Irmer reisen gerne. Irgendwann hielt die Altbürgermeisterin mal wieder einen Katalog in Händen. Nachdem ihn auch ihr Ehemann durchgeblättert hatte, meinte er: „Das Einzige, was mich interessiert, ist hier auf der letzten Seite die Weltreise.“ Seine Frau schaute ihn fragend an: „dein Ernst?“ Da konnte der 78-jährige Diakon im Ruhestand nicht mehr aus, und so kam es, dass die beiden auf große Fahrt gingen.

Geretsried: Cornelia und Klemens Irmer reisten vier Monate durch die Welt

Mit dem Kreuzfahrtschiff MS Columbia brachen sie im Januar 2019 auf zu einer viermonatigen Tour. Beginnend in Amsterdam ging es über Lissabon und Madeira weiter in die Karibik, nach Kolumbien, Panama, Französisch Polynesien, dann nach Neuseeland, Australien und Asien und zurück über Ägypten, Jordanien, Athen, Malta und London bis Amsterdam. „Ein bisschen Verrücktheit gehört zum Leben“, leitete Cornelia Irmer (69) lachend den Diavortrag „In 120 Tagen um die Welt“ ein, den sie kürzlich zusammen mit ihrem Mann im Rahmen des „Forums Geretsried“ des Kreisbildungswerks im katholischen Pfarrzentrum Heilige Familie vor großem Publikum hielt.

Von Amsterdam über Madeira, Kolumbien, Panama bis nach Australien 

1200 Passagiere und 400 Crewmitglieder fasst das Schiff einer englischen Reederei. Mehrere Restaurants, Bars, ein Pool, Fitnessräume, Vorträge, kreative Angebote und jeden Abend ein Unterhaltungsprogramm versüßen den Gästen die Tage auf See. Wenngleich die Landgänge für die vielseitig interessierten Irmers natürlich die Höhepunkte der Reise bildeten, langweilten sie sich auch an Bord nicht.

„In Nullkommanix waren wir vom wunderschönen Lissabon und von Madeira aus in der Karibik“, erzählte Cornelia Irmer, während im Hintergrund Fotos von Traumstränden auf Barbados und Grenada und von prächtigen Häusern aus der Kolonialzeit in San Cristóbal auf Kuba über die Leinwand flimmerten. Besonders gefreut hatte sich das Ehepaar auf die Fahrt durch den Panamakanal, der den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Die Passage wird den Geretsriedern als unvergessliches Erlebnis in Erinnerung bleiben.

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Die Fahrt durch den Panamakanal: für die Irmers ein unvergessliches Erlebnis. © Privat

Klemens Irmer wusste mit Zahlen und Daten zu beeindrucken. 400 000 Euro koste die 82 Kilometer lange und zwölf Stunden dauernde Durchquerung der künstlichen Wasserstraße für ein mittelgroßes Schiff. Sieben Schleusen und 26 Höhenmeter gelte es zu überwinden, um in den Stillen Ozean zu gelangen.

Dieser erwies sich allerdings als gar nicht still, wie Cornelia Irmer berichtete. Die neuntägige Pazifiküberquerung mit teils starkem Wellengang überstanden die beiden Weltenbummler – im Gegensatz zu etlichen Mitreisenden – zum Glück, ohne seekrank zu werden. Eine Äquatortaufe mit einem verkleideten „Neptun“ durfte auf diesem Teilstück freilich nicht fehlen.

Während der langen Fahrt hätten sie manch interessante Bekanntschaft an Bord gemacht, sagte Klemens Irmer. „Warum unternehmen Menschen eine solche Reise? Da gab es einen Mann, der Krebs hatte und nicht wusste, ob es seine letzte Reise sein würde. Eine Frau wollte nach einem schweren Unfall etwas Schönes erleben“, erzählte er.

Interessante Bekanntschaften an Bord

In eine völlig andere Natur und Kultur tauchten die Teilnehmer mit der Ankunft in Französisch Polynesien ein: schwarzes Vulkangestein, dazwischen Palmen, Götterfiguren, wohin man sah, überall Musik und Bewohner in farbenfroher Tracht. Cornelia Irmer lernte während der Aufenthalte auf Tahiti und den kleineren Inseln, dass man die dortige Bevölkerung nicht mit europäischen Maßstäben messen dürfe. „Die Tänze, die sie überall veranstalten, haben für diese Menschen eine tiefe Bedeutung. Sie tun das nicht, um Geld von uns Touristen zu bekommen.“

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Ein herzlicher Empfang erwartete die Weltenbummler in Französisch Polynesien. © Privat

Die 70-Jährige und der 78-Jährige segelten mit dem Katamaran, schnorchelten zwischen Haien und Stachelrochen und erkundeten zu Fuß die überwiegend unberührte Landschaft. Wie das Abenteuer in Down Under, Asien, Afrika und wieder zurück in Europa weitergeht, verraten die Globetrotter in Teil II ihres Vortrags.

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Info

Der zweite Teil des Vortrags „In 120 Tagen um die Welt“ findet am Freitag, 13. März, ab 19.30 Uhr im Pfarrzentrum Heilige Familie am Johannisplatz statt. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

Eine Weltreise der anderen Art erlebt der Wolfratshauser Michael Ronge: Er verwirklicht seinen Traum und reist mit einem VW Bus um die Welt. Dafür hat er in Wolfratshausen alles aufgegeben.

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