Der Allgemeine Sport Club Geretsried (ASC) ist noch ein recht junger Fußballverein.

Neuer Fußballverein muss in Ascholding spielen

Kein Platz für den ASC

  • schließen

Der Allgemeine Sport Club Geretsried (ASC) sorgte mit einem Zuschussantrag für eine rege Diskussion im Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport. Kulturreferent Hans Ketelhut sprach von einer „Lachnummer“, Bürgermeister Michael Müller nannte die Angelegenheit eine „Frage der Gerechtigkeit“, und Sportreferent Wolfgang Werner kündigte ein „Gipfeltreffen“ für Fußballvereine an, um die Problematik zu lösen.

Geretsried – Beim ASC handelt es sich um einen recht jungen Fußballverein. Spieler, die sich von den Fußball-Freunden Geretsried abgespalten haben, gründeten ihn im Jahr 2016. Inzwischen spielt die Mannschaft in der B-Klasse. Einziges Problem: der Platz. Die Böhmwiese ist im Winter mangels Umkleiden nicht für Punktspiele geeignet. Auf den Fußballplätzen in Gelting und Geretsried sind aber keine Kapazitäten mehr frei.

„Es gab sicher drei bis fünf Gespräche mit den anderen Fußballvereinen beim Bürgermeister, es war aber nicht möglich, die Gruppen zusammenzubringen“, erklärte Werner Rampfel vom Sportamt in der Sitzung. Mit den Fußballvereinen gebe es laufende Pachtverträge und viele Mannschaften hätten Anspruch auf Spielzeiten auf den Kunstrasenplätzen, das hätte man nicht mit den zeitlichen Wünschen des ASC in Einklang bringen können.

Für die Wintersaison haben die B-Klasse-Spieler nun ein Quartier in Ascholding gefunden. Auf dem Kunstrasenplatz des dortigen Fußballvereins darf der ASC seine 13 Punktspiele austragen – wenn er jeweils eine Miete in Höhe von 100 Euro entrichtet. „Sie bitten um einen 1.300 Euro hohen Zuschuss, weil sie selbst auch keine Einnahmen durch zum Beispiel Getränkeverkäufe generieren können. Ich befürworte den Antrag“, erklärte Sportreferent Wolfgang Werner (SPD).

„Wir stecken so viel Geld in die Fußballvereine. Es kann nicht sein, dass man sich da nicht arrangieren kann“, kritisierte Kulturreferent Ketelhut (CSU). Volker Witte (Grüne) und Sabine Lorenz (CSU) sorgten sich, ob entsprechende Anträge nun jedes Jahr kommen könnten. Auch Karin Schmid (CSU) forderte eine langfristige Lösung. „Ich bin enttäuscht von den Sportlern“, sagte sie. Man bemühe sich um Integration, und sei auf der anderen Seite nicht in der Lage, Geretsrieder Mitbürgern ein paar Stunden abzutreten. „Da muss man doch mal sein Hirn einschalten.“

Werner versicherte, an einer Lösung für die Saison 2018/19 zu arbeiten. Platzprobleme könnten nicht die Zukunft sein. „Geretsried wächst, und die Vereine werden immer mehr Zulauf bekommen“, sagte er. Die Stadt könne sicher nicht für alle Fußballer eine eigene Sportstätte bauen. Man müsse sich aber ohnehin langfristig etwas überlegen, da die Tage des Fußballplatzes an der Böhmwiese aufgrund der Zentrumsentwicklung gezählt seien. „Wir sind alle Geretsrieder und jeder will den Sport vernünftig nach außen darstellen.“

Bürgermeister Müller setzte sich für den ASC ein. „Woanders stecken wir Millionen rein, jetzt diskutieren wir eine halbe Stunde über 1.300 Euro.“ Müller plädierte dafür, den Zuschuss gerechterweise für diese Saison zu gewähren und zu sehen, wie sich der Verein spielerisch weiterentwickelt. Das Gremium folgte seinem Vorschlag schließlich einstimmig.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mit fast 2,4 Promille: Betrunkener liefert sich Verfolgungsjagd mit Polizei
Ein betrunkener Rumäne hat sich in der Nacht auf Donnerstag mit knapp 2,4 Promille eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Seine Erklärung klingt kurios. 
Mit fast 2,4 Promille: Betrunkener liefert sich Verfolgungsjagd mit Polizei
Lorenz-Areal in Geretsried: Diese Bedenken haben Anwohner, Polizei und Unternehmen
Anwohner befürchten eine „Trabantensiedlung“, die Polizei warnt vor Verkehrsproblemen, ein Unternehmen vor Ärger wegen Gewerbelärm: Die geplante Wohnbebauung auf dem …
Lorenz-Areal in Geretsried: Diese Bedenken haben Anwohner, Polizei und Unternehmen
Arbeiten am Schwaigwaller Bach in Geretsried ruhen – zum Schutz der Anwohner
Die Arbeiten am Schwaigwaller Bach ruhen zur Zeit. Seit rund vier Wochen tut sich auf der Baustelle nichts. Die Anwohner profitieren.
Arbeiten am Schwaigwaller Bach in Geretsried ruhen – zum Schutz der Anwohner
Untermarkt 10: Wieder keine Lösung –  Bürgermeister unterstellt „politisches Kalkül“
Mit einem gemeinsamen Antrag wollten CSU, SPD und Grüne den Knoten durchschlagen. Doch die Zukunft der vier städtischen Immobilien in der Altstadt steht nach wie vor in …
Untermarkt 10: Wieder keine Lösung –  Bürgermeister unterstellt „politisches Kalkül“

Kommentare