Vorsichtig wird der Baum auf den Lkw umgeladen.
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Alles waagrecht: Vorsichtig wird der Baum auf den Lkw umgeladen.

Bauhof stellt den ersten Christbaum auf dem neuen Karl-Lederer-Platz auf

Geretsried: Kommt ein Christbaum geflogen

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Premiere für den neu gestalteten Karl-Lederer-Platz: Nach der Zwangspause durch die Baustelle steht jetzt vor dem Rathaus wieder ein Christbaum. Geschmückt mit 400 Lämpchen, wird er die Geretsrieder in der Adventszeit auf das Weihnachtsfest einstimmen.

  • Zur Einstimmung auf die Adventszeit stellt die Stadt große, beleuchtete Christbäume auf
  • Gespendet haben die Fichte und die beiden Tannen Geretsrieder Bürger
  • Die Christbäume stehen auf dem Karl-Lederer-Platz, dem Neuen Platz und dem Dorfplatz in Gelting

Geretsried – Am frühen Dienstagmorgen steht die etwa neun Meter hohe Fichte noch in einem Garten am Meisenweg. Anni Hahn hat sie der Stadt zur Verfügung gestellt. Der Baum ist günstig am Rand des Grundstücks positioniert und gut erreichbar. Bauhof-Chef Helmut Hodolitsch hat den Nadelbaum bereits inspiziert und wirft noch einmal einen prüfenden Blick über den Gartenzaun. „Das passt alles“, sagt der Geretsrieder.

Spezialfirma packt mit an

Bereits in Position steht der Lkw samt Ladekran und Anhänger der Firma Lantenhammer. Der Geltinger Betrieb macht weltweit tonnenschwere Spezialtransporte. Im Vergleich ist der Christbaum geradezu ein Leichtgewicht. Via Fernbedienung dirigiert Claus Bader den Ausleger des Krans in die richtige Richtung. „Wenn der Baum abreißt, nehmen wir den nächsten“, scherzt der Fachmann. In den Nachbargärten stehen noch ein paar große Nadelbäume. Doch soweit wird es nicht kommen.

Alles im Blick: Claus Bader von der Firma Lantenhammer dirigiert den Kran. 

Derweil macht sich Florian Dillmann vom Bauhof an der Fichte zu schaffen. Mit einem großen Beil entfernt er im unteren Bereich störende Äste. Über ein Fahrzeug mit Hubarbeitsbühne lässt sich einer seiner Kollegen in die Höhe fahren. Er muss am Stamm einen Gurt fixieren und verschwindet dabei fast zwischen den Ästen. Jetzt kann Bader den Kran mit Kette und Haken herunterlassen, damit der Gurt eingehängt werden kann.

Für Bauhof-Chef Hodolitsch ist es der letzte Christbaum

Helmut Hodolitsch hat das Prozedere im Blick. Er arbeitet seit 40 Jahren für die Stadtverwaltung und hat schon viele Christbaum-Transporte mitgemacht. Dieser wird sein letzter sein – im nächsten Jahr will der Bauhof-Chef in Ruhestand gehen. „Am wenigsten geht kaputt, wenn man das Band richtig in den Haken einhängt und den Baum dann gleichmäßig hochzieht, damit er gerade hängt“, verrät er. Abbrechende Äste sind seine größte Sorge. „Schlimmer wäre es, wenn wir schon Minustemperaturen hätten und alles gefroren wäre. Aber das hatten wir Gott sei Dank noch nie.“

Noch alles dran: Ein Kollege von Claus Bader prüft die Äste des Christbaums.

Jetzt ist der Baum am Kran fixiert. Bauhofmitarbeiter Peter Schelle wirft die Motorsäge an und setzt am Stamm ein paar Schnitte. Die Fichte verliert ihr Gleichgewicht und neigt sich auf die rechte Seite. Der Kran fängt sie auf, und sie schwebt über den Gartenzaun auf die Starleiten. Sanft landet der Baum auf dem Boden. Ein leises Knacken ist zu hören. Aber der Baum scheint den Transport gut überstanden zu haben. Damit die unteren Äste nicht durch das Gewicht des Baums beschädigt werden, kommen unter den Stamm Stützen. Anschließend wird ein zweiter Gurt um selbigen gewickelt. Daran wird ein zweiter Haken befestigt. Anschließend schwebt die Fichte senkrecht über parkende Autos hinweg in Richtung Anhänger, wo sie wieder sanft abgeladen wird. „Noch 40 Zentimeter muss er runter“, schallt es in Richtung Kranführer. Der nickt, und dann ruht der Baum sicher auf dem Transporter.

Damit der etwa 650 Meter lange Weg zum Karl-Lederer-Platz ebenfalls sicher zurückgelegt werden kann, wird die Fichte mit Spanngurten fixiert. „Passt’s mir auf die Äste auf“, mahnt Hodolitsch. „Die müssen noch rauf.“ Dann setzt sich der Tross in Bewegung. Glück gehabt: Zurück bleiben nur ein paar kleine Äste.

Kommt ein Baum geflogen: Ganz langsam nähert sich die Fichte der Halterung, die in den Boden auf dem Karl-Lederer-Platz eingelassen ist. 

Auf dem Karl-Lederer-Platz ist schon alles vorbereitet, als der Lantenhammer-Lkw eintrifft. Einige Wochenmarktbesucher werfen neugierige Blicke auf den Transporter und seine wertvolle Fracht. Auch der Bauhof-Chef schaut noch einmal kritisch auf die Ladung. Er seufzt. Ein Ast ist abgeknickt. „Naja, es wird schon gehen“, sagt Hodolitsch pragmatisch. Einmal habe man ein Loch bohren müssen und einen abgebrochenen Ast wieder eingesetzt. Doch das wird nicht nötig sein.

Sitzt, passt und wackelt nicht

Dann geht’s auch schon los: Ein letztes Mal schwebt die Fichte über die Erde und gleitet wie von Zauberhand in den neuen, massiven Ständer unweit des Rathauses. „Es braucht nichts zugeschnitzt werden“, freut sich der Bauhof-Chef. Sein Team drückt ein bisschen und zieht die Schrauben fest. Ganz zufrieden ist Hodolitsch noch nicht. „Ein Dutterl noch“, sagt er zu seinen Mitarbeitern an der Halterung. Die setzen noch einen Keil ein. Schließlich soll der Baum von allen Seiten möglichst gerade in den Himmel ragen. „Mir gefällt er“, meint Hodolitsch, „sehr schön schaut er aus.“ Jetzt ist Bauhof-Elektriker Günter Kachel am Zug. 30 Lichterketten wird am Dienstag und Mittwoch anbringen, um den Christbaum zum Strahlen zu bringen.

Nachhilfe: Mit Hammer und Eisen bringt das Bauhof-Team den Stamm in die richtige Position.

Auch der Neue Platz bekommt an diesem Tag einen Christbaum: eine zirka acht Meter hohe Tanne, die Alexandra Lang aus dem Steiner Ring zur Verfügung gestellt hat. Und auch die Geltinger dürfen sich über einen Weihnachtsbaum freuen. Gunter Schiebel aus dem Achenseeweg hat eine etwa sechs Meter hohe Tanne gespendet. Sie wird den Dorfplatz zum Leuchten bringen.

nej

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