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Ehrengast: Landtagsabgeordneter Florian Streibl (2. v. li.) zollte den Geretsriedern Respekt für ihr Engagement bei der Gegendemo zur Kundgebung der AfD im März.

Landtagsabgeordneter Florian Streibl zu Gast

Jahresversammlung der Freien Wähler

Geretsried – Von Ulm schwärmte der Freie-Wähler-Fraktionssprecher Robert Lug in der Jahresversammlung der Freien Wähler am Donnerstag in den Ratsstuben. Eine Delegation von Politikern war auf Einladung des ehemaligen Baubürgermeisters von Ulm, Alexander Wetzig, zu Besuch in der Universitätsstadt gewesen, um sich Anregungen für die Neugestaltung des eigenen Zentrums zu holen.

Wetzig, der von 1991 bis 2015 im Amt war, gilt als Architekt der modernen Ulmer Kernstadt mit dem Herzstück Neue Mitte. Robert Lugs Fazit nach der Stadtführung lautete: „Alt neben neu kann funktionieren.“ Wie berichtet plant Investor Reinhold Krämmel gegenüber dem Rathaus, das zu den ältesten Gebäuden Geretsrieds gehört, ein markantes Wohn- und Geschäftshaus an Stelle des ehemaligen Schlecker-Markts, eventuell als Turm. In Ulm seien inmitten der Altstadt ebenfalls Häuser mit viel Glas und andere interessante Bauwerke entstanden, berichtete Lug. Zwischen den Häusern gebe es kleine Plätze, auf denen ganz auffallend immer nur ein Baum stehe. „Ulm hat genügend Grün ringsherum.“ Der eine Baum stehe symbolisch für die Dorflinde. Das Prinzip des shared space – gleiches Recht für alle Verkehrsteilnehmer – werde erfolgreich praktiziert.

Wetzig habe den Geretsriedern auch ein zukunftsweisendes Wohnbaugebiet mit rund 200 Wohnungen gezeigt, sagte Lug. Es sei so dicht gebaut, dass „dir jeder beim Frühstücken auf den Teller gucken kann“. Trotz der Enge und einer Kindertagesstätte mit entsprechendem Geräuschpegel in dem Viertel klappe das Miteinander gut. Wetzigs Meinung nach ist das am Geretsrieder Johannisplatz nicht der Fall, weil dort die Dichte fehlt. Auf dem Platz könne keine Nachbarschaft entstehen. Lug meinte, Ulm habe zwar 120 000 Einwohner und Geretsried nur 24 000, trotzdem ließen sich bestimmte Ideen für Straßenkreuzungen oder Plätze übernehmen.

Als Ehrengast begrüßte Ortsvorsitzende Vera Kraus in der gut besuchten Jahresversammlung den Freie-Wähler-Landtagsabgeordneten Florian Streibl. Er zollte den Geretsriedern Respekt für ihre Gegenveranstaltung zur Kundgebung der Alternative für Deutschland (AfD) im März. „Man muss Flagge zeigen“, findet der Abgeordnete. Hoffnung schöpft Streibl, dass die Mittelstufe plus an den Gymnasien sich durchsetzen wird. Im Oberland hätten das Gymnasium Geretsried und das Gymnasium Miesbach die wahlweise neunjährige Schulzeit wieder eingeführt – mit großem Erfolg. In Geretsried gebe es drei G 9-Klassen und zwei G 8-Klassen. Es gelte nun, dem Willen der Eltern und Schüler Rechnung zu tragen. Streibl: „Ich habe das Gefühl, das Modell wurde halbherzig begonnen in der Hoffnung, dass es stirbt.“ 

Tanja Lühr

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