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Moderne Architektur: Das neue Wohn- und Geschäftshaus an der Egerlandstraße 58 bis 74 soll voraussichtlich ab dem nächsten Jahr gebaut werden.

„Fernab der Realität“

Neubau an der Egerlandstraße kommt – aber Polizei und Nachbarn haben Bedenken 

Es ist beschlossene Sache: An der Gerestrieder Egerlandstraße wird ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Glücklich sind damit nicht alle, zum Beispiel die Nachbarn und die Polizei.

Geretsried – Trotz weiterhin bestehender Bedenken einiger Geschäftsleute sowie der örtlichen Polizei segnete der Entwicklungs- und Planungsausschuss (EPA) am Dienstag den Bebauungsplan zur Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses an der Egerlandstraße 58 bis 74 (Baugenossenschaft Geretsried) einstimmig ab. Die Stadt hatte den Plan zum zweiten und letzten Mal öffentlich ausgelegt.

Die Eigentümer des Isar-Kaufhauses, des Rewe-Markts und der Paracelsus-Apotheke wenden erneut ein, dass die künftige Verkehrsführung nicht Gegenstand des Plans sei. Bürgermeister Michael Müller habe ihnen lediglich mündlich zugesagt, dass die Tiefgarageneinfahrt im Süden verlegt werden und der angedachte Kreisverkehr am Fasanenweg wegfallen solle. Der gemeinsame Anwalt der Geschäftsleute wirft der Stadt vor, den Plan „unter Zeitdruck“ erstellt zu haben.

Die Grundstückseigentümer im Bereich des „Betreuten Wohnens“ befürchten eine erhebliche Verkehrszunahme durch das neue Gebäude mit Wohnungen, Discounter und kleineren Läden sowie Lärm und Belästigung durch die geplanten Tiefgaragenrampen. Laut einem Gutachten sollen künftig bis zu 3000 Autos täglich durch die Egerlandstraße rollen. Die Planung verstoße gegen das Gebot der nachbarschaftlichen Rücksichtnahme, sagen die weiter nördlich gelegenen Händler und Bewohner. Die Stadt verneint dies. Sie weist zum wiederholten Mal darauf hin, dass die Planung ein wesentlicher Baustein für die Stadtentwicklung und die Zentrumsstärkung sei.

Die Polizeiinspektion Geretsried regt in ihrer Stellungnahme dringend an, weiterhin ausreichend oberirdische Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Tiefgaragen würden erfahrungsgemäß schlecht angenommen. Dass der ruhende Verkehr unterirdisch stattfinden werde, sei „fernab der Realität“, schreibt die Polizei. Die Stadt müsse darauf achten, dass oberirdisch geparkte Autos trotz des geplanten „Shared-Space“-Modells nicht „kreuz und quer“ abgestellt würden. Die Polizeiführung bittet schließlich darum, einbezogen zu werden, wenn es konkret um die Verkehrsführung in dem Neubaubereich gehen werde. 

Tanja Lühr

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