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Als Folge aus dem Verkaufs- und Produktionsstopp: Die Firma Sieber hat Insolvenz angemeldet.

Stellungnahme im Wortlaut

Landrat bedauert Sieber-Insolvenz und weist Kritik zurück

Geretsried - Landrat Josef Niedermaier bedauert den Insolvenzantrag der Firma Sieber. Zugleich betont er, dass seine Behörde aus Gründen des Verbraucherschutzes nicht anders handeln konnte.

Am Nachmittag erreichte uns folgende Pressemitteilung des Landratsamtes, die wir hier im Wortlaut veröffentlichen:

Landrat Josef Niedermaier „bedauert den Insolvenzantrag der Firma Sieber, einem Unternehmen in unserem Landkreis sehr. Dennoch konnte an der fatalen Konstellation, welche nun letztendlich zur Schließung des Betriebs führte - aus Gründen des Verbraucherschutzes nicht gerüttelt werden.“ Das Landratsamt hat in den letzten Wochen alles getan, um der Firma aus der bestehenden, sehr schwierigen Lage zu helfen. Am wenigsten konnte der Landkreis Bad Tölz Wolfratshausen ein Interesse daran haben, dass die Firma Sieber einen Insolvenzantrag stellen muss.

Landrat Josef Neidermaier.

Offensichtlich ist es jedoch der Firma Sieber nach wie vor nicht gelungen, die Kontaminationsquelle der Listerien zu finden. Dies wäre der erste Schritt in Richtung eines Neuanfanges gewesen. Für die von der Firma Sieber erbetene Krisenkonferenz hat sich das Landratsamt stets offen gezeigt. Voraussetzung einer solchen wäre allerdings gewesen, dass die Firma Sieber zusammen mit einem externen Sachverständigen damit beginnt, ein Konzept zu erarbeiten, wie man künftige Listerieneinträge in Produkte ausschließen kann.

Dass es dem Unternehmen nicht gelungen ist, diese Möglichkeit umzusetzen, bedauert Landrat Josef Niedermaier sehr: „Ich war selbst Arbeitgeber im Lebensmittelhandwerk und kann mich sehr gut hineinversetzen, was Herr Schach und seine Mitarbeiter gerade durchmachen. Als Unternehmer fühlt man sich natürlich immer verantwortlich für seine Mitarbeiter und es ist schlimm, wenn diese ihren Arbeitsplatz verlieren.“

Auch bezüglich der Frage, was mit den vom Rückruf und Verbot des Inverkehrbringens betroffenen Produkten passieren soll, wurde die Firma Sieber vom Landratsamt beraten. Obwohl das Landratsamt grundsätzlich nicht in der Beratungspflicht steht, wurde auf die am 31.05.2016 geäußerte Frage der Firma am 02.06.2016 mitgeteilt, dass die vom Rückruf und Verbot des Inverkehrbringens betroffenen Produkte als K 2 Material nach der Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung (TierNebV) zu entsorgen sind.

Die Frage, was mit den Rohwaren passieren soll, hatte lauf Geschäftsführung der Fa. Sieber keine hohe Dringlichkeit. Da die Rohwaren nicht vom Bescheid vom 28.05.2016 erfasst sind, lag diese Frage im Verantwortungskreis der Fa. Sieber und ihrer Anwälte. Die Aussage, dass die Firma Sieber nach eigenen Angaben von den Behörden zu wenig über jüngst eintreffende Probeergebnisse informiert wurde, kann nicht nachvollzogen werden.

Den die Firma Sieber vertretenden Anwälten wurde jederzeit Akteneinsicht gewährt, zuletzt am heutigen Tage. Die Fa. Sieber hat ihr Recht auf Akteneinsicht wiederholt und in dem für notwendig befundenen Umfang ausgeübt. Jetzt davon zu sprechen, man hätte von den Behörden zu wenige Informationen bekommen, passt nicht mit der Tatsache zusammen, dass man die Akteneinsicht selbst in der Hand hatte.

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