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An dieser Grundschule ist Naschen ausdrücklich erlaubt

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Begeistern sich für den Schulgarten an der Karl-Lederer-Grundschule: (hinten v. li.) Irina Hermann und Franziska Seidl mit (vorne v. li.) Emilia, Zawiwe, Justus und Noah.
Begeistern sich für den Schulgarten an der Karl-Lederer-Grundschule: (hinten v. li.) Irina Hermann und Franziska Seidl mit (vorne v. li.) Emilia, Zawiwe, Justus und Noah. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Aus dem Innenhof der Karl-Lederer-Grundschule ist ein Schulgarten geworden, der sich sehen und schmecken lassen kann. Und: Die Kinder lernen dort viel.

Geretsried – Erdbeeren und Mangold, daneben Salat, Tomaten und Kräuter, auf dem Beet gegenüber locken Rosenbüsche mit ihrem betäubenden Duft Bienen an: Der Schulgarten der Karl-Lederer-Grundschule hat sich zu einem Fest für alle Sinne entwickelt. „Wir sehen ihn mittlerweile als Herzstück unserer Schule“, sagt Rektorin Elke Goymann.

Entstanden ist die Idee, den Schulinnenhof zu bepflanzen, im März 2020. „Damals waren die Kinder zu Hause, es gab noch keinen Wechselunterricht – also haben wir die Zeit genutzt, dieses Projekt umzusetzen“, erinnert sich Franziska Seidl, Klassenleiterin der 3d und federführend an der Umsetzung beteiligt. „So konnten wir als Inklusionsschule den Kindern etwas mitgeben, ihnen die Vielfalt der Natur und den damit verbundenen Kreislauf zeigen – auch, weil einige zu Hause nicht einmal einen Balkon haben.“

Motto: „Von der Hand in den Mund“

Frei nach dem Motto „Von der Hand in den Mund“ begann die Lehrerschaft anzupflanzen: Erdbeeren, Tomaten, Dill – „also alles, was man eben mal schnell vor Ort probieren kann“, sagt Seidl. Zusätzlich zu den Nutzpflanzen entstand eine Vogelschutz- und Insektenhecke. Die Notbetreuungskinder übernahmen anfangs das Gießen und halfen, Vorschläge aus einem Ideenwettbewerb umzusetzen. Ebenso wurden der Hort und die Mittagsbetreuung mit eingebunden. „Hier steckt viel Privatengagement der Kollegen drin“, lobt Goymann. „Sogar außerhalb der Schulzeit wurde gebuddelt.“

Inzwischen ist der Schulgarten nicht mehr wegzudenken, sogar erste Führungen fanden bereits statt. „Wir zeigen den Kindern, wie man sich gesund ernährt, wann was geerntet werden kann, aber auch, wie aus selbst gezogenen Samen neue Pflanzen entstehen“, fasst Irina Hermann von der Mobilen Reserve und selbst begeisterte Gartlerin die Grundziele zusammen. Dabei entstanden regelrechte Wettbewerbe. Jedes Kind bekam anfangs ein junges Tomatenpflänzchen mit nach Hause. „Mit Bilder zeigten sie sich gegenseitig, wie groß diese mit der Zeit geworden sind“, sagt Seidl und lacht.

Kinder sind begeistert

Umso mehr freuen sich die Schüler, wieder zurück in der Schule zu sein und das Wachstum in ihrem Garten zu beobachten. In Arbeitsgruppen wird gegossen und Unkraut gejätet. „Das macht richtig Spaß“, sagt Noah (9). „Und natürlich, dass wir auch etwas probieren dürfen.“ Zu seinen Favoriten zählen Erdbeeren und Radieschen. Die achtjährige Emilia und die ein Jahr ältere Zawiwe freuen sich zudem auf den Kohlrabi. „Wir dürfen auch vorschlagen, was wir im nächsten Jahr gerne hätten“, ergänzt Justus (9). Auf der Wunschliste stehen derzeit weitere Himbeer- und Brombeersträucher – und dass die Größe des Erdbeerfelds verdoppelt wird. „Damit es für alle reicht“, so Justos.

Weil man mit Pflanzen bekanntlich sprechen soll, haben sich die Grundschulkinder Namen für sie ausgedacht. Beerensträuche werden mit „Couscous“, „Schneewittchen“, „Gertrud“ und „Knut“ angesprochen, eine Sonnenblume heißt „Achmed“, ein Salat „Sally“. Und es scheint zu klappen: Der Schulgarten ist ein Kleinod geworden, das man am liebsten gar nicht mehr verlassen möchte.

sh

Eigentlich können die Kinder der Karl-Lederer-Schule jeden Morgen in der Mensa zusammen frühstücken. Wegen Corona geht das nicht - es gibt aber eine Alternative.

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