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Neue Freunde: Florian Pflaum mit dem Findelkater. 

Herzergreifend

Kleiner Kater wird von Fluten in Becken gespült - Er hat keine Chance, dann passiert Wunder

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Bei strömendem Regen geriet ein junger Kater ins Rückhaltebecken im Geltinger Gewerbegebiet. Beinahe wäre er dort ertrunken. Doch Florian Pflaum, Mitarbeiter des Geretsrieder Bauhofs, entdeckte ihn rechtzeitig.

Geretsried – Eigentlich war es ein ganz normaler Arbeitstermin. Florian Pflaum, Mitarbeiter des Geretsrieder Bauhofs, kontrollierte am Montagmorgen das Rückhaltebecken im Geltinger Gewerbegebiet. „Grund dafür waren die anhaltenden Regenfälle“, sagt Pflaum. Doch ein Blick in die Tiefe ließ ihn erstarren.

„Der Boden verläuft hier konisch. Etwa ein Quadratmeter in einer Ecke war noch nicht mit Wasser bedeckt“, berichtet der 32-Jährige. Und auf diesem immer kleiner werdendem Fleck kauerte ein getigertes Kätzchen. Als es Pflaum sah, fing es jämmerlich an zu miauen. Der Oberbuchener, selbst Besitzer zweier Katzen und eines Hunds, zögerte nicht lange. Er holte eine Leiter und kletterte in das etwa 3,50 Meter tiefe Becken. „Eine Stunde später – und das Tier wäre ertrunken.“

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Pflaum nahm die Katze, die sich sofort zutraulich an ihn schmiegte, auf den Arm und brachte sie ins Auto. „Sie, oder genauer gesagt er, schließlich war es ein Kater, war nur noch Haut und Knochen und am Ende seiner Kräfte“, beschreibt Pflaum den Zustand des Tieres. „Er muss schon sehr lange dort unten gesessen haben.“ Wie der junge Kater in die Notlage geriet, darüber kann man nur spekulieren.

Das Tier einfach ins Gras setzen und es gut sein lassen? Das kam für den tierlieben Bauhofmitarbeiter nicht in Frage. Er fuhr zu einer Tierärztin in der Nähe und kontaktierte das Tierheim. „Er ist weder gechipt noch tätowiert, ebenso lag keine Suchanzeige vor.“

Also was tun? Pflaum beschloss, den Kater mit in den Bauhof zu nehmen. Und weil er gerade schon unterwegs war, kaufte er auf dem Rückweg noch ein bisschen Katzenfutter, um den Kleinen aufzupäppeln.

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Der Kater seinerseits scheint mit seinem vorübergehenden Zuhause in der trockenen und warmen Schlosserei des Bauhofs mehr als zufrieden zu sein. Die Mittagspause verbringt der Vierbeiner mit Vorliebe schnurrend im Arm seines menschlichen Freundes. Nur mit der Stubenreinheit hapert es noch. „Er hat in der Nacht auf Dienstag in meinen Schuh gemacht“, erzählt Pflaum. Doch sei’s drum, wer könnte dem kleinen Tiger böse sein?

„Da haben sich zwei gefunden“, urteilen die Kollegen vom Bauhof, die neuerdings noch lieber in der Schlosserei vorbeischauen und großzügig Streicheleinheiten verteilen. „Da stimmt die Chemie.“ Pflaum hofft dennoch, dass sich der Besitzer des Katers meldet. „Irgendjemand muss den kleinen Kerl doch vermissen und ihn verzweifelt suchen“, glaubt er.

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Für den Kater wird es in jedem Fall ein Happy End geben. „Entweder der Besitzer meldet sich – oder ich behalte ihn selbst“, sagt Pflaum und krault das kleine Fellknäuel unter dem Kinn. Das wären auch keine schlechten Aussichten: Auf Pflaums Bauernhof in Oberbuchen warten schließlich schon zwei Spielkameraden.  sh

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