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Ein Dankeschön an die engagierten Chormitglieder (v. li.): Barbara Wittmann und Maria Lug (Kassenprüferinnen), Margarete Kochanowski (Notenwart), Gertrud Schurack und Inge Resmann (Stimmsprecherinnen), Dieter Seltmann (Kassier), Rainer Marquart (1. Vorstand), Barbara Ehrenreich (Chorsängerin), Cornelia Nörtemann (Schriftführerin), Horst Schellberg (Notenwart) und Erika Fernolend (2. Vorsitzende).

Der Nachwuchs fehlt

Nach 40 Jahren: Chor löst sich auf

Geretsried – Die Frage, wie es weitergehen soll, stand schon länger im Raum. Der Gedanke an die Auflösung des Vereins auch. In der Mitgliederversammlung der Musikfreunde Isartal am Dienstagabend in der Geretsrieder Musikschule haben die 35 anwesenden Mitglieder von derzeit 43 Vereinszugehörigen ernst gemacht: Nach rund 40 Jahren Chortätigkeit ist nun Schluss. Ein Kapitel Geretsrieder Chorgeschichte gehört damit zur Vergangenheit.

„Wir waren der erste Chor in der Stadt. Erst danach gründeten sich der Isura-Madrigal-Chor und die ,Mixed Voices‘“, sagte der Vorsitzende Rainer Marquart nicht ohne Stolz. Zugleich bedankte er sich bei der Leitung der Musikschule, die dem Verein stets Räumlichkeiten für Proben kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Ein bisschen Wehmut war dann aber doch in seiner Stimme zu hören, als er sich schließlich für das große Engagement bei den Chormitgliedern bedankte: „Wir hören zu einem guten Zeitpunkt auf, bevor sich das Rad überdrehen kann.“ Drei triftige Gründe gebe es für diese Entscheidung, so Marquart: „Wir kommen ins fortgeschrittene Alter. Es fehlt uns an Nachwuchs der Männerstimmen, und es lässt sich auch ein neuer Vorstand nicht ohne weiteres rekrutieren.“ Eine Vereinsauflösung gehe aber nicht von jetzt auf gleich. „Der Bürokratismus wird uns ein Jahr lang beschäftigen.“

In erster Linie war die Abschlussveranstaltung aber eine reguläre Mitgliederversammlung, mit den üblichen Tagesordnungspunkten. Unter anderem mit dem Rückblick aufs vergangene Jahr mit 35 Chorproben und dem Jubiläumskonzert mit Haydns „Schöpfung“ und Mozarts Krönungsmesse in der Heiligen Familie. Für 2016 hat Marquart einen letzten Auftritt organisiert: Am 21. Februar treten die Musikfreunde in der Waldramer Kirche St. Josef der Arbeiter mit Mozarts „Missa Breves in B“ auf.

Laut dem Kassenbericht von Schatzmeister Dieter Seltmann verbleiben als Guthaben 1198 Euro in der Vereinskasse. Zum offiziellen Liquidator wurde Rainer Marquart bestimmt, der nun das Vereinsvermögen, laut Abstimmung der Mitglieder, verteilen wird. Das elektronische Klavier sollen die Gartenberger Sänger für einen symbolischen Euro erhalten. Die Notenblätter bewahrt Marquart für zukünftige Chorprojekte bei sich auf. Die Notenständer werden entsorgt und das Geldguthaben, das nur im Sinne der gemeinnützigen Kulturarbeit verwendet werden darf, geht nach Abzügen der notariellen Vereinsauflösung und nach einer einjährigen Sperrfrist an die Geretsrieder Musikschule. Was bleibt, ist ab sofort nur noch die Erinnerung an einen engagierten Kirchenchor in Geretsried. Eine Option behielt sich der 70-jährige Chorleiter noch offen: „Wir werden sicher in einzelnen Chorprojekten noch zu hören sein“, so Marquart.

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