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Kreatives Trio (v. li.): Luca Krösche, Ken Jatho und Till Kaufmann haben großen Erfolg mit ihrem originellen T-Shirt.

Jung-Designer starten durch

Geretsrieder sind mit besonderen T-Shirts erfolgreich

Geretsried – Es ist ein Jugendtraum von vielen: Mit der eigenen Mode sein Geld verdienen. Drei Jungs aus der Umgebung sind diesem Traum nun ein Stück näher gekommen.

Aus ihrem Hobby machen drei Jugendliche nun ein Geschäft. Till Kaufmann, Luca Krösche (beide Geretsried) und Ken Jatho (München) entwerfen Kleidung und verkaufen sie selbstständig über einen eigens eingerichteten Online-Shop. Auf ihren T-Shirts steht „Deep into your mind“. Dieser Schriftzug ist umgeben von einem außergewöhnlichen Design. Auch auf den Handyhüllen der drei Jungs erkennt man dieses von ihnen selbst kreierte Logo.

Dass die jungen Männer ihr Hobby einmal professionell betreiben würden, damit hätten sie noch vor kurzer Zeit nicht gerechnet. „Es ist eine Reihe von Zufällen“, erinnert sich Kaufmann (21). Er war im vergangenen Jahr für sechs Monate nach Australien gereist. Mit im Gepäck: Das von Kumpel Jatho entworfene T-Shirt. „Wenn ich das angezogen habe, wurde ich plötzlich von verschiedenen Leuten darauf angesprochen und gefragt, wo es das zu kaufen gibt“, erinnert sich der Tourismuskaufmann. Zurück in Deutschland, reifte nach diesen Eindrücken in Down Under die Idee, das Hobby Jathos im Team fortzuführen. Seitdem teilen sich die Nachwuchsmodemacher die Arbeit – mit Erfolg. "Bei einem Festival in Achmühle haben wir spontan angefragt, ob wir einen eigenen Verkaufsstand betreiben dürfen", berichtet Luca Krösche (21). Über Nacht zimmerte sich das Trio einen Holzverschlag zusammen, von dem aus sie am nächsten Tag ihre Kleidung unter das Volk bringen wollten. Dann folgte die Ernüchterung: „Wir haben anfangs überhaupt nichts verkauft, niemand hat sich die Shirts angeschaut“, so Kaufmann. Bis einige Bekannte des Designertrios das Festival besuchten. Dadurch interessierten sich immer mehr Besucher für den Stand. „Am Ende standen bestimmt 20 Jugendliche vor unserem Holzverschlag – alle mit unserem Shirt bekleidet.“

Seither planen die jungen Männer, wie sie ihre Mode noch effektiver an den Mann, respektive die Frau bringen können. „Wir wollen solche Festivals oder Messen für junge Mode in Zukunft häufiger nutzen“, kündigt Krösche an. „Auch der Onlineshop läuft inzwischen sehr erfolgreich“, fügt Ken Jatho (22) hinzu. Wichtig ist den Jungunternehmern, dass ihre Waren höchste Qualitätsansprüche erfüllen. Außerdem tragen alle Shirts ein „fair-trade“-Siegel. „Wir wollen, dass unsere Kunden ein gutes Gefühl beim Tragen haben“, sagt Jatho. Und dazu gehöre mehr als die bloße Optik.

Dafür mussten die Jugendlichen auch Negativerfahrungen machen. „Wir haben verschiedene Sachen ausprobiert“, sagt Kaufmann. Klar, dass nicht alles auf Anhieb funktioniert. „Aber daraus haben wir unsere Lehren gezogen.“ Ihre modischen Gehversuche finanzieren die drei aus eigener Tasche. Dafür mussten sie mehr aufwenden als gedacht: „Das ist ja nicht nur der Ankauf, der Geld kostet – auch der Druck oder professionelle Fotoshootings mit Models und Fotograf müssen bezahlt werden“, sagt Jatho. Inzwischen hätten sich die Ausgaben jedoch amortisiert.

Momentan arbeiten die Jungs an einer neuen Kollektion, ihr Angebot soll wachsen. Etwa zehn Stunden investiert jeder der drei dafür wöchentlich in das Hobby – „aber davon ist keine Minute eine Belastung“, sagt Mediendesigner Jatho. Bis die neue Kollektion fertig ist, freuen sie sich über den Erfolg ihres Erstlingswerks. Kaufmann: „Das ist eine tolle Bestätigung, wenn man in München auf die U-Bahn wartet und jemand vorbeigeht, den man noch nie zuvor gesehen hat – und der trägt unser Shirt.“

Infos im Internet: www.deepmind.bigcartel.com/products

von Dominik Stallein

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