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Nach tödlichem Unfall: So soll die Gefahrenstelle entschärft werden

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Die Unfallstelle
Tödlicher Unfall: Am 25. September starb auf der Tattenkofener Straße beim Übergang Zehnerhüttenweg/Breslauer Weg ein Motorradfahrer. Eine Radfahrerin wurde schwer verletzt. Nun will das Straßenbauamt – auch auf Druck der Öffentlichkeit – diesen lange bekannten Gefahrenpunkt entschärfen. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Ein Motorradfahrer starb, eine Radfahrerin wurde schwer verletzt: Die Tattenkofener Straße in Geretsried gilt als gefährlich. Nach großem Druck von Bürgern soll es jetzt Änderungen geben.

Geretsried – Der Druck von Stadt und Bürgern – es wurde eine Online-Petition mit bisher rund 2200 Unterstützern gestartet – hat Wirkung gezeigt: Das Staatliche Bauamt in Weilheim wird die Gefahrenstelle an der Staatsstraße 2369, die Tattenkofener Straße, entschärfen. Zum wiederholten Mal nach 2009 und 2014 war es dort am 25. September wie berichtet zu einem schweren Unfall gekommen.

Geretsried: Nach tödlichem Unfall - So soll die Gefahrenstelle entschärft werden

Ein Motorradfahrer hatte laut Polizei kurz vor dem Übergang Zehnerhüttenweg/Breslauer Weg eine Autofahrerin überholt, während diese wegen einer vor ihr die Straße überquerenden Radfahrerin ihr Tempo drosselte. Der Motorradfahrer stieß mit der 76-jährigen Radlerin zusammen. Der 64-Jährige starb an den Folgen seiner Verletzungen, die Frau wurde schwer verletzt.

Bürgermeister Michael Müller (CSU) hatte daraufhin das Staatliche Bauamt angeschrieben mit der Forderung, jetzt dringend etwas zu unternehmen. Vergangenen Freitag tagte die Unfallkommission im Geretsrieder Rathaus, bestehend aus Rathauschef, Vertretern der Unteren Verkehrsbehörde im Landratsamt, Polizei sowie Mitarbeitern des Staatlichen Bauamts. Dessen Bereichsleiter Straßenbau, Stefan Scheckinger, berichtete am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung über das Ergebnis.

Geretsried: Tempo-Limit, Überholverbot und Verkehrsinsel auf Tattenkofener Straße

Kurzfristig, das heißt in den kommenden Wochen, wird das Landratsamt ein Überholverbot sowie Tempo 70 für diesen Teilbereich anordnen. Es wird eine durchgezogene Linie aufgemalt und es werden zwei 70er-Schilder – etwa im Bereich, in dem jetzt schon die „Achtung, Radfahrer“-Schilder stehen – angebracht. Mittelfristig, laut Scheckinger „nächstes Jahr so bald wie möglich“, soll eine nachts beleuchtete Verkehrsinsel auf Höhe des Übergangs in der Mitte der Staatsstraße gebaut werden. Weil dafür die Straße aufgeweitet und zuvor Grundstücksfragen sowie Naturschutzbelange zu klären sind, dauert diese Maßnahme länger.

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Nach tödlichem Unfall: Radfahrer sollen besser geschützt werden

Andere Lösungsmöglichkeiten seien in der Runde diskutiert, aber verworfen worden, berichtet der Straßenbau-Leiter. Eine Bedarfsampel auf freier Strecke sei aus Sicht der Polizei sowohl für Fußgänger und Radfahrer als auch für Autofahrer zu unsicher. Es bestehe die Gefahr von Auffahrunfällen. Eine durchgängige Geschwindigkeitsbegrenzung auf der gesamten Strecke werde von den Autofahrern erfahrungsgemäß nach einer Weile schnell wieder ignoriert. Außerdem provoziere sie Überholmanöver. Eine Verlegung des Radfahrer-Übergangs Richtung Friedhofskreuzung oder Richtung Tattenkofener Brücke schließlich würde „voraussichtlich nicht angenommen werden“. Eine Radfahrer-Unterführung scheitert wie bereits berichtet an der Grundwassersituation, den Eigentumsverhältnissen und den Kosten.

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