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Bei Nacht: So soll der Karl-Lederer-Platz künftig aussehen.

Architekt stellt Entwurf für Gestaltung vor 

Neue Mitte in Geretsried: So soll der Karl-Lederer-Platz nächstes Jahr aussehen

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Jetzt kommt die Kür: Stadtplaner Klaus Kehrbaum stellte im Stadtrat einen ersten Entwurf für die Platzgestaltung der Neuen Mitte in Geretsried vor. Den Stadträten gefällt‘s.

Geretsried – Urban soll der Karl-Lederer-Platz ab der zweiten Jahreshälfte 2019 aussehen, harmonisch, leicht und frisch. Einen ersten Entwurf für die Oberflächengestaltung des Platzes stellte Stadtplaner Klaus Kehrbaum am Dienstag im Stadtrat vor. „Jeder, der schon einmal gebaut hat, weiß: Ein Rohbau macht Ärger und Dreck, aber danach kommt die Kür“, sagte er. So sei das auch mit der Tiefgarage und dem öffentlichen Raum am Karl-Lederer-Platz.

Die Vorplanung sieht Bitumen in einem warmen Farbton als Bodenbelag vor. Am BGZ-Gebäude, vor der Ladenzeile am Karl-Lederer-Platz 3 bis 9 und am Rathaus soll ein Wasserfilm den Bachlauf ersetzen. „Man kann Fontänen einbauen“, erklärte der Architekt. Entlang des Wassers stehen Bäume. Sie könnten 10, 15, 20 Meter hoch werden, weil sie neben der Tiefgarage gepflanzt werden. Denkbar seien beispielsweise Vogelkirsche, Spitzahorn und Hainbuche. Über den Platz verteilt stehen verschiedene Sitzgelegenheiten („weg von der Parkbank“). Gegenüber des Rathauses und nahe des „Rossmann“ sind je fünf Kurzzeitparkplätze vorgesehen. „Zehn weitere können wir an der Egerlandstraße schaffen“, sagte Kehrbaum.

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In einem Bürger-Workshop im Juli konnten Geretsrieder ihre Ideen für das Wohnzimmer der „Neuen Mitte“ einbringen. Wichtig war ihnen unter anderem das Thema Grün, ein Wasserlauf, Verkehrsberuhigung und Platz für Veranstaltungen. Die drei Pläne, die daraus entstanden sind, hat Kehrbaum aufeinander gelegt – das Ergebnis habe Qualität. „Hut ab vor den Bürgern“, resümierte er.

Ähnlich reagierten die Stadträte auf den Entwurf. „Alles in allem gefällt mir Ihr Konzept sehr gut“, sagte beispielsweise Volker Witte (Grüne). „Das wird ein richtig toller Platz für alle“, bilanzierte auch Hans Ketelhut (CSU). Dr. Sabine Gus-Mayer sagte, sie freue sich schon, wenn sie das erste Mal über den Platz flanieren könne.

Die drei Brunnenfiguren und der Maibaum finden in Kehrbaums Entwurf Aufstellung vor dem Rathaus. Raum für den Wochenmarkt ist vor dem Edeka-Markt. Für Veranstaltungen könnte der ganze Platz genutzt werden. Kehrbaum: „Dann steht das Dreifache an Platz zur Verfügung wie vorher.“ Ketelhut bat darum, an die nötige technische Ausstattung zu denken.

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Der Architekt schlug vor, die vom Investor vorgesehenen Stabgeländer an den Treppen zur Tiefgarage durch Glas oder Blech zu ersetzen. Das quadratische Betonteil des Fahrstuhls könnte man zu einer LED-Litfaßsäule umfunktionieren. „Damit setzen wir ein Highlight, wenn die Besucher wieder wegfahren“, begrüßte Wolfgang Möckl (CSU) die Idee und erinnerte an die Allianz-Arena in München. Die Möglichkeit, auf der Säule den Veranstaltungskalender der Stadt präsentieren zu können, gefiel auch Volker Reeh (CSU). „Die Idee hat die CSU vor Jahren eingebracht, schön, dass sie nun umgesetzt wird.“

Urban soll der Karl-Lederer-Platz ab der zweiten Jahreshälfte 2019 aussehen, harmonisch, leicht und frisch.

In dem Bürger-Workshop hatte sich das Gros eine Verkehrsberuhigung in der „Neuen Mitte“ gewünscht. Laut Verkehrsplaner sei es möglich, den Karl-Lederer-Platz zur Fußgängerzone zu machen. Witte würde das gefallen: „Völlig verkehrsfrei sollten wir protegieren.“ Dass der Verkehr dann über die Nebenstraßen abfließen muss, bereitete Gus-Mayer allerdings Sorgen. „Wir haben acht Varianten bekommen, die alle funktionieren“, erläuterte der Stadtplaner. Die wolle man aufbereiten und separat vorstellen. Reeh forderte ein übergeordnetes Verkehrskonzept. „Wenn wir den Karl-Lederer-Platz verkehrsberuhigen, verschiebt sich der Durchgangsverkehr komplett auf die Böhmerwaldstraße“, sagte der CSU-Stadtrat. Zum Thema Verkehr erinnerte Edith Peter (SPD) darüber hinaus daran, das Leitsystem für Menschen mit Sehbehinderung auf dem Karl-Lederer-Platz nicht zu vergessen.

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Nachts sollen LED-Leuchten den Platz erhellen, die mittels Spannseilen in Firsthöhe befestigt werden, so der Stadtplaner. „Sie beleuchten dann wie Sterne aus 13 Metern Höhe.“ Zusätzlich könnten laut Kehrbaum städtebaulich wichtige Gebäude und die Bäume mit Licht akzentuiert werden. „Licht lockt Leute“, betonte Witte die Wichtigkeit eines guten Konzepts. Den Bedenken von Sonja Frank (Freie Wähler) bezüglich der Stahlseile und dem Flugbetrieb von Vögeln entgegnete Kehrbaum, dass es in Kaufbeuren, wo diese Technik zum Einsatz kommt, nie Probleme gab. Beleuchtet werden soll auch der Wasserfilm an einer fünf bis acht Zentimeter hohen Kante, die auf einer Seite entsteht.

Dass nur an einen Wasserfilm gedacht ist, machte Vera Kraus (FW) nicht glücklich. „Ich finde unseren Bach jetzt sehr individuell und optisch sehr schön, viele Kinder haben darin gespielt“, sagte sie und bat, das in die Überlegungen mitaufzunehmen. Für einen Wasserfilm müsse weniger Wasser umgewälzt werden und man sei flexibler, weil dieser für Veranstaltungen und im Winter nicht abgedeckt werden müsse, nannte Kehrbaum Vorteile.

Bei Tag: So soll der Karl-Lederer-Platz künftig aussehen. 

Schließlich wünschte Karin Schmid (CSU) zusätzlich zu den Bäumen Grün auf Straßenniveau. Angesichts der Möglichkeit, dass bald wie berichtet auch auf der Nordseite des Karl-Lederer-Platzes gebaut werden könnte, bat Lorenz Weidinger (FW) um Flexibilität in der Gestaltung. „Es darf nicht passieren, dass wir die Bäume dann wieder fällen müssen.“

Über Zahlen wurde in der Sitzung nicht gesprochen. Das bemängelte Dominik Irmer (Freie Wähler). Man müsse auch die laufenden Kosten für den späteren Betrieb auf dem Zettel haben. Kehrbaum versprach, die Kosten noch vorzustellen. „Das ist für die Richtung aber noch nicht wichtig“, sagte er. Der Baubeschluss soll in der Stadtratssitzung am 27. November gefällt werden. sw

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Info

Der Entwurf für den Karl-Lederer-Platz hängt von Montag, 29. Oktober, bis Freitag, 9. November, im Rathaus aus. Bürger können dem Bauamt ihre Anregungen dazu mitteilen – dienstags 15 bis 17 Uhr, donnerstags 16 bis 18 Uhr und freitags 9 bis 12 Uhr.

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