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Damit Eltern ihren Kindern wieder mehr vorlesen, hat die Stiftung Lesen eine neue Homepage eingerichtet.

Neue Homepage gibt Vorlesetipps

Kinder begeistern: Geretsrieder Büchereichef erklärt, warum Vorlesen so wichtig ist

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Damit Eltern ihren Kindern wieder mehr vorlesen, hat die Stiftung Lesen eine neue Homepage eingerichtet. Über das Konzept haben wir mit dem Leiter der Geretsrieder Stadtbücherei gesprochen. 

Geretsried – Die Stiftung Lesen will Eltern dazu animieren, ihren Kindern wieder mehr vorzulesen. Deshalb hat sie zusammen mit der Deutschen Bahn Stiftung die Homepage www.einfachvorlesen.de eingerichtet, auf der Mama und Papa jede Woche drei verschiedene, illustrierte Vorlese-Geschichten finden. Das ist in den Sommerferien besonders praktisch, denn so stehen die Geschichten auf Tablet oder Smartphone auch im Urlaub jederzeit zur Verfügung. Darüber und über den Wert des Vorlesens hat Redakteur Volker Ufertinger mit Björn Rodenwaldt, Chef der Geretsrieder Stadtbücherei, gesprochen.

-Herr Rodenwaldt, warum ist Vorlesen so wichtig?

Weil Kinderaugen leuchten können. Weil die Fantasie anders als zum Beispiel beim Fernsehen maximal angeregt wird. Alles muss man sich vorstellen. Man muss Verknüpfungen herstellen, Hintergrundinformationen ableiten, Bösewichte und Helden identifizieren. Dabei muss der Vorleser gar nicht der allerbeste sein. Das Kind wird allein die ungeteilte Aufmerksamkeit schätzen. Routine – also die Wiederholung von Geschichten – wird ebenfalls von den meisten Kindern geliebt. Nach und nach können so ungeübte Vorleser in ihre Rolle hineinwachsen, und die Geschichte jedes Mal aufs Neue erzählen. Die Stiftung Lesen hat 2016 eine Studie zu dem Thema veröffentlicht. Das Fazit war, dass sich selbst eine kleine Geschichte am Abend positiv auf die spätere Entwicklung auswirkt. Das abstrakte Denken, die Vorstellungskraft und Konzentrationsfähigkeit werden gesteigert. All das benötigt man im späteren Schul- und Berufsleben.

-Welche Bücher sind zum Vorlesen geeignet?

Björn Rodenwaldt Der Leiter derGeretsrieder Bücherei istüberzeugt, dass VorlesenKinder extrem fördert.

Jedes Buch, das ein Kind gerade fesselt. Natürlich gibt es viele Klassiker der Jugendliteratur, die spannend sind. Das nützt nur nichts, wenn meine Tochter sich aktuell für Dinosaurier oder der Sohn sich nur für Ninjas interessiert. Selbst Bücher, die vielleicht nicht ganz altersgerecht erscheinen, können vorgelesen werden, da man als Vorleser ja einiges anpassen kann. Geeignet muss nur der Vorleser sein. Hier dürfen wirklich Stimmen verstellt werden, Explosionen oder schaurige Höhlen, Angst- und Freudenschreie auftauchen. Das Kind wird es einem danken. Für Empfehlungen schlage ich einen Besuch der Stadtbücherei vor. Übrigens sind Leseausweise für alle Kinder- und Jugendlichen unter 18 Jahren kostenlos.

Auch interessant: Geretsrieder Stadtbücherei: Steigende Zahlen und eine neue Welt

-Wenn ich meinem Kind etwas vorlesen will, bekomme ich in der Geretsrieder Stadtbücherei Beratung?

Selbstverständlich. Es gibt eigentlich nichts Besseres, als in diesem Fall eine Stadtbibliothek zurate zu ziehen. Wir nehmen uns sehr gern Zeit, gehen auf die Interessen des Kindes ein und unterstützen die Eltern. Das Team und ich kennen den Markt, die aktuellen Entwicklungen, Neuheiten und viele tolle, spannende Themen und Geschichten. Ich möchte nicht allzu viel verraten, aber in Zukunft wird es auch in Kooperation mit ein paar anderen Einrichtungen einen zweitägigen Workshop geben, bei dem man sich zum zertifizierten Vorleser ausbilden lassen kann.

-Was halten Sie von der Homepage www.einfachvorlesen.de der Stiftung Lesen?

Die neu gestaltete Homepage ist klasse. Medial interessierte Kinder und deren Eltern werden so gezielt abgeholt. Die Geschichten sind sogar als PDF-Datei speicherbar. Die Erinnerungsfunktion per WhatsApp ist auch sehr schick. Ich schätze die Arbeit der Stiftung Lesen in vielerlei Hinsicht. So nehmen wir zum Beispiel am bundesweiten Vorlesetag an jedem dritten Freitag im November teil. Seit zwei Jahren veranstalten wir eine stadtweite Rallye. Mit etwa 15 bis 20 Partnern aus dem Kultur-, Bildungs- und Freiwilligenbereich haben wir über ganz Geretsried verteilt Vorlesestationen mit Vorlesepaten. vu

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