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Bahnen schwimmen können die Besucher im neuen Bad ab Anfang 2020.

Grundsatzbeschluss im Stadtrat

Interkommunales Hallenbad bekommt Parkdeck für 2,9 Millionen Euro

Das interkommunale Hallenbad bekommt auch ein Parkdeck. Den Grundsatzbeschluss für das Gebäude am Schulzentrum fällte der Stadtrat am Dienstag. Kosten: 2,9 Millionen Euro.

Geretsried – „Das wäre unser fünftes Großprojekt“, kommentierte Wolfgang Möckel (CSU). Der Stadtrat fasste in seiner Sitzung am Dienstag den Grundsatzbeschluss, ein rund 2,9 Millionen Euro teures Parkdeck zu bauen. Es soll an der Adalbert-Stifter-Straße zwischen dem neuen Hallenbad und Blockheizkraftwerk (BHKW) entstehen, dort, wo sich im Moment die provisorischen Lehrerparkplätze befinden.

Warum hat sich die Stadt plötzlich dazu entschlossen, ein Deck statt einer normalen Parkfläche zu bauen? Der Bedarf ergebe sich aus den geforderten Stellplätzen für das Hallenbad samt Sauna (70 Stück) plus einem ausreichenden Parkplatzangebot fürs Schulzentrum (ebenfalls 70 Plätze), rechnete Stadtarchitekt Christian Müller in der Sitzung vor. Durch das Hackschnitzel-Kraftwerk würden die 25 Plätze vor der Mittelschul-Turnhalle entfallen. In Zukunft brauche man aber aufgrund der geplanten Erweiterung und Wiederzusammenlegung der Mittelschule, der steigenden Bevölkerungs- und somit Schülerzahlen sowie für den Sportbetrieb am Isarau-Stadion sicher mehr Stellplätze als bisher.

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Vorgestellt wurden zwei Alternativen: ein zweistöckiges, nach oben offenes Deck mit 120 Parkplätzen für rund zwei Millionen Euro und ein dreistöckiges Deck mit 180 Plätzen, ebenfalls ohne Dach, für rund 2,9 Millionen Euro. Beide Varianten würden das neue Hallenbad nicht überragen, da die unterste Etage zur Hälfte unter der Erde liegen soll.

Der Stadtrat entschied sich für die teurere Lösung. „Überall gibt es zu wenig Parkplätze. Wir sollten möglichst groß bauen, wenn wir es uns leisten können“, meinte Wirtschaftsreferent Volker Reeh (CSU). Dr. Detlev Ringer (Grüne) würde sogar so bauen, dass das Deck um ein viertes Geschoss aufgestockt werden könnte. Auch Freie-Wähler-Fraktionssprecher Robert Lug plädierte für eine „flexible Lösung“. Die Betriebskosten schätzte Lug eher gering ein. „Ein Parkdeck ist ja mehr oder weniger nur ein Regal, wo man sein Auto ,reinschiebt‘.“

Im Hinblick auf die Investitionskosten, die im Haushalt 2019 eingestellt werden sollen, scherzte Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl (CSU), die Einrichtung werde „ja sicherlich interkommunal finanziert“. Die Parkdeckanlage soll nach dem Willen der Stadt zusammen mit dem Hallenbad in der ersten Jahreshälfte 2020 stehen.

Erste Vergabe: Allein der Rohbau wird 15 Prozent teurer

Die ersten Arbeiten für das interkommunale Hallenbad sind vergeben. Der Stadtrat stimmte dem Paket am Dienstag trotz Kostenmehrung zu. „Um günstigere Angebote zu bekommen, hätten wir bereits im Oktober ausschreiben müssen. Doch das war bekanntlich nicht möglich“, erklärte Stadtarchitekt Christian Müller. Die Gewerke mussten europaweit ausgeschrieben werden, da das Hallenbad mit veranschlagten 14,12 Millionen Euro den Schwellenwert von 5,5 Millionen Euro deutlich übersteigt. Es meldeten sich Unternehmen aus ganz Deutschland. Am größten ist der Unterschied zwischen Kostenberechnung und tatsächlichen Kosten beim Rohbau. Der wirtschaftlichste Bieter, die Firma Mickan General-Bau-Gesellschaft aus Amberg, verlangt rund 3,34 Millionen Euro. Veranschlagt waren 2,98 Millionen Euro. Die Steigerung von 15 Prozent nannte Bürgermeister Michael Müller (CSU) „gerade noch vertretbar“. Die Stadträte sahen es genau so. 

Die Chancen, eine günstigere Firma zu finden, seien angesichts der randvollen Auftragsbücher der Unternehmen äußerst gering, erklärte Christian Müller. Das Edelstahlbecken wird von der Firma Edelstahl- Schwimmbad-und-Metallbau aus Pirna für 1,01 Millionen Euro gefertigt. Der Hubboden für das 25-Meter-Becken kommt von Bodan Schwimmbadbau aus Kressbronn am Bodensee (rund 191 000 Euro). Die Badewassertechnik baut die Wertheimer Firma Wassertechnik Wertheim ein (960 000 Euro). Heizung und Sanitär übernimmt die Firma Poschinger aus Thyrnau (336 000 Euro und 534 000 Euro), den Zuschlag für die Lüftung erhielt die Firma Carl Friedmann aus Weiden (766 000 Euro).

Tanja Lühr

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