Ein Schulbuch neben einem Tablet, das von einem Mädchen bedient wird.
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1000 Megabit pro Sekunde im Download: Beide Häuser der Geretsrieder Mittelschule, die Isardamm-Grundschule und die Karl-Lederer-Grundschule haben seit Mitte Februar einen Glasfasernetz-Anschluss.

Stadt investiert in Breitbandversorgung

Schüler surfen künftig 60 mal schneller

In der Corona-Pandemie ist die Digitalisierung der Schulen in den Fokus gerückt. Die Stadt Geretsried investiert kräftig in das Netz - die Schulleiter freut‘s

Geretsried – Während des ersten und zu Beginn des zweiten Lockdowns war die schlechte Breitbandversorgung an den Schulen ein großes Problem. Leitungen brachen zusammen, wenn die Lehrer in den Schulhäusern Videokonferenzen mit ihren Kollegen zuhause abhalten wollten. Kinder in der Notbetreuung konnten nicht am Online-Unterricht teilnehmen, der für ihre Klassenkameraden zuhause durchgeführt wurde.

Wolfgang Werner, SPD-Stadtrat und Vater eines Schülers an der Karl-Lederer-Grundschule, hatte die Schwierigkeiten Ende vergangenen Jahres im Stadtrat angesprochen. Schneller als erwartet konnten sie nun behoben werden.

Glasfaser für vier Schulhäuser

Beide Häuser der Mittelschule, die Isardamm-Grundschule und die Karl-Lederer-Grundschule haben seit Mitte Februar einen Glasfasernetz-Anschluss nach FTTH (Fibre to the Home)-Standard, der aktuell besten und sichersten Breitbandversorgung. Schüler und Lehrer können somit mit 1000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download im Internet surfen. Das ist 60 mal schneller als zuvor. Bisher wurden nur etwa 16 Mbit/s erreicht.

Nach Auskunft des Pressesprechers der Stadt, Thomas Loibl, hat die Verlegung der Glasfaserleitungen außerhalb und innerhalb der Schulhäuser die Stadt rund 168 000 Euro gekostet. Fördermittel vom Freistaat seien beantragt worden, maximal könnten 100 000 Euro bewilligt werden.

Monika Bauer, Rektorin der Isardamm-Grundschule, ist sehr zufrieden mit der Situation. Die Videokonferenzen aus der Schule über das Programm Microsoft Teams klappten nun wesentlich besser, berichtet sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Bislang wurde an den Grundschulen Wechselunterricht abgehalten. Das heißt, die Hälfte der Klasse saß im Klassenzimmer, die andere lernten zuhause. Am nächsten Tag wurde gewechselt.

80 iPads stehen am Isardamm zur Verfügung - und werden von den Kindern notfalls mit nach Hause genommen

Den Schülern der Isardamm-Schule stehen 80 iPads zur Verfügung. Sie werden im Unterricht eingesetzt, dürfen aber für den Distanzunterricht auch mit nach Hause genommen werden, wenn die Kinder daheim kein eigenes Gerät haben. „Die Schüler konnten zum Beispiel am Nachmittag über das iPad Kontakt mit ihrer Lehrerin aufnehmen, falls sie Fragen hatten“, sagt Monika Bauer. Weil die Recherche Teil des Lehrplans an Grundschulen sei, werde ein schnelles und zuverlässiges Internet auf jeden Fall auch nach der Pandemie benötigt.

Vorher konnten wir Lehrer keine Videokonferenzen miteinander abhalten. Jetzt funktioniert das tadellos.“

Elke Goymann

Elke Goymann, Rektorin der Karl-Lederer-Grundschule, freut sich ebenfalls über die rasche Behebung des Problems. „Vorher konnten wir Lehrer keine Videokonferenzen miteinander abhalten. Jetzt funktioniert das tadellos“, berichtet sie. Die Schüler, die an diesem Montag wieder in die Klassenzimmer zurückkehren können, konnten ebenfalls sehr gut am digitalen Unterricht von zuhause aus teilnehmen. Und auch die Kinder in der Notbetreuung – aktuell 95 – konnten das mit den zur Verfügung gestellten iPads. Wolfgang Werner bestätigt das. Sein Zukunftstraum wäre, dass die Kinder sich eines Tages im Fall einer erneuten Infektionswelle von zuhause aus in einen virtuellen Klassenraum einloggen und am Unterricht teilnehmen können. Doch zunächst freut sich der Vater, dass sein Sohn nun wieder jeden Tag in den Präsenzunterricht gehen kann – sofern die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis weiterhin unter 50 liegt. Denn das analoge Lernen von Angesicht zu Angesicht sei durch keine Technik zu ersetzen, meint Werner.

Umgang mit dem Internet ist Teil des Medienkonzepts an Mittelschulen

An der Mittelschule lässt es sich dank Glasfaser bis ins Haus nun auch wieder störungsfrei am Tablet oder Computer arbeiten, wie Florian Kropius berichtet. Der Umgang mit dem Internet sei wichtiger Bestandteil des Medienkonzepts an Mittelschulen, so der Schulleiter. Mit 16 Mbit/s sei dies oft mühsam gewesen. Der Online-Kontakt zu Schülern im Homeschooling funktioniere nun deutlich besser. Kropius: „Ich bin wirklich dankbar, dass die Stadt sich so schnell darum gekümmert hat.“ tal

Lesen Sie auch: In Wolfratshausen spendete die Unternehmervereinigung kürzlich Tablets für die Grundschule. Der Verein Arbeit für Jugend hatte zuvor gewarnt: Die mangelnde Digitalisierung sorgt dafür, dass einige Schüler abgehängt werden.

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