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Zog die Bürger an: Der alte Bachlauf am Karl-Lederer-Platz. 

Wasserfilm statt Isarbrunnen

Karl-Lederer-Platz bekommt nach nur zwölf Jahren neues Gewässer

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Der Karl-Lederer-Platz in Geretsried bekommt nach nur zwölf Jahren ein neues Gewässer. Dabei hatte der alte Brunnen eine stattliche Summe gekostet.

Geretsried – Es war berauschend: Rund 5000 Menschen feierten die Einweihung des umgestalteten Karl-Lederer-Platzes. Martin Bachhuber, damals Vize-Landrat, bezeichnete das Werk von Sanierungsarchitekt Eberhard von Angerer als „sein Meisterstück“. Die Attraktion: Der neue Isarbrunnen. Menschen hielten ihre Füße in den Bachlauf, daneben pritschelten Kinder, und Gummienten schwammen um die Wette. Am 21. April 2007 war das.

Gut zwölf Jahre später, ab dem 6. Mai 2019, werden die letzten Überbleibsel des Beckens entfernt. Sie machen Platz für ein neues Gewässer. Wie berichtet erhält der Karl-Lederer-Platz im Zuge der Zentrumsgestaltung ein neues Gesicht. Architekt Klaus Kehrbaum, der auch das neue Wohn- und Geschäftsgebäude PulsG der Krämmel Unternehmensgruppe und BGZ2 der Baugenossenschaft an der Egerlandstraße geplant hat, bezeichnet die Oberflächengestaltung als „die Kür“ des ganzen Projekts.

In einer Planungswerkstatt diskutierten Bürger über die Anforderungen an die „Neue Mitte“. Letzte Details legte der Stadtrat in mehreren Sitzungen fest: Neben Bäumen soll ein Wasserfilm den Karl-Lederer-Platz zieren. Bis Herbst entsteht je ein Bachlauf am BGZ, vor der Ladenzeile zwischen Schnellimbiss und Buchhandlung sowie dem Rathaus. Die drei Wasserträgerinnen des Bildhauers Prof. Wilhelm Srb-Schloßbauer kommen an ihren dann dritten Standort. Nach der Mitte und der Nordseite des Platzes sollen sie vor dem Rathaus ein schönes Fotomotiv für Hochzeitspaare bieten.

Das Figurenensemble lagert aktuell beim Steinmetz Niklas Neubauer, der vor zwei Jahren eine Grazie, die beschädigt war, restaurierte. Die alte Brunnenvertiefung wurde laut Auskunft der Stadt aufgefüllt beziehungsweise teilweise weggeräumt. Die alte Brunnenstube steht noch im Keller des Rathauses. „Grundsätzlich kann die Anlage mit leistungsstarken Pumpen wiederverwendet werden, das ist allerdings planungs-, größen- und situationsabhängig“, erklärt Stadtbaurat Rainer Goldstein. Fest steht aber bereits, dass die Anlage künftig im Anbinder der neuen Tiefgarage ans Rathaus unterkommen soll.

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Für den alten Brunnen bezahlte die Stadt exakt 246 411,55 Euro brutto. Er blieb nur etwa zehn Jahre – bis zum Beginn der Baustelle für die neue Mitte. Außer Spesen nichts gewesen? Vergeblich war der Bau des Brunnens nicht, betont Goldstein. „Nein, diese zehn Jahre haben uns gezeigt, dass ein Brunnen auch zukünftig ein wichtiges dynamisches Element in der Gestaltung des Platzes darstellt“, bilanziert der Stadtbaurat.

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Der alte Brunnen – zirka zehn Zentimeter tief – sollte die Isar symbolisieren und den Fluss in die Stadt holen. Vor dem Rathaus gab es Sitzstufen und einen kleinen Wasserfall, der nachts von unten angestrahlt wurde. Ein zweiter Wasserlauf floss im Zickzackkurs vor der Ladenzeile. Der Brunnen war beliebt bei der Bevölkerung. Das soll sich beim Gewässer 2.0 aber nicht ändern. Beim Wasserfilm, der abends beleuchtet werden soll, ist auch an kleinen Fontänen gedacht, an denen Kinder spielen können. Der neue Bachlauf wird aber maximal fünf Zentimeter tief.

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Bedeutender Vorteil laut Goldstein: „Beim Abschalten der Einspeisung des Wasserfilms kann die Fläche als Platzfläche voll mitgenutzt werden.“ Heißt: Keine Einschränkungen bei Veranstaltungen. Insgesamt liegt die Kostenberechnung für die Oberflächengestaltung des Karl-Lederer-Platzes bei 4,06 Millionen Euro.

sw

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