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Interessante Gespräche: Die Mitglieder des Jugendrats lernten bei ihrem Besuch in Brüssel viel über die Europäische Union. 

Große Politik hautnah

Mitglieder des Jugendrats besuchen EU-Parlament

Geretsried – Der Jugendrat besuchte kürzlich die Bayerische Vertretung des Europaparlaments in Brüssel. Über die spannende Reise berichteten Stadtjugendpflegerin Sonja Schütz und die teilnehmenden Jugendräte Peter Curtius (19) und Madlen Schubert (15) in der jüngsten Sitzung des Gremiums.

„Auf dem Schirm: Jugend gestaltet Europa mit“ hieß die Veranstaltung, die der Bayerische Jugendring (BJR) organisiert hatte, um den EU-Politikern die Jugendarbeit in Bayern näher zu bringen. Die Geretsrieder Jugendräte hatten die Gelegenheit, mit einem Abgeordneten des Europäischen Parlaments zu diskutieren, an einem Fachvortrag in der Europäischen Kommission teilzunehmen und das Parlament zu besuchen.

„Es war ein heftiges Programm. Wir haben viel gesehen“, sagt Peter Curtius. Sonja Schütz zeigte Fotos von der Kathedrale, vom Königlichen Palast, den Arkaden und dem Triumphbogen am Jubelplatz, vom Sitz der EU-Kommission und vom Grand Place. Alle drei Teilnehmer schwärmten von der „architektonischen Vielfalt“ der belgischen Hauptstadt.

Im Parlament sprach BJR-Präsident Matthias Fack über die Bedeutung von politischer Partizipation für Kinder und Jugendliche. Europa müsse das Potenzial junger Menschen entdecken, um eine gemeinsame Zukunft gestalten zu können. Unter anderem fordert Fack das aktive Wahlrecht ab 14 Jahren. Der BJR hat seit Anfang Mai ein Büro in Brüssel. Er versteht sich als Botschafter für die Jugendarbeit und für Europa. Den für junge Menschen mittlerweile selbstverständlichen Frieden in Europa und die freiheitlich-demokratische Grundordnung gelte es zu gewährleisten und lebendig zu gestalten, betonte Johannes Hintersberger, Staatssekretär im Bayerischen Jugendministerium. Wichtig sei, dass junge Menschen Europa ein Gesicht geben, Begegnungen schaffen und sich mit europäischen Themen auseinandersetzen. Den Jugendverbänden komme hier eine wichtige Rolle als Multiplikatoren zu, sagte Hintersberger.

Inwieweit Europa junge Menschen auf dem Radar hat und wie junge Menschen sich in Europa einbringen können, diskutierten die in der Bayerischen Vertretung in Brüssel anwesenden Jugendlichen aus Bayern mit Politikern der EU. Von europäischen Bürgerinitiativen wünschte sich Maria Noichl, Mitglied des Europäischen Parlaments, eine größere bindende Wirkung: „Jugendliche möchten für ihr Thema einstehen und sehen, was daraus wird.“

Auch zunehmende bürokratische Hürden, die ehrenamtliches Engagement erschweren, wurden erörtert. Markus Ferber, Mitglied des Europäischen Parlaments, befürwortete eine vereinfachte Förderung der Jugendarbeit. Engagierten jungen Menschen einen Vertrauensvorschuss zu gewähren, indem pauschalierte Mittel bereitgestellt werden, sei durchaus auch gegenüber dem Europäischen Rechnungshof und dem Haushaltskontrollausschuss des Europäischen Parlaments zu verantworten.

Viele Reden und viel Programm für die Delegation aus Geretsried. Jugendrat Peter Curtius zog für sich trotzdem ein positives Resümee. Er habe es interessant gefunden, zu erfahren, welche Rechte man als Bürger der Europäischen Union besitzt. 

Tanja Lühr

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