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Integration als das entscheidende Zukunftsthema stellte Kerstin Schreyer in den Ratsstuben vor.  

„Obergrenze heißt Verantwortung zeigen“

Integrationsbeauftragte Schreyer bei Frauen-Union

Integration hat die Frauen-Union der CSU am Dienstagabend zum Thema genommen. „Integration ist das entscheidende Zukunftsthema. Wenn sie nicht gelingt, stehen wir vor echten Problemen“, sagte Kerstin Schreyer, Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, die bei der Veranstaltung in den Ratsstuben zu Gast war.

Geretsried – Zuvor hatte die CSU-Landtagsabgeordnete mit Bürgermeister Michael Müller und den Fraktionsvorsitzenden des Stadtrats in kleiner Runde über die Situation in Geretsried diskutiert. Müller dankte allen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Asylhelfern, von denen zahlreiche – auch aus der Umgebung – gekommen waren. Die Betreuung der Asylbewerber in den drei Sammelunterkünften am Robert-Schumann-Weg, am Schulzentrum und an der Blumenstraße laufe gut, sagten Müller und Frauenunions-Vorsitzende Sabine Lorenz übereinstimmend. Der Rathauschef wies darauf hin, dass die 25.000-Einwohner-Marke in Geretsried vor Kurzem nicht aufgrund der Flüchtlinge geknackt worden sei, sondern durch Bulgaren, Rumänen und Polen.

Die Migranten aus Osteuropa, Spanien und Griechenland will auch Kerstin Schreyer in der Integrationsdebatte nicht vergessen, sagte sie. Sie gehörten zu den 85 Prozent der Zuwanderer ohne Fluchthintergrund. Insgesamt lebten in Bayern aktuell 2,7 Millionen Ausländer, das seien 21 Prozent der Bevölkerung, so die Referentin.

Jeder Dritte sei unter 30 und jünger. „Das hat weitreichende Folgen für Kindertagesstätten, Bildung und Ausbildung.“ Kindern und Männern falle die Eingliederung in die Gesellschaft grundsätzlich leichter als Frauen. Frauen würden häufig früh Kinder bekommen, hätten oft keine Berufsausbildung und würden mitunter kaum Deutsch sprechen. Gerade habe sie ein Projekt mit Türkinnen in Kooperation mit Altenpflegeschulen gestartet, berichtete Schreyer. In der Türkei sei die Pflege von alten Menschen hoch angesehen, hierzulande fehle Personal in den Heimen. Beide Seiten würden also profitieren.

Die Integrationsbeauftragte machte deutlich, dass sich für eine gelungene Integration alle Beteiligten aufeinander zubewegen müssten: „Die Werte unseres Grundgesetzes sind nicht verhandelbar.“ Wer die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Religionsfreiheit oder die Rechtsstaatlichkeit nicht anerkenne, sei fehl am Platz. Die CSU-Forderung nach einer Obergrenze verteidigte Schreyer. 1,1 Millionen Menschen wie in 2015 könne Deutschland nicht jedes Jahr aufnehmen. „Wir brauchen den Platz und das Personal hier für wirklich Verfolgte. Eine Obergrenze hat etwas mit Verantwortung zu tun.“

In der Diskussion wurde von einem Zuhörer kritisiert, dass die deutsche Wirtschaft die Lebensgrundlagen in den Krisenländern zerstöre. Eine Asylhelferin forderte Flüchtlingszentren in Libyen. Die Menschen würden zum Teil sehr traumatisiert von der Flucht in Deutschland ankommen, nur um dann wieder abgeschoben zu werden.

Andere Asylhelfer wünschten sich Ausnahmeregelungen, damit ihre gut integrierten Schützlinge hier arbeiten dürfen. Kerstin Schreyer verwies auf den Kabinettsbeschluss, nach dem alle vor dem 1. Mai 2016 nach Deutschland eingereisten Asylbewerber auch ohne Anerkennung eine Ausbildung beginnen dürfen, wenn sie einen Vertrag haben. Sie stellte aber klar, dass das Asylrecht kein Arbeitsrecht sei.

Tanja Lühr

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