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Kein schöner Anblick: Das kaputte Figurenensemble auf dem Neuen Platz. Seit der Sanierung des Platzes steht die „Schaffende Familie“ von Bildhauer Srb-Schloßbauer hinter den Pavillons.

Neuer Platz  

Kaputtes Figuren-Ensemble soll repariert werden

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Die zerstörte Figur ist restauriert, das Brunnen-Ensemble am Karl-Lederer-Platz wieder komplett. Aber was ist mit der Figurengruppe auf dem Neuen Platz in Geretsried? Schon seit Jahren ist die „Schaffende Familie“ unvollständig.

Gäste im Atelier: Bürgermeister Karl Lederer (li.), Bildhauer Wilhelm Srb-Schloßbauer (2. v. li.) sowie Inspektor Walter und Gemeinderat Direktor Frauendorf begutachteten das Gruppenmodell

Geretsried – Der Korb mit den überquellenden Weintrauben ist abgebrochen, und vom Sohn der „Schaffenden Familie“ sind nur noch der rechte Unterschenkel und ein Krug übrig. Das Figurenensemble auf dem Neuen Platz schaut trostlos aus. „Ich würde mir wünschen, dass es wieder instandgesetzt wird“, sagt eine Anwohnerin. Die Seniorin lebt schon seit einigen Jahrzehnten am Neuen Platz. „Aber ob ich das noch erleben werde?“, meint die 86-Jährige. „Ich würde mich jedenfalls darüber freuen.“

Überlebensgroßes Modell: Die „Schaffende Familie“, bestehend aus Vater (verdeckt), Mutter und Sohn – hier im Atelier des Bildhauers 1967.

Vor drei Jahren ist der Neue Platz wie berichtet im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms „Soziale Stadt“ umgestaltet worden. Jetzt gibt es einen Springbrunnen, steinerne Ruhebänke mit Holzauflagen und vor dem Außenbereich des Cafés einen Spielplatz für Kleinkinder. „Vor allem der Springbrunnen macht den Kindern Spaß“, sagt Helena Voudouri, die mit ihrem Mann Christos vor 13 Jahren das griechische Feinkostgeschäft in einem der Pavillons übernommen hat. Ihr gefällt der umgestaltete Platz. Besonders die Blumentröge hinter den Pavillons seien schön. „Die haben vorher gefehlt“, meint die 52-Jährige.

Die Stadt machte aus der Not eine Tugend: Bis vor ein paar Wochen standen die Pflanzgefäße noch auf dem Karl-Lederer-Platz. Aber das Stadtzentrum wird umgestaltet, und der Platz hat sich in eine Baustelle verwandelt. So zogen die Tröge kurzerhand auf den Neuen Platz um. Jetzt wäre es schön, wenn auch noch die beschädigte Figurengruppe repariert werde, meint die Griechin.

Der Geretsrieder Bildhauer Prof. Wilhelm Srb-Schloßbauer schuf im Auftrag der Stadt Geretsried mehrere Skulpturen: neben den drei „Wasserträgerinnen“ auf dem Karl-Lederer-Platz auch die „Schaffende Familie“ für den Neuen Platz. Vermutlich 1967, vielleicht auch 1968, wurde das Ensemble am Neuen Platz aufgestellt – und zwar vor dem benachbarten Hochhaus. Erst nach der Sanierung des Neuen Platzes zogen die Figuren auf die Fläche hinter den Pavillons um.

Über viele Jahre wurden sie im Winter nicht eingehaust. Kälte und Frost setzten den Skulpturen aus Travertin, einem mehr oder weniger poröser Kalkstein, zu. Das ist vermutlich auch die Ursache, warum zwei der drei Figuren kaputt sind, meint Ulrike Ebert, Tochter des 1972 verstorbenen Bildhauers. Die Geretsriederin war dabei, als Anfang April das instandgesetzte Brunnen-Ensemble auf dem Karl-Lederer-Platz enthüllt wurde. Ob die Figur im November 2015 durch Vandalismus oder eine starke Windböe zerbrach, wird sich wohl niemals klären lassen. Aber viele Geretsrieder spendeten Geld dafür, dass die zerstörte „Wasserträgerin“ restauriert werden konnte.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass auch die „Schaffende Familie“ wieder vervollständigt wird. „Wir haben einen Steinmetz beauftragt. Er soll uns sagen, wie eine Instandsetzung aussehen könnte“, sagt Ute Raach,Geschäftsführende Beamtin im Rathaus, auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Fachmann soll außerdem schätzen, was eine Restaurierung kosten könnte. Wenn das im Rahmen liegt, könnte die Stadt „das noch finanzieren“, meint Raach. Zum Vergleich: Die Sanierung der in zwölf Teile zerbrochene „Wasserträgerin“ kostete 6500 Euro. Allein 5000 Euro kamen durch Spenden zusammen.

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