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2200 Euro an Bürgermeister Michael Müller übergeben

Landsmannschaften sammeln für zerstörte Brunnenfigur

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Geretsried - Die zerstörte "Wasserträgerin" soll wieder auferstehen. Für die Restaurierung der Brunnenfigur hat die Sudetendeutsche jetzt 1000 Euro an Bürgermeister Michael Müller übergeben. Die Südostdeutsche Landsmannschaft sowie die Trachtengruppe der Deutschen aus Ungarn und der Banater Schwaben stockten den Betrag noch einmal auf.

Auf fast jeder alten Ansichtskarte sind sie drauf: die Brunnenfiguren des sudetendeutschen Bildhauers Wilhelm Srb-Schloßbauer. Seit November fehlt eine der „Wasserträgerinnen“, weil sie Unbekannte zerstört haben. „Als wir davon erfahren haben, hat uns das sehr traurig gestimmt“, sagte Walter Pilz. Viele Geretsrieder habe diese Nachricht bewegt, so der Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Am Freitag übergab er mit Franz Pikal an Bürgermeister Michael Müller 1000 Euro für die Reparatur der Figur. Einige Wochen zuvor hatte die Egerländer Gmoi 500 Euro gespendet, und von der Griechischen Gemeinde waren 700 Euro eingegangen.

Zahlreiche Spender, ein Empfänger: Bürgermeister Michael Müller (5. v. li.) freute sich über Umschläge, Scheine und einen symbolischen Scheck von (v. li.) Reinhold Mayer mit Ehefrau Dr. Sabine Gus-Mayer, Gerhard Teubert, Karl Raminger, Franz Frey, Walter Pilz, Franz Pikal, Stefan Rieder, Franz Wagner und Ewald Kailberth. 

Bei der Übergabe am Freitag legten die Südostdeutsche Landsmannschaft, die Trachtengruppe der Banater Schwaben und die Trachtengruppe der Deutschen aus Ungarn jeweils noch einmal 400 Euro drauf. „Auch wir wollten dazu einen Obolus geben“, sagte Stefan Rieder von den Banater Schwaben. Die finanziellen Möglichkeiten der Trachtengruppe seien allerdings begrenzt. Entscheidend sei nicht die Höhe der Summe, sondern die Symbolik, die dahinterstehe, sagte Bürgermeister Müller, als er sich bei allen Spendern bedankte. „Das zeigt, wie stark wir an diesen Dingen hängen.“ Seit 1960 gehört das Figuren-Ensemble zum Karl-Lederer-Platz. „Der Brunnen ist ein identitätsstiftendes Symbol der Stadt“, sagte der Rathauschef. Umso schlimmer sei es, dass die Figur mutwillig zerstört wurde. „Auf die Täter gibt es leider keine Hinweise.“

Schäden durch Vandalismus sind laut Müller ein Phänomen der Zeit. Erst vor ein paar Tagen war die Vaterunser-Säule vor der Petruskirche demoliert worden. Müller möchte sich mit Fachleuten darüber unterhalten, ob sich bei solchen Taten ein Muster erkennen lässt und ob man daraus auf eine Gruppe schließen kann. „Dann stellt sich die Frage, wie wir damit umgehen.“ Das sei ein langer und mühsamer Weg, aber besser, als Überwachungskameras aufzuhängen und Wachleute einzustellen. Reinhold Mayer von der Südostdeutschen Landsmannschaft stimmte ihm zu: „Ich würd’s nicht gern sehen, das ist wirklich der letzte Weg.“

Derzeit ist die in acht Teile zerbrochene Figur bei einem Steinmetz eingelagert. Dass die Figur nicht mehr aufgestellt und der verbliebene Teil der Füße samt Ente als Mahnmal stehen bleibt, kommt aus Sicht des Bürgermeisters nicht in Frage. „Es gibt viele Ideen.“ Darüber entscheiden will der Kulturausschuss am 12. April. Zur Diskussion stehen eine Reparatur, ein Nachbau aus Stein oder ein Guss aus Bronze. Kreisobmann Pilz: „Uns wäre eine möglichst nachhaltige Lösung am liebsten.“ 

Doris Schmid

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