Aufruf Bürger Stadteil Stein
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Unterschriften statt Angebote: Steiner Bürger fordern einen neuen Lebensmittelladen.

Kein Supermarkt mehr im Viertel

Ehemaliger Penny: Die Bürger werden ungeduldig

Seit Juni steht Stein ohne Nahversorger da. Die Bürger verlieren allmählich die Geduld. Die Politik hat noch keine spruchreife Lösung für das Problem.

Geretsried – Im Geretsrieder Stadtteil Stein gibt es nach wie vor keinen Nahversorger. Seit die Filiale des Discounters Penny nach über 24 Jahren Mitte Juni geschlossen hat, stehen die Räume leer. Sie gehören der Geretsrieder Baugenossenschaft, die einen Nachmieter sucht.

Bislang ist allerdings keiner in Sicht. „Wir haben unser Such-Spektrum stark ausgeweitet und suchen inzwischen auch außerhalb des Lebensmittelsektors“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Selig. Interessenten für die gut 900 Quadratmeter große Gesamtfläche dürften sich jederzeit an die Baugenossenschaft wenden.

Penny hatte sein Geschäft in Stein mit dem Ende seiner Mietvertragslaufzeit aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben. Die Versorgung der Kunden sei mit den anderen beiden Filialen des Unternehmens an der Böhmerwald- und Sudetenstraße weiterhin gewährleistet, erklärte eine Sprecherin.

Leerstand: Im Juni hat Penny den Stadtteil Stein verlassen. Ein Nachmieter ist nicht in Sicht.

Im Kommunalwahlkampf Anfang des Jahres war die damals bevorstehende Schließung des Pennys Thema. Die Grünen setzten sich für den Erhalt des Discounters in Stein ein. Bürgermeister Michael Müller (CSU) schlug vor, günstige Rahmenbedingungen für eine Nachfolgenutzung zu schaffen, etwa eine Verschwenkung der Straße, um mehr Verkaufsfläche ermöglichen zu können. Direkt eingreifen könne die Stadt nicht. Freie Wähler und SPD diskutierten vor Ort mit Steiner Bürgern, die den Wunsch äußerten, dass in dem ehemaligen Penny-Markt am Steiner Ring wieder ein Lebensmittelgeschäft eröffnet.

Anonymer Autor kritisiert die Infrastruktur

Inzwischen ist der Rathauschef wiedergewählt und die neuen Stadträte sind im Amt. An dem Problem der Bürger hat sich dadurch nichts geändert. Vor dem ehemaligen Penny werden auf mehreren Seiten Unterschriften gesammelt. Ein zugehöriges Schreiben richtet sich direkt an den Bürgermeister. Der anonyme Autor kritisiert die Infrastruktur in Stein. In der ehemaligen Sparkassenfiliale hat ein Beautysalon eröffnet, im geschlossenen Penny-Markt herrscht Leere, daher schreibt er: „Herr Bürgermeister, wir sind schön genug, wir haben Hunger. Wir brauchen was zum Essen, einen Lebensmittelladen.“

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Bürgermeister Michael Müller erklärt auf Nachfrage, die Stadt stehe in engem Austausch mit der Baugenossenschaft als Eigentümerin der Liegenschaft, auch mit dem dortigen Quartiersmanagement würden regelmäßige Gespräche erfolgen. „Wir sind uns dieses Themas und seiner Bedeutung für unsere Bürgerinnen und Bürger in Stein natürlich sehr bewusst“, so der Rathauschef. Obwohl man diverse Möglichkeiten und auch Alternativen diskutiere, gebe es „zum jetzigen Zeitpunkt leider noch keine spruchreife Lösung“. Sobald sich daran etwas ändere, werde die Stadt beziehungsweise die Baugenossenschaft die Bürger in Stein umgehend informieren. Müller: „Wir bitten um Verständnis, dass wir derzeit noch nicht mehr dazu sagen können.“

sw

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