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Geretsried: Junger Dealer (21) kommt mit milder Strafe davon

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Ein ehemaliger Geretsrieder (21) musste sich vor dem Amtsgericht verantworten. © dpa / Frank Rumpenhorst

Mit einer milden Geldstrafe ist ein junger Dealer (21) davon gekommen ist. Dafür sprachen mehrere Gründe.

Geretsried/Wolfratshausen  Er hätte es sich leicht machen und zur Verhandlung gar nicht erst erscheinen können. Schließlich wohnt der Angeklagte (21) inzwischen ziemlich weit entfernt vom Landkreis im Südwesten Europas. Dass er sich trotzdem vor Ausbruch der Corona-Krise in den Flieger gesetzt hatte, um sich am Amtsgericht Wolfratshausen persönlich seine Strafe wegen unerlaubten Handelns mit Betäubungsmitteln und Besitz selbiger abzuholen, brachte dem ehemaligen Geretsrieder nicht nur Sympathien ein, sondern auch eine milde Strafe. Weil er schon einmal wegen Drogenbesitzes die Justiz bemüht hatte, stand nun ein Arrest im Raum.

Mit 2,5 Gramm Marihuana erwischt

Am 5. Juli 2019 war der junge Mann am Isardamm in Geretsried mit 2,5 Gramm Marihuana aufgegriffen worden. In seiner Wohnung fand die Polizei weitere 20 Gramm sowie eine Feinwaage und 85 Euro Bargeld. Der Beschuldigte gab zu, ein paar Tage vorher von einem Bekannten 50 Gramm Marihuana erhalten und davon 20 Gramm umgehend weiterverkauft zu haben. „Dass das nicht erlaubt ist, ist mir bewusst“, sagte der Angeklagte.

„Dass er sich dem Verfahren gestellt hat, ist definitiv positiv zu bewerten“, sagte der Staatsanwalt. Er machte dem Angeklagten dennoch deutlich, dass dieser, nachdem er bereits einen Eintrag wegen Drogenbesitzes hat, „jetzt aufgestiegen ist in unserer Bewertungsskala“. Deshalb beantrage er „mit viel Bauchschmerzen nur eine Geldauflage statt zwei Wochen Dauerarrest“, so der Anklagevertreter. Er empfahl dem Beschuldigten: „Sehen Sie die Geldstrafe als Investition in die Zukunft.“

Richterin folgt dem Antrag der Staatsanwaltschaft

Auch Jugendrichterin Friederike Kirschstein-Freund sah den Heranwachsenden „auf einem guten Weg“, weshalb sie dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgte und eine Geldbuße in Höhe von 750 Euro verhängte, zahlbar an die Caritas-Ambulanz für Suchtkranke. Ein weiterer Grund für das milde Urteil: Die Aussage des Angeklagten gegenüber der Polizei hatte zu drei weiteren Verfahren geführt.

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Der Angeklagte nahm das Urteil an. Nur eine Bitte hatte er noch. „Es wäre cool, wenn ich meinen Rucksack wiederbekommen könnte. Den hatte ich freiwillig den Polizisten gegeben, damit sie nicht mit den Marihuana-Tüten durch die Nachbarschaft laufen.“ Der Wunsch wurde ihm erfüllt.  

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