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Gut besucht war der KAB-Neujahrsempfang gestern im Pfarrsaal der Heiligen Familie.

Neujahrsempfang der KAB Geretsried

Mutige Thesen zur interkulturellen Zusammenarbeit

Geretsried - Ausbau der interkulturellen Zusammenarbeit: Dafür hat Steffen Henkel beim KAB-Neujahrsempfang in Geretsried plädiert.

Rund 100 Gäste – unter ihnen Vize-Bürgermeister Hans Hopfner (SPD) und zahlreiche Stadträte – folgten am Mittwochvormittag der Einladung der Ortsgrupppe der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) zum Neujahrsempfang. Nachdem eine Gruppe von Sternsingern im Pfarrsaal der Heiligen Familie Geld für notleidende Kinder gesammelt und die Besucher mit Sekt auf ein gesundes neues Jahr angestoßen hatten, betrat Steffen Henkel das Rednerpult.

Der in Geretsried aufgewachsene Diplom-Kulturwirt verbrachte mehr als zwei Jahre in Südostasien und beschäftigte sich dort unter anderem mit den Konfliktpotenzialen von deutsch-indonesischen Unternehmenskooperationen. Es folgte eine Tätigkeit als Projektleiter im Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart, ehe er ein eigenes Unternehmen für interkulturelle Personalentwicklung gründete. Seit 2010 hält Henkel für seine Firma „crossculture academy“ Vorträge und berät namhafte Konzerne wie beispielsweise Tchibo.

"Das Neue ist immer schwer zu verstehen"

„Das Neue ist immer schwer zu verstehen, weil unser Gehirn größtenteils mit der Verarbeitung herkömmlicher Muster beschäftigt ist“, schickte der Referent voraus. Er verglich die interkulturelle Kommunikation mit einem Eisberg, dessen größter Teil im Wasser verborgen ist. „Unterhalb der Oberfläche wird es spannend. Dort befinden sich Werte und Normen, die von Kultur zu Kultur verschieden sind“, erklärte Henkel. So dauere es in Deutschland und in den USA nur fünf bis sechs Minuten, bis Gesprächspartner bei beruflichen Verhandlungen zum Wesentlichen kommen. In arabischen Ländern sowie in Spanien oder Italien lernen sich die Beteiligten erst einmal eine halbe Stunde kennen, um herauszufinden, ob sie überhaupt eine Geschäftsverbindung aufbauen können. Unterschiedliche Zeitauffassungen beziehungsweise verschiedene Interpretationen des Freundschaftsbegriffs können dann schnell zu Missverständnissen führen.

Strikte Trennung von Beruf und Privatleben in Deutschland besonders stark

Auch die strikte Trennung von Beruf und Privatleben ist laut Henkel nur in Deutschland so stark ausgeprägt. „In Japan zum Beispiel kommt es öfter vor, dass die Kollegen nach einem langen Arbeitstag eine Karaoke-Veranstaltung besuchen, sich betrinken und gegenseitig die Meinung sagen“, berichtete Henkel. Für ihn kommt es deshalb darauf an, sich auf neue Erfahrungen einzulassen und die Komfortzone zu verlassen. „Um da rauszukommen, müssen wir aber viel Energie aufwenden. Dann können wir viel erleben“, glaubt der 42-Jährige. Obwohl er die Aufnahme von Flüchtlingen nicht explizit ansprach, dürfte die Botschaft Henkels bei jedem Besucher angekommen sein.

Dem KAB-Ortsvorsitzenden Gerhard Beißler gefiel der rund einstündige Vortrag so gut, dass er den offiziellen Teil des Neujahrsempfangs mit einem Zitat des römischen Philosophen Seneca beendete: „Wir sind geboren, um gemeinsam zu leben. Und unsere Gemeinschaft ähnelt einem Gewölbe, in dem die Steine einander am Fallen hindern.“

von Peter Herrmann

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