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Pfarrer Georg März steht im Kirchenraum neben der Christusfigur.

Versiegelt und gesegnet

Geretsrieder restauriert Figur der Pfarrei Maria Hilf

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Geretsried – Albert Chudalla hat die Christus-Figur des Heske-Kreuzes restauriert. Im Frühjahr kehrt sie an ihren Platz zurück.

Auf Augenhöhe begegnen sich derzeit Pfarrer Georg März und eine Christusfigur. Sie wurde restauriert und soll im Frühjahr wieder an ihren angestammten Platz am so genannten Heske-Kreuz am Breslauer Weg zurückkehren. Bis dahin bleibt sie in der Pfarrei Maria Hilf – ihrem ursprünglichen Zuhause.

Die Notkirche Maria Hilf: Hier am Altarkreuz hing der Corpus Christi früher.

Der holzgeschnitzte Corpus Christi hing früher am Altarkreuz der Notkirche Maria Hilf. Sie entstand in einer umgebauten Lagerhalle des ehemaligen Rüstungsbetriebs Deutsche Sprengchemie (DSC) an der Johann-Sebastian-Bach-Straße und diente den Gläubigen von 1950 bis 1964 als Gotteshaus. Erster katholischer Pfarrer war Alois Heske. Laut Heimatbuch kam er am 2. Februar 1950 nach Geretsried. In den 15 Jahren seiner seelsorgerischen Tätigkeit setzte er sich für die katholische Bekenntnisschule, den Kindergarten, den Bau des Friedhofs und den Kauf und Ausbau der Notkirche ein.

Mit der Zeit wurde der Kirchenraum zu klein, und Pfarrer Heske überzeugte seine Vorgesetzten von der Notwendigkeit, eine neue Kirche zu bauen. Grundsteinlegung war 1962, geweiht wurde das Gotteshaus zwei Jahre später. Die Kirche erhielt ein größeres Altarkreuz – das alte hatte ausgedient.

Am 26. Januar 1965 wurde Pfarrer Heske auf der Tattenkofener Straße nahe des Breslauer Wegs von einem Auto angefahren und schwer verletzt. An den Folgen des Unfalls starb er im darauffolgenden März. Sein Nachfolger wurde Stefan Varadi. Unter seiner Ägide errichtete die Pfarrgemeinde 1979 ein Gedenkkreuz nahe der Unglücksstelle. Dafür verwendet wurde das alte Altarkreuz aus der Notkirche.

35 Jahre Wind und Wetter haben der Figur zugesetzt und machten jetzt eine Restaurierung notwendig. „Die Farbe war zum Teil schon abgesplittert“, berichtet Pfarrer Georg März. Albert Chudalla nahm sich der Figur an und verhalf ihr wieder zu neuem Glanz. Der Geretsrieder ist Mitglied der Pfarrgemeinde und von Beruf Holz-Restaurator. „Die Figur aus Zirbelkiefer hat der Münchner Bildhauer Anton Span gefertigt“, berichtet der 49-Jährige, der seine Werkstatt in Attenham hat. Er verzichtete darauf, den Corpus Christi neu zu kolorieren. „Die Figur war nicht fachmännisch gefasst, sondern damals überstrichen worden, um sie vor der Witterung zu schützen“, sagt der Fachmann. Er nahm die Farbreste mit einem Lösungsmittel ab. Anschließend verschloss der Restaurator die Risse und Holzschäden wieder. „Um einen Witterungsschutz zu gewährleisten, habe ich noch mehrmals Öl aufgetragen.“ Jetzt hat die Figur wieder ihre ursprüngliche Fassung. „Das war eine gute Entscheidung“, sagt Pfarrer März. „Ich find’s schön so.“ nej

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