Baustelle in der Stadtbücherei Geretsried
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Vorher: Vor Weihnachten führte Vize-Büchereileiterin Anja Hagen durch die Baustelle.

Fotos vom neuen Bereich

Umbau abgeschlossen: Rundgang in der modernisierten Stadtbücherei

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
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Die Modernisierung der Geretsrieder Stadtbücherei ist abgeschlossen. Besonders auf Krimi-Fans warten ganz besondere Details.

Geretsried – Der Tatortreiniger hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Die Stadtbücherei sieht aus wie neu, nur die weiße Markierung auf dem Teppich deutet darauf hin, dass es hier eine Leiche gegeben haben muss. Oder doch nicht? Vielleicht versteckt sich ein Hinweis in den Krimis von Ulrich Urthaler, Charlotte Link oder Nele Neuhaus? Ihre Bücher stehen ordentlich aufgereiht in den schwarzen Regalen mit blutroten Rückwänden und warten auf Leser beziehungsweise Hobbyermittler.

Nachher: Nun stehen die Bücher an ihrem neuen Platz.

Vielleicht lockt das Detail am Boden der Krimi-Abteilung Besucher auch auf eine falsche Fährte. Büchereileiter Björn Rodenwaldt hat jedenfalls keinen Mord an der Adalbert-Stifter-Straße beobachtet. In den vergangenen Wochen hat er neben seinen Kollegen nur Handwerker gesehen, nicht ein Mitglied setzte einen Fuß auf den neuen Teppich. Die Bücherei hat seit Dezember coronabedingt geschlossen. In der Zwischenzeit wurde die Modernisierung abgeschlossen.

Ein außergewöhnliches Detail in der Krimi-Abteilung könnte sich zu einem beliebten Fotomotiv entwickeln.

Wegen Corona hat die Stadtbücherei zur Zeit geschlossen

Sobald Freunde der Literatur nicht mehr nur ihre bestellten Bücher an der Tür abholen und ausgelesene zurückgeben dürfen (Click & Collect), erwarten sie neue Möbel, bequeme Sitzgelegenheiten und überraschende Details. Nach dem Kinder- und Jugendbereich wurden nun auch die Abteilungen für Krimis, Belletristik und Zeitschriften umgestaltet. Im Gang zur Vhs sind Fantasy- und Science-Fiction-Bücher zu finden.

Hier kann man sich gut konzentrieren: Die blauen Sessel standen zuvor überall verteilt, nun bilden sie Zweiergruppen.

Dort an den Fenstern stehen die bereits bekannten blauen Sessel in Zweiergruppen aufgereiht. Das schafft die konzentrierte Atmosphäre einer großen Uni-Bibliothek. „Hier können sich Schüler ungestört zum Lernen zurückziehen“, findet Rodenwaldt. Früher hätten sich viele an die Tische im Keller gesetzt. Nun könne die Bücherei ihnen mehr Aufenthaltsqualität bieten. Weiterhin im Untergeschoss befindet sich der sehr gefragte Gaming-Room, mit dessen Einrichtung die Umgestaltung der Bücherei vor wenigen Jahren begann.

Samstags künftig länger geöffnet

Bücher wie „Der Hundertjährige“ von Jonas Jonasson, „Unsere Seelen bei Nacht“ von Kent Haruf und „Postscript“ von Cecelia Ahern sind im mittleren der modernisierten Räume hinter dem Empfangstresen zu finden. Die Farbgestaltung passt zum Jugendsektor. Zeitschriften stehen im hinteren Bereich, übersichtlich präsentiert in einem Schrank mit Plexiglasscheiben. Wer zu den Büchereikunden gehört, die die Magazine gerne vor Ort durchblättern, findet überall verteilt bequeme Sessel und Poufs. Samstags bleibt dafür sogar jetzt mehr Zeit. Nach dem Corona-Lockdown hat die Bücherei an diesem Tag bis 15 Uhr geöffnet.

Das erwartet Büchereibesucher: Leiter Björn Rodenwaldt freut sich, wenn nach dem Corona-Lockdown alle die umgestalteten Bereiche sehen können. 

Ein besonderer Blickfang ist die neue Krimiabteilung. Die Regale sind schwarz und haben halbdurchsichtige Rückwände, die blutrot leuchten, wenn die Sonne hereinscheint. Neben der Tatort-Markierung am Boden stimmen Piktogramme an der Wand auf die Thematik ein. Dort finden sich unter anderem eine Lupe, eine Pistole und eine Pfeife. „Ich hoffe, dass jetzt niemand mehr fragt, wo die Krimis stehen“, sagt Rodenwaldt lachend. Er und alle Mitarbeiter der Bücherei sind sehr zufrieden mit der Umgestaltung. „Alle Kolleginnen und Kollegen können sich mit dem neuen Bereich identifizieren.“ Sie seien sehr froh über das Vertrauen und die Unterstützung von Bürgermeister und Stadtrat. „Das ist beileibe nicht selbstverständlich, und dafür möchte ich mich im Namen des gesamten Teams bedanken“, so der Büchereichef.

Wer war nun das Opfer auf dem Teppich, das von weißem Klebeband umrandet wurde? Und wer war der Mörder? Rodenwald zieht die Schultern nach oben und sagt: „Vielleicht wird es ein lustiges Selfie-Motiv.“ Lust aufs Stöbern, Lesen und Kreativ sein macht die neue Einrichtung der Stadtbücherei in jedem Fall.

sw

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