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Bieten Risikogruppen ihre Dienste an: die Geschwister Caro (18) und Tobias Rieth (23) aus Geretsried. 

Grassierender Coronavirus

Nachbarschaftshilfe via WhatsApp

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Eine von den Geschwistern Rieth eingerichtete WhatAapp-Gruppe vernetzt Hilfsbedürftige aus der Risikogruppe und potenzielle Helfer. Es läuft gerade an. 

Geretsried – Der evangelische Pfarrer Georg Bücheler sowie die Geschwister Caro (18) und Tobias Rieth (23) machen gemeinsame Sache, um in Zeiten von Corona eine Nachbarschaftshilfe für Risikogruppen zu organisieren. Wer immer in Geretsried in eine Notlage kommt, dem stehen verschiedene Kontaktwege zu potenziellen Helfern offen. „Bisher gab es noch nicht so viele Anfragen“, erzählt Tobias Rieth. Doch das kann sich jederzeit ändern. „Wir wollen die Infrastruktur zur Verfügung stellen.“

Menschen aus der Risikogruppe – also Senioren sowie Menschen mit Vorerkrankungen – stehen aktuell vor ungeahnten Problemen. Einkaufen, mit dem Hund spazieren gehen, Kinderbetreuung: Das geht nicht mehr so einfach wie noch vor kurzem. Ein Infekt, den sie sich beim Gang nach draußen zuziehen, könnte für sie gravierende Folgen haben.

Man kann sich in der evangelischen Pfarrei auch telefonisch melden

Wer davon bedroht ist, kann sich ganz konventionell telefonisch melden, und zwar Montag, Mittwoch und Freitag im Pfarrbüro der evangelisch-lutherischen Gemeinde unter der Telefonnummer 0 81 71/6 20 26. Auch eine E-Mail an die Adressen nachbarschaftgeretsried@gmail.com oder pfarramt.geretsried@elkb.de ist möglich. „Informationen, die wir brauchen, sind der Stadtteil, Details der Anfrage und Kontaktdaten“, erklärt Tobias Rieth. „Diese werden vertraulich behandelt und nur an den oder die konkret Helfende weitergegeben.“

Knapp 40 Helfer stehen im Moment bereit

Darüber hinaus haben die Macher eine Whatsapp-Gruppe ins Leben gerufen, in der sich Hilfsbedürftige aus der Risikogruppe sowie Helfer miteinander vernetzen können. Wer nachbarschaftlich helfen will, tritt der Gruppe am besten im Internet unter https://chat.whatsapp.com/BXuIHATAUieBaiqKrEkjJK bei oder meldet sich unter einem der obigen Kontakte – dann wird er oder sie hinzugefügt. „Dort werden die Anfragen, aufgeschlüsselt nach Stadtteil und Details der Anfrage, anonymisiert reingestellt“, so Rieth. Hilfesuchende können auch direkt der Whatsapp-Gruppe beitreten. Derzeit haben sich knapp 40 Helfer eingetragen, es kommen immer wieder neue hinzu.

Lesen Sie auch: Der Liveticker zur Corona-Krise im Landkreis

Wie die beiden Geschwister zu ihrem Engagement gekommen sind? Für Tobias Rieth ist die Sache ganz einfach: „Ich will solidarisch sein.“ Eigentlich studiert er Friedens- und Konfliktforschung in Marburg. In der gegenwärtigen Situation wollte er nicht untätig bleiben. „Auf dem Sofa sitzen und die ganze Zeit nur Playstation spielen, das kommt für mich nicht infrage.“ Er fühlt sich privilegiert, weil er keine anderweitigen Verpflichtungen hat. Seine Schwester Caro (18) macht derzeit Abitur in Geretsried. Oder vielmehr: Sie würde es machen, wenn das Abitur nicht wegen des Virus abgesagt worden wäre.

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