Routine sticht! Sechzig siegt dank Oldie-Toren bei Grünwalder-Rückkehr

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28 Firmen beteiligten sich am Berufsinformationstag der Geretsrieder Mittelschule und der Franz-Marc-Förderschule. Im Malerbetrieb von Wolfgang Heiduk (oben li.) und dessen Sohn Fabian (re.) in Geretsried durften die Schüler eine Fliese mit ihrem eigenen Sternzeichen gestalten.

Berufsinformationstag von Mittelschule und Franz-Marc-Schule

Geretsrieder Malerbetrieb zeigt sich vielfältig

Geretsried – Berufsinformationstag von Mittelschule und Franz-Marc-Schule: Malermeister Wolfgang Heiduk zeigt Schülern die Vielfalt seines Handwerks, und gibt ihnen nicht nur Tipps mit auf den Weg.

Am Ende des Vormittags dürfen alle zwölf Schüler eine selbst gestaltete Fliese mit ihrem Sternzeichen mit nach Hause nehmen. Zuvor haben sie die kleine Kachel mit einer Übertragungsfolie beklebt, auf der die Umrisse des Sternzeichens so eingestanzt waren, dass man sie abziehen konnte. Die freien Flächen nahmen die Farbe auf, mit der die Mädchen und Buben die Fliese bemalten.

„Cool, das hat Spaß gemacht“, sagt der 16-jährige Mittelschüler Maximilian und zeigt stolz sein blaues Steinbock-Symbol auf weißem Untergrund. Die begleitende Lehrerin Katharina Ertle freut sich, dass ihre Schützlinge die ganzen drei Stunden über so aufmerksam waren und sichtlich Spaß am Handwerken hatten.

Malermeister Wolfgang Heiduk vom gleichnamigen Geretsrieder Betrieb hatte sich mit dem Bemalen der Kacheln wirklich etwas Witziges ausgedacht für den Berufsinformationstag der achten und neunten Klassen der Mittel- und der Förderschule. Die von ihm als Beispiel ausgewählte Arbeit bewies, wie vielfältig der Beruf des Malers und Lackierers ist.

Er umfasst neben dem klassischen Streichen von Fassaden und Innenräumen die kunstvolle Verkleidung von Schränken oder Theken, das Tapezieren und Lackieren sowie das Bodenverlegen. Wer sich spezialisiert, kann Kirchengemälde restaurieren oder die Vergoldung des Münchner Friedensengels auffrischen.

Wolfgang Heiduk nutzte heuer zum zweiten Mal die Gelegenheit, seine Branche jungen Leuten schmackhaft zu machen. „Unser Beruf ist im Moment nicht so gefragt bei Jugendlichen“, gibt er zu. Dass die Schüler zu ihm in die Firma kommen, findet er besser, als wenn er in der Schulaula einen Info-Stand aufbaut, wie in den Jahren davor: „So kann ich viel mehr zeigen und jeder kann sich ein Bild machen.“

Nur wenig älter als die Besucher ist Heiduks Sohn Fabian. Der 17-Jährige hat gerade seine Lehre abgeschlossen und fängt jetzt als Geselle im elterlichen Unternehmen an. „Ich bin nicht Maler geworden, weil mein Vater das wollte“, betont der junge Mann. Er beschreibt den Mittelschülern die Ausbildung als sehr abwechslungsreich und interessant. „Man ist im Sommer an der frischen Luft und kommt viel herum“, sagt Fabian. Er will nicht verheimlichen, dass die Arbeit körperlich anstrengend sein kann. Habe man eine Woche lang eine Fassade gestrichen, spüre man seine Knochen schon. Der Verdienst liege bei rund 600 Euro im zweiten Lehrjahr und bei 1700 bis 2200 Euro brutto als Geselle.

Fabian hat die Mittelschule besucht und konnte aufgrund guter Noten in der Berufsschule seine Lehrzeit von drei auf zweieinhalb Jahre verkürzen.Den Qualifizierenden Schulabschluss sollten Mädchen und Buben Wolfgang Heiduk zufolge schon haben, um bei ihm anzufangen. Gerade beim Bodenverlegen seien gute Mathematik-Kenntnisse erforderlich, wenn man im Vorfeld die Teppichstücke passend zurechtschneide. Heiduk schätzt auch Mädchen als Lehrlinge, weil sie oft recht kreativ seien und im Privatbereich gut mit Kundinnen umgehen könnten, wie er sagt.

Obwohl Maximilian das Bemalen der Fliese und die Führung durch die Betriebsräume gefallen haben, zieht der Neuntklässler für sich den Schluss, dass ihm Steinmetz oder Koch eher liegen würden. In diesen Bereichen hat er bereits Praktika absolviert. „Je mehr Berufe die Jugendlichen kennen lernen, desto besser“, sagt Lehrerin Katharina Ertle.

von Tanja Lühr

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