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Stadt plant neue Kita: Zehn Gruppen, zehn Millionen Euro

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Von: Susanne Weiß

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Die geplante Kindertagesstätte im Vorentwurf: Das längliche Gebäude soll auf der Nordseite des bewaldeten Grundstücks entstehen, quer zur Johann-Sebastian-Bach-Straße. Die quadratische Fläche westlich deutet den bestehenden Spielplatz am Robert-Schumann-Weg an. Visualisierung: Degle.degle-Architekten
Die geplante Kindertagesstätte im Vorentwurf: Das längliche Gebäude soll auf der Nordseite des bewaldeten Grundstücks entstehen, quer zur Johann-Sebastian-Bach-Straße. Die quadratische Fläche westlich deutet den bestehenden Spielplatz am Robert-Schumann-Weg an. (Visualisierung) © Degle.degle-Architekten

Die geplante Kita in Geretsried nimmt Formen an. Der Vorentwurf steht. Die Kostenschätzung liegt bei 10 Millionen Euro - es könnte noch mehr werden.

Geretsried – Bürgermeister Michael Müller hatte schon vorgewarnt, als der Haupt- und Finanzausschuss vergangene Woche in die Haushaltsdebatte für 2023 eingestiegen ist. Am Dienstag bekam der Bau- und Umweltausschuss des Stadtrats es schwarz auf weiß: Für die neue Kindertagesstätte (Kita) an der Johann-Sebastian-Bach-Straße muss die Kommune mit geschätzten Kosten in Höhe von knapp zehn Millionen Euro rechnen. Angesichts der wirtschaftlichen Lage könnte es sogar noch mehr werden.

Mit dem Neubau will die Stadt 198 zusätzliche Kita-Plätze schaffen – verteilt auf sechs Kindergarten- und vier Krippengruppen. Die Betreuungssituation ist bekanntlich seit Jahren angespannt. Seit einer Weile laufen die Planungen für die Einrichtung. Dabei wurde die Lage nördlich auf dem dreieckigen Grundstück ausgemacht. So lassen sich hohe Kosten für den Aushub umgehen. Auf dem Gelände war früher eine Kiesgrube, die in den 1970er- Jahren mit Müll und Bauschutt aufgefüllt wurde.

Geretsried: Kita an Johann-Sebastian-Bach-Straße kostet knapp zehn Millionen Euro

In der jüngsten Sitzung stellte Annette Degle von Degle.Degle-Architekten im schwäbischen Königsbrunn den Vorentwurf vor. Zwischen Straße und Gebäude sind Parkplätze vorgesehen. Über einen Weg geht es zum Eingang auf der Nordseite. Dort soll es auch eine Einhausung für Kinderwagen und Räder geben. Die künftige Kita wird barrierefrei mit einem Aufzug erschlossen.

Im Erdgeschoss bekommt die Krippe ihren Bereich. „Die Gruppenräume sind zur Südseite ausgerichtet“, erklärte Degle. Die Garderoben werden elegant in Nischen in dem langen Flur versteckt. Zu jeder Krippengruppe gehören ein Schlaf- und Sanitärraum. Ebenfalls im Erdgeschoss entstehen eine Anlieferungsküche mit Ausgabe und Spülmöglichkeit sowie ein teilbarer Mehrzweckraum.

Garten soll von Kiesbänken an Isar inspiriert sein

Der Kindergarten soll im Obergeschoss unterkommen. Die Gruppenräume sind analog zur Krippe angeordnet. Analog zum Erdgeschoss entstehen gegenüber Räume für Therapie, wartende Eltern, Personal und die Leitung. „Wir arbeiten mit zwei Büros, da es noch keinen Träger gibt“, erläuterte Degle. Das Büro im Erdgeschoss könnte gegebenenfalls auch als Therapieraum genutzt werden.

Die Fassade der Kita haben die Architekten mit viel Glas und Holz gestaltet. Im Garten bekommen Kindergarten- und Krippenkinder je ihren eigenen Bereich. Landschaftsarchitekt Harry Dobrzanski vom Büro „Die Grille“ will sie mit bespielbaren Hügeln trennen, die von den Kiesbänken an der Isar inspiriert sind. „Es soll ein Relief entstehen, das zum Spielen anregt“, sagte er. Um das Gelände nicht zu überfrachten, sieht er an Geräten nur einen Kletterwald, Schaukel und Rutsche vor. Je nach pädagogischem Konzept sei das ausbaubar. Damit die Kindergartenkinder nicht mit unter Umständen dreckigen Schuhen aus dem Garten quer durchs Gebäude müssen, gibt es eine Außentreppe auf der Westseite.

Architektin rät: „Bitte planen Sie Reserven ein“

Degle und Dobrzanski betonten die Wirtschaftlichkeit ihrer Planung. Laut Kostenschätzung fallen für das Bauwerk samt Ausstattung, Außenanlagen und Nebenkosten 9,96 Millionen Euro an. Der Preis orientiere sich an den Erfahrungen ihres Büros und dem Baupreisindex, so Degle. Allerdings gab sie zu bedenken, dass es vergangenes Jahr bei den Baukosten eine Steigerung in Höhe von 19,7 Prozent gab – und niemand wisse, wie es weitergehe. „Bitte planen Sie Reserven ein“, riet die Expertin. An einzelnen Stellen gebe es Einsparpotenzial, führte Bernd Edenhofer vom gleichnamigen Ingenieurbüro für Gebäudetechnik aus Antdorf aus. Er empfahl, die geplante Photovoltaikanlage nicht vollflächig, sondern für den Eigenbedarf zu bauen und zudem auf eine Wasserwärmepumpe zu setzen.

Der Bau- und Umweltausschuss segnete den Vorentwurf bei einer Gegenstimme von Arthur Wolfseher (SPD) ab. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

sw

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