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Freut sich auf seine erste elektrische Probefahrt: (v. li.) Bürgermeister Michael Müller mit Autohändler Christian Schwerdtner und EWO-Vorstandschef Josef Kellner.

Bürgermeister unter Strom

Michael Müller tauscht Dienstwagen gegen Elektro-Auto

Geretsried - Es ist ein Test für eine Woche. Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller tauscht seinen Dienstwagen für eine Woche gegen ein Elektrofahrzeug.

"Ich bin gespannt wie ein Schüler in der ersten Klasse. Schließlich bin ich noch nie selbst mit einem Elektroauto gefahren“, gestand der Rathauschef vor der Schlüsselübergabe. Im Rahmen einer seit Oktober 2015 laufenden Aktion der Energiewende Oberland (EWO) tauschte Michael Müller am Dienstag seinen Dienstwagen für eine Woche gegen ein Elektrofahrzeug. „Uns freut es sehr, dass die Zusammenarbeit mit ihm geklappt hat. Er ist unser 19. Proband“, verriet EWO-Vorstandsvorsitzender Josef Kellner.

Gerade 77 Elektroautos sind im Landkreis angemeldet

Gerade einmal 77 Elektroautos sind derzeit im Landkreis angemeldet. Dass es nicht mehr sind, liegt nach Ansicht Kellners zum Teil daran, dass es noch nicht genügend geeignete Ladestationen gibt und die Reichweite eines Fahrzeugs nach einmaligen Aufladen höchstens 140 Kilometer beträgt. Der Penzberger Autohändler Christian Schwerdtner ist indes davon überzeugt, dass sich das Elektroauto langfristig durchsetzen wird. „Ab 2017 werden diese Fahrzeuge nicht mehr viel teurer sein als ein Benzinauto. Dann wird es hoffentlich auch bald drei bis fünf Ladestationen pro Stadt geben.“ Schwerdtner stellt der EWO für das Projekt das Auto, ein Mitsubishi Electric Vehicle, zur Verfügung.

Die Resonanz der Testfahrer bezeichnete EWO-Geschäftsstellenleiter Stefan Drexlmeier als durchweg positiv: „Die Termine waren äußerst begehrt und bereits nach kürzester Zeit ausgebucht.“ Alle Teilnehmer, darunter auch einige Kommunen und Kommunalunternehmen im Oberland, werden in Kürze einen Fragebogen erhalten. „Sie sollen dazu beitragen, ein besseres Bild über die Erprobung von E-Fahrzeugen im Alltag zu erhalten. Die Ergebnisse der Umfrage sollen anschließend der Öffentlichkeit präsentiert werden“, erklärte Drexlmeier. Seiner Ansicht nach haben die E-Fahrzeuge einen bestechenden Vorteil: „Sofern der Strom zum Tanken aus erneuerbarer Energie erzeugt wurde, kann man sich CO2-neutral durchs Oberland bewegen. Das kann kein Benzin- oder Dieselmotor von sich behaupten.“

Der Wagen hat 67 PS und eine Reichweite von 140 Kilometern

Das rund 23 800 Euro teure Mitsubishi Electric Vehicle, mit dem Bürgermeister Müller nun eine Woche zu seinen Terminen eilen wird, verfügt über einen Elektromotor mit 49 kW/67 PS und hat eine Reichweite von rund 140 Kilometern. Seine Lithium-Ionen-Batterie kann innerhalb von acht Stunden an jeder herkömmlichen, gesicherten 230-Volt-Haushaltssteckdose (10 Ampere) vollständig aufgeladen werden. An einer speziellen Schnelladestation ist dies auch in rund 30 Minuten zu schaffen. „Die benötigten Stromkosten liegen bei etwa einem Drittel des derzeitigen Benzinpreises“, rechnete Kellner vor.

von Peter Herrmann

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