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Kleine Geschenke überreichte (v. li.) Bürgermeister Michael Müller nach den Gesprächen in seiner Bürgersprechstunde im Freien. Marcia Bevenuto, Valentin und Julia Lenz machten einen Vorschlag für mehr Barrierefreiheit in der Stadt.

„Herr Bürgermeister, wir müssen reden“

So lief die Open-Air-Sprechstunde des Bürgermeisters

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Geretsried – Zwei Stunden lang stand Bürgermeister Michael Müller den Bürgern am Dienstag auf dem Wochenmarkt Rede und Antwort. Die Sprechstunde im Freien kam gut an. Sie wird künftig regelmäßig stattfinden.

Mangold, Möhren und Michael Müller: Das alles gab’s am Dienstagvormittag auf dem Wochenmarkt am Karl-Lederer-Platz. Der Rathauschef hatte einen blauen Pavillon inklusive zweier Gasöfen aufstellen lassen und darin zur ersten Bürgersprechstunde im Freien eingeladen. Manche Bürger kamen deswegen gezielt zum Grünen Markt. Andere suchten spontan das Gespräch (siehe Kasten), die vollen Einkaufstüten hielten sie derweil in der Hand. Als Dankeschön fürs Kommen gab’s vom Bürgermeister nach den Gesprächen ein Gläschen Marmelade, wahlweise Glühwein-Gelee oder Winterapfel.

Das Wetter war mies, die Themenpalette reichte von der Barrierefreiheit in der Stadt, Grundstücksangelegenheiten bis hin zur Gestaltung von Gartenzäunen und Rosen im öffentlichen Raum. Drei Anliegen fassen wir zusammen.

Parken am Karl-Lederer-Platz

Eine Bürgerin wollte wissen, was sich die Stadt denn für die Parksituation am Karl-Lederer-Platz überlegt, wenn das Gebiet überplant wird. Laut Müller müssen drei Interessensgruppen beachtet werden: Kurzparker an der Oberfläche und in der Tiefgarage Einkäufer und Anlieger. Er befürworte eine Zentral-Parkgarage mit zwei Zufahrten aus Richtung Rathaus und Egerlandstraße, die in mehrere Parzellen zur Seite unterteilt wird. Das Wie wollte der Rathauschef noch nicht diskutieren. „Wenn man zu viel sagt, debattiert man die Details. Das ist die Gefahr“, erklärte er. Man stehe am Anfang. Für ein Grundkonzept müsse man zunächst „Linie halten“.

Mit den jüngsten Geschäftsschließungen an der Egerlandstraße hat man laut Müller „eine saublöde Phase“. Verwaltung und Stadtrat würden mit der Innenstadtplanung an Lösungen arbeiten. „Noch schneller als jetzt geht’s aber nicht.“

Überdachung des Eisstadions

Zur Sanierung des Eisstadions stellte Friedl Viehauser eine Frage. Müller erklärte ihm, dass es bei dem Millionenprojekt nicht nur um ein neues Dach geht, sondern um eine Gesamtsanierung. So müsse auch das Lärmschutzproblem gelöst werden, sobald der Bestand verändert wird. Viehausers Hinweis, das Eisstadion sei schon vor den Anwohnern da gewesen, zählt laut dem Bürgermeister nicht. „Das ist rechtlich irrelevant.“ Das Projekt werde angegangen, man müsse aber priorisieren. Schließlich gebe es zum Beispiel auch die Mammutaufgaben Sozialen Wohnungsbau und Schulsanierung.

Wohnungen auf dem Lorenz-Areal

Heftige Bedenken meldete Ingo Lutze zum geplanten Bau von Wohnungen auf dem ehemaligen Lorenz-Areal an. „Als Firma würde ich mich wehren bis zur letzten Patrone“, sagte Lutze. Er sehe die Gefahr, dass der Lärmschutz den Firmen Probleme bereitet, sobald dort Leute wohnen. Laut Müller steht und fällt das Projekt eben mit diesem Punkt, man arbeite derzeit an einem Schallschutzgutachten. Das Problem sei, dass man dringend Flächen für Wohnungsbau benötige, aber keine verfügbar seien, die der Stadt gehören. „Was wir haben, ist vor 20 Jahren zu Bannwald oder FFH-Gebiet gemacht worden“, so Müller. Und der Erwerb von Privatgrundstücken werde für Sozialen Wohnungsbau zu teuer, da Grundstücke mit Baurecht in Geretsried inzwischen gut 450 Euro pro Quadratmeter kosten würden. Die Preise am Lorenz-Areal lägen derzeit bei 250 Euro.

dor

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