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Diebstahl im großen Stil: Zweimal schlugen Einbrecher im Oktober 2015 im Isartaler Elektromarkt zu.

Von Blitzeinbruch bis Cannabis-Plantage

Die Polizei berichtet: Wie sicher ist Geretsried?

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Geretsried – Letztes Jahr gab es in Geretsried mehr Straftaten als im Jahr davor. Die Polizei beruhigt die Bürger. Betont aber trotzdem wachsam zu bleiben.

1285 Straftaten sind im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich der Geretsrieder Polizeiinspektion verübt worden. Das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zum Jahr davor. Trotzdem sei die Sicherheitslage sehr gut, sagt Dienststellenleiter Walter Siegmund.

Der Zuständigkeitsbereich der Dienststelle umfasst die Stadt Geretsried sowie die Gemeinden Dietramszell und Königsdorf. Gut 31 000 Menschen leben auf etwa 170 Quadratkilometern. 2015 wurden in diesem Gebiet 1285 Straftaten begangen. Im Vorjahr waren es laut Statistik 1241 – das war die mit Abstand niedrigste Quote seit 2007 (1662 Fälle). Die Aufklärungsquote lag bei knapp 64 Prozent (2014: 67 Prozent).

„Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, wie es im Fachjargon heißt, wurden im vergangenen Jahr 15 (13) verübt. Dazu gehören generell exhibitionistische Handlungen, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung. Die Zahl der Körperverletzungen stieg von 164 auf 195, die der Diebstähle erhöhte sich merklich von 354 auf 413. Allein die Anzahl der gestohlenen Fahrräder nahm um fast ein Drittel zu. Auch mehr Sachbeschädigungen verzeichnete die Dienststelle: 197 Fälle stehen in der Statistik, im Vorjahr waren es 178. Die Betrugsdelikte stiegen von 92 auf 112 an.

Bei den Betäubungsmitteldelikten registrierte die Polizei einen deutlichen Rückgang.

Bei den Betäubungsmitteldelikten registrierte die Polizei einen deutlichen Rückgang. Die Zahl sank von 123 auf 54. Das bedeute jedoch keineswegs eine Abnahme des Betäubungsmittelmissbrauchs insgesamt, schränkt Siegmund ein. Die geringe Zahl sei vielmehr auf die Personalsituation zurückzuführen. Einige Beamte waren in den G 7-Gipfel in Garmisch-Partenkirchen eingebunden. Zum anderen gab es Siegmund zufolge zwei Marihuana-Funde, die einen größeren Ermittlungsaufwand nach sich zogen: Im September entdeckten die Polizisten in der Wohnung eines Geretsrieders (33) am Carl-Maria-von-Weber-Weg eine Cannabis-Plantage. Stolze zwei Kilogramm Marihuana fanden die Beamten im November in einem Reifenstapel in einer Tiefgarage am Prießnitzweg. Wem die Pakete gehörten, ist nach wie vor unbekannt. „Die Spurenauswertung läuft noch“, ergänzt der Polizeihauptkommissar.

Spektakulär waren die beiden Blitzeinbrüche im Isartaler Elektromarkt im Oktober: Beim ersten Mal rammten Unbekannte das Eingangstor mit einem Auto nieder und entwendeten Handys und Tablets im Wert von mehreren zehntausend Euro. Drei Tage später drangen erneut Einbrecher in den Markt ein.

Die Zahl der Einbruchsdiebstähle erhöhte sich nur leicht. Sie stieg von zehn auf zwölf Fälle. Allerdings sei es nur zwei Dieben gelungen, tatsächlich in Wohnungen einzusteigen und Gegenstände zu entwenden. In den übrigen Fällen scheiterten die Täter an Fenstern und Türen, weil sie teilweise „stümperhaft“ mit ihrem Werkzeug umgingen, sagt Siegmund.

Trotz der leicht gestiegenen Zahlen im Jahr 2015 stuft der Dienststellenleiter die Sicherheitslage in seinem Zuständigkeitsbereich als „insgesamt sehr gut“ ein. „Die Menschen können in unserem Bereich sicher leben. Allerdings sollte man grundsätzlich wachsam, vorsichtig und kritisch sein.“ nej

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