Sie wollte unbedingt sterben: Ellen Schwiers nach langer Krankheit friedlich eingeschlafen

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Will da hinauf: Der Kangchendzönga (Bildmitte, wo die Wolken beginnen) mit rund 8600 Metern Höhe zwischen Indien und Nepal und Frank Irnich.

Gefährlicher als der Everest

„Jeder fünfte bleibt oben“: Frank Irnich will 8000er besteigen - das sind seine Gründe

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Es ist der dritthöchste Achttausender: Der Kangchendzönga zwischen Nepal und Indien. Frank Irnich will ihn besteigen. Das Vorhaben hat es in sich.

Update vom 23. April: Auf dem Weg ins Basislager

Schritt für Schritt nähern sich die Mitglieder der Kangchendzönga-Expedition 2019 dem Basislager auf knapp 5200 Metern Höhe – und schön langsam wird es ungemütlich. Schnee, Regen und Kälte begleiten die 25 Alpinisten zeitweise auf ihrem Weg. Mit Folgen: Anfang der Woche kränkelte Dr. Atanas Skatov ein wenig – eine Erkältung, wie er schrieb. Der Bulgare, der zusammen mit Frank Irnich aus Geretsried den Achttausender besteigen möchte, hat ein Satellitentelefon im Rucksack und füttert seinen Internet-Blog regelmäßig. Infos gelangen derzeit nur über ihn an die Außenwelt. Aktuelle Fotos kann allerdings auch er nur senden, wenn ihm in einem Dorf oder Camp Sonnenkollektoren zur Verfügung stehen. Irnich meldete sich via Satelliten-Verbindung am Sonntag vor einer Woche kurz bei einer Freundin in Deutschland. Es gehe ihm gut, er fühle sich fit und gesund, gab der Physiotherapeut durch. Das hat sich mittlerweile geändert: Skatov notierte in sein Web-Tagebuch, dass sein Freund – beide kennen sich von der Everest-Lhotse-Expedition 2017 – ein wenig unter der Höhe zu leiden hat. „Leider hatte Frank in der Nacht von Montag auf Dienstag starke Kopfschmerzen. Heute Früh ist er deshalb vom etwa 4500 Meter hoch gelegenen Camp Ramche nach Teram abgestiegen.“ Dort wolle sich der 57-Jährige erholen. Skatov hofft, dass es seinem Kumpel bald wieder gut geht und er nachkommt. Derweil stand für die anderen Bergsteiger die nächste Etappe zum Basislager an. Skatov rechnete mit etwa acht Stunden Gehzeit. Alle würden ein bisschen unter Kopfschmerzen leiden, „aber das ist normal in dieser Höhe“. Deshalb werde sich die Gruppe auch nur langsam vorwärts bewegen. Von Ramche aus sahen die Alpinisten übrigens erstmals das gesamte Kangchendzönga-Massiv, darunter den Hauptgipfel mit seinen 8586 Metern.

Update vom 15. April: Auf dem Weg ins Basislager

Selbst der modernsten Technik setzen die majestätischen Riesen des Himalaja Grenzen. Seit einer knappen Woche fahren und trekken Frank Irnich und seine Kameraden in Richtung Kangchendzönga, den sie im Mai besteigen wollen (wir berichteten). Und mit jedem Tag wird es schwieriger, Kontakt zur Heimat zu halten. Die Mobilfunkkarte, die der 57-Jährige speziell für die abgelegene Region gekauft hat, funktioniert nicht. Immerhin: Dank seines Spezls, des bulgarischen Spitzenbergsteigers Dr. Atanas Skatov, konnte der 57-Jährige in einem von Rauschen, Pfeifen und Krächzen begleitetem kurzen Gespräch via Satellitentelefon berichten, dass bisher alles nach Plan laufe. „Mir geht es gut, und wir haben sehr viel Spaß miteinander auf dem Weg zum Kantsch. Die Truppe ist wirklich sehr gut“, bekräftigte der Physiotherapeut aus Geretsried. In knapp einer Woche will die 25-köpfige Expedition der nepalesischen Agentur Peak Promotion das Basislager des mit 8586 Metern dritthöchsten Bergs der Erde erreicht haben. Dienstag vor einer Woche erreichte der Tross das 2200 Meter hoch gelegene Sherpa Village, in dem ein Ruhetag auf die Alpinisten wartete. „Leider liegt der Ort für eine Akklimatisierung zu niedrig“, schrieb Skatov in seinem Blog. Egal – den freien Tag verbrachten die Bergsteiger bei Sonnenschein unter anderem mit Yoga, Seilspringen und Akrobatikübungen. Skatov – Besteiger von acht Achttausendern und der erste völlig vegan lebende Mensch, der auf dem Everest stand – hatte am Nachmittag dann noch anderweitig zu tun: Er schrieb Texte und bearbeitete Fotos, um damit seinen Blog auf seiner Web-Seite zu füttern. Auch der Bulgare war allerbester Laune: „Jeder hier fühlt sich gut, wir genießen das gute Wetter und eine herrliche Aussicht. Morgen geht es dann weiter zum nächsten Lager“, notierte der Bulgare. Der 41-Jährige möchte den Kangchendzönga übrigens ohne Hilfe von Sauerstoffflaschen erklimmen

Update vom 7. April: Frank Irnich in Kathmandu angekommen

Seit Freitag ist Frank Irnich in Kathmandu, Ausgangspunkt einer 25-köpfigen Expedition von Peak Promotion zum Kangchendzönga, der sich der Geretsrieder Physiotherapeut aus angeschlossen hat. Nach seinem ersten Eindruck stehen die Chancen nicht schlecht, im Mai auf dem dritthöchsten Berg der Erde zu stehen. „Die Männer von Peak Promotion, die mich vom Flughafen abgeholt haben, Pasang und Babu Sherpa, sind sehr nett, wirken professionell und fokussiert.“ Sicherheit, so hätten sie ihm versichert, stünden bei dieser Expedition „an erster Stelle“.

Der 8586 Meter hohe Berg hat es in sich. Erst 277 ausländische Alpinisten und 100 einheimische Sherpas erreichten den Gipfel des als gefährlich geltenden Kantsch. In den Jahren 2015, 16, und 17 war niemand oben, 2018 schafften es 18 Bergsteiger, darunter Ang Dano Sherpa. Er und er 57-jährige Irnich werden ein Team bilden. Die Daten stammen von „The Himalayan Database“. Die Organisation dokumentiert alle Himalaya-Expeditionen samt Gipfelerfolge und Todesfälle. Chefin ist Billi Bierling. Die Höhenbergsteigerin aus Garmisch stand bereits auf dem Everest, dem Lhotse, dem Makalu und jeweils ohne Flaschen-Sauerstoff auf dem Manaslu und dem Cho Oyu. „Wir haben Billi getroffen“, sagt Irnich. „Sie hat uns bestätigt, dass die letzten 1100 Höhenmeter sehr heftig sind.“ Der Berg sei definitiv schwerer als der Everest.

Unwirtlich: Der Kangchendzönga (Bildmitte, wo die Wolken beginnen) ist der dritthöchste Berg der Erde. Frank Irnich will ihn im Mai besteigen. Es wäre nach dem Everest im Jahr 2011 sein zweiter Achttausender.

Vor der Abreise: Bericht vom 3. April 2019:

Geretsried/Bad Heilbrunn– Der Kangchendzönga ist der dritthöchste und östlichste aller Achttausender. 8586 Meter ragt der Berg, über dessen Gipfel die Grenze zwischen Nepal und Indien führt, in den Himmel. Übersetzen lässt sich der etwas sperrige Name übrigens mit „Die fünf Schatzkammern des Schnees“ – und das deutet an, was den „Kantsch“, wie ihn die Alpinisten nennen, zu einem gefährlichen und deshalb eher gemiedenen Berg macht: Ihn trifft der Monsun als ersten aller Himalaja-Riesen. Die Folge sind massive Niederschläge. Schnee- und Eislawinen beherrschen den Normalweg über die Südostseite, eine 3000 Meter hohe Flanke. „Jeder Fünfte, der den Kantsch versucht, bleibt oben“, sagt Frank Irnich. Der 57-Jährige will natürlich zu den statistisch anderen vier Alpinisten gehören, die nach – hoffentlich – erfolgreicher Besteigung gesund ins Basislager zurückkehren. An diesem Mittwoch fliegt der Physiotherapeut aus Geretsried nach Kathmandu. Mitte Mai könnte der Gipfelsturm erfolgen.

Bergkameraden: Frank Irnich (re.) und Dr. Atanas Skatov. Der bulgarische Höhenbergsteiger ermutigte den Bad Heilbrunner, an einer Expedition auf den 8586 Meter hohen Kangchendzönga teilzunehmen.

2011 stand Irnich auf dem Mount Everest, an dem er ein Jahr zuvor noch gescheitert war. 2015 er- und überlebte er das Erdbeben im Basislager. Vor zwei Jahren zwang ihn beim Versuch einer Doppelbesteigung von Everest und Lhotse eine Lungenentzündung in die Knie. Ein wenig gefrustet wollte sich der 57-Jährige danach von den Achttausendern ab- und den Bergen Südamerikas zuwenden. Ein Kamerad kam ihm jedoch in der Quere: Dr. Atanas Skatov. Er gilt als bester bulgarischer Höhenbergsteiger, hat fünf Achttausender erklommen, darunter ohne künstlichen Sauerstoff den Cho Oyu. Der Kantsch soll sein nächster sein. Um Weihnachten erzählte Skatov seinem Kumpel Irnich – beide kennen sich vom Everest –, dass die Agentur Peak Promotion eine Expedition plane, um einem ihrer Sherpas den 14. Achttausender zu ermöglichen. „Die haben alles getan, damit überhaupt eine Expedition zustande kommt“, sagt Irnich. Das gilt auch für den Preis: Der sank bei 25 Teilnehmern von rund 20.000 auf 15.000 Euro.“ Viel wichtiger ist dem 57-Jährigen aber die hohe Motivation der Agentur: „Die möchten ihren Mann unbedingt dort hochbringen und organisieren eine perfekte Expedition.“

Auch Irnich selbst brennt. Nach einer privaten Krise im vergangenen Jahr sieht er den Kantsch als eine Möglichkeit, „zu reflektieren, zu mir finden und mich außerdem sportlich zu betätigen“, sagt er. Natürlich habe er in sich hineingehört und die Frage gestellt, „ob ich vor etwas davonlaufe. Aber das ist es nicht.“ Nachdem er Hans Kammerlanders Film „Manaslu“ in Penzberg gesehen hatte, „habe ich gemerkt, welch große Lust ich auf dieses Abenteuer habe“. Im Gepäck wird er gute Bücher haben, „die mir weiterhelfen werden“. Zudem möchte er „viel meditieren“.

Lesen Sie auch: Nach dem Erdbeben: "Ein Gipfelerfolg wäre jetzt schal und nichtig"

Gut vorbereitet und „topfit“ fühlt sich Irnich. Der Medizin-Check lieferte hervorragende Werte, der Arzt bestätigte dem 57-Jährigen die Fitness eines 40-Jährigen. Überdies spielte der schneereiche Winter seinem Training in die Karten: 15 bis 20 Stunden die Woche war Irnich in den Isarwinkler und Tegernseer Bergen unterwegs. „Ich habe viele fordernde Touren mit Rucksack im hohen Schnee unternommen. Ich weiß auch mental, was auf mich zukommen kann.“

Eins aber nötigt dem 57-Jährigen doch Respekt ab: „Das oberste Camp am Kangchendzönga befindet sich auf rund 7500 Metern Höhe.“ Das bedeutet, der Gipfelsturm nach der letzten Übernachtung am Berg „geht über knapp 1100 Höhenmeter“ – doppelt so viele wie am Everest. Der Kantsch ist eine ordentliche Kante – und für Frank Irnich „eine große Herausforderung“.

peb

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