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Kein Platz mehr in der CSU-Fraktion: Stadtrat Volker Reeh (Mi.) wurde für die Wahl im März 2020 nicht mehr nominiert.

Kommunalwahlen 2020

„Feind, Todfeind, Parteifreund“ - CSU und Reeh  sind entzweit

Die CSU hat Volker Reeh nicht mehr für den Stadtrat nominiert. Der Einzelhändler findet dafür deutliche Worte.

Geretsried Zwischen Stadtrat Volker Reeh und Bürgermeister Michael Müller, beide CSU, gibt es seit Längerem Dissonanzen. Vor allem in der Frage der Zentrumsentwicklung sind sich die beiden nicht einig, was in vielen Stadtratssitzungen deutlich wurde. Reehs Ansichten missfallen offenbar auch der CSU-Ortsverbandsführung. Der 63-jährige ehemalige Fraktionssprecher und Wirtschaftsreferent des Stadtrats wurde nach 30 Jahren in der Kommunalpolitik nicht mehr für den Stadtrat nominiert. Unsere Mitarbeiterin Tanja Lühr sprach mit dem Einzelhändler über die Hintergründe.

Herr Reeh, haben Sie erwartet, dass Sie nicht mehr auf der Liste stehen würden?

Nicht unbedingt. Ich habe keine Fundamental-Opposition innerhalb der eigenen Fraktion betrieben, sondern nur meine Meinung vertreten zu Dingen, die ich anders sehe. Als mir der Ortsvorsitzende Ewald Kailberth in einem Brief andeutete, dass meine Bewerbung für eine Kandidatur vom Ortsvorstand abgelehnt wurde, habe ich nicht weiter nachgehakt. Nachdem mich auch in der Versammlung am Mittwoch niemand nachträglich vorgeschlagen hat, akzeptiere ich das Mitgliedervotum.

Sind Sie enttäuscht?

Was heißt enttäuscht? Sie kennen sicher die Steigerung: Freund, Feind, Todfeind, Parteifreund...

Wie geht es jetzt für Sie politisch weiter?

Ich werde Mitglied der CSU bleiben, denn auf Landesebene liegt mir diese Partei immer noch am nächsten. In der Kommunalpolitik kommt es meiner Meinung nach nicht so sehr auf die Parteizugehörigkeit an.

Das heißt, Sie könnten sich vorstellen, für eine andere Partei oder Gruppierung – vielleicht sogar für eine von Ihnen neu gegründete – bei der Stadtratswahl anzutreten?

Ich bin offen für alles außer ganz rechten Gruppierungen. Wenn ich gefragt würde, müsste ich darüber nachdenken. Zur Gründung einer eigenen Liste möchte ich mich nicht äußern. Sollte nichts davon klappen, gibt es auch ein Leben ohne Politik und ohne politisches Mandat.

tal

Lesen Sie auch: Warum Bürgermeister Michael Müller noch keinen Gegenkandidaten hat.

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