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Lautlos gleiten Segelflieger durch die Lüfte. Bis sie allerdings oben sind, macht dies zuweilen Lärm. Dies war Thema am FW-Stammtisch. 

Diskussion am Stammtisch der Freien Wähler

Leise Annäherung in Sachen Fluglärm

Über Fluglärm, ausgehend vom Segelflugzentrum (SFZ) in Königsdorf, diskutierten die Freien Wähler (FW) bei ihrem jüngsten Stammtisch im Gasthaus Geiger.

Geretsried  Hans-Jürgen Pfisterer wohnt am südlichen Ende von Stein. Er fühlt sich durch die Geräusche der Motorflugzeuge, die die Segelflieger in die Höhe ziehen, gestört.

Es sei zwar besser geworden in den vergangenen Jahren, räumte der Stammtischbesucher ein. Aber es gebe immer noch „Ausreißer“, so Pfisterer. Der langjährige, ehemalige Vorsitzende des Vereins für Haus- und Wohneigentum sagte an die Adresse der anwesenden FW-Stadträte, er verstehe nicht, warum der Stadtrat einen Sport für Betuchte finanziell unterstütze. Die Stadt bezuschusst auf Antrag der Segelfluggruppe Isartal (SGI) den Kauf eines neuen Flugzeugs mit 25.000 Euro. „Es gibt doch genügend andere Institutionen, die das Geld dringender brauchen könnten“, meinte Pfisterer.

Neues Flugzeug wird für Nachwuchs verwendet

FW-Fraktionschef Robert Lug erklärte, er habe dem Antrag zugestimmt, weil das neue Flugzeug – das im Übrigen ein altes ersetzt und somit nicht die Flotte vergrößert – für die Jugendarbeit verwendet werde. Der Nachwuchs könne mit dem insgesamt 95.000 Euro teuren, neuen Modell namens Discus-2b auch an Wettbewerben teilnehmen. Lug widersprach der Behauptung Pfisterers, Segelfliegen sei ein elitärer Sport. Genau wie beim Tennis könne sich heute jeder Normalverdiener eine Mitgliedschaft leisten. Hauptflugleiter André Schülke erklärte, für 700 bis 1.500 Euro im Jahr könne man als Pilot ohne eigenes Flugzeug in Königsdorf seinem Hobby nachgehen.

Schülke bedauerte, dass die offizielle Flugroute genau über Pfisterers Haus führt: „Wir wissen um die Problematik und bitten unsere Mitglieder, Rücksicht zu nehmen.“ Der Verein sei dabei, die lauten Motorflugzeuge nach und nach durch leisere Ultraleicht-Motorsegler, die ebenso gut zum Schleppen geeignet seien, zu ersetzen.

Flieger wird „Geretsried“ getauft

Matthias Schunk von der Segelfluggruppe Isartal sagte, die Stadt müsse, anders als bei ihren Fußballvereinen, kein Geld für die Instandhaltung und Reparatur des Segelflugplatzes in Königsdorf ausgeben. In der über 50-jährigen Geschichte des Segelflugzentrums habe der Verein auch nur einmal einen Zuschuss in Höhe von 1.000 Euro von der Stadt bekommen. Der neue Flieger werde „Geretsried“ getauft. Immerhin nehme man an Bundesliga-Wettbewerben teil und trage damit den Namen der Stadt nach ganz Deutschland hinaus. Hans-Jürgen Pfisterer zeigte sich am Ende des Stammtischgesprächs einigermaßen versöhnlich. Die FW-Ortsvorsitzende Vera Kraus freute es, dass sich „beide Seiten ein Stück aufeinander zubewegt haben“.

Tanja Lühr

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